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Lehre SS 2012

Dr. Stephan Lanz
Die Stadt und die Religion

Dr. Stephan Lanz/Dr. Kathrin Wildner
Bilder der Stadt - qualitative und experimentelle Methoden der Stadtforschung

Birke Otto
Berlin als Ort der Arbeit


Dr. Stephan Lanz

Die Stadt und die Religion

BA: 8 ECTS ; Seminar: Sozialwissenschaften-Vertiefung

Mittwoch, 11.15 - 12.45 Uhr, Ort: GD 311, Veranstaltungsbeginn: 18.04.2012

Beeinflusst von heute überholten Modernisierungstheorien haben die Urban Studies die Bedeutung von Religion in der modernen Stadt stets vernachlässigt und städtische Modernität mit Säkularität gleichgesetzt. Religion galt in Metropolen als nur historisches Phänomen, als Spezifikum weniger „heiliger Städte“ oder als an ländliche Zuwanderer gekoppeltes Überbleibsel. Übersehen wurde, dass schon im Zeitalter der Industrialisierung etwa in nordamerikanischen Städten neue religiöse Gemeinschaften entstanden sind und sich weltweit ausgebreitet haben. Auch durch die rapiden globalen Urbanisierungsprozesse der letzten Jahrzehnte säkularisierten sich große Städte keineswegs. Vielmehr haben sich gerade dort neue religiöse Bewegungen wie Pfingstkirchen, islamistische Strömungen oder der Hindu-Nationalismus ausgebreitet. Auch heute noch offenbart sich Religion also als wichtiger Bestandteil des Städtischen und ebenso lassen sich spezifisch urbane Formen religiöser Praxis identifizieren.
Aus der Perspektive der Urban Studies untersucht das Seminar, wie Stadt und Religion miteinander verflochten sind: Wie wirken religiöse Praktiken auf urbane Lebensweisen und Räume ein und was können wir unter städtischer Religion verstehen? Diskutiert werden u.a. Beispiele aus Jerusalem, der heiligen Stadt mehrerer Religionen, aus Lagos, der heute vielleicht christlichsten Stadt der Welt, aus Beirut, das von religiös-politischen Konflikten geprägt ist, aus Istanbul, wo seit Jahren die Islamisten regieren, oder aus London, wo global vernetzte Diaspora-Gemeinschaften um urbanen Raum konkurrieren.

Literatur:
Al Sayyad, Nezar/ Mejgan Massoumi 2010:  The Fundamentalist City? Religiosity and the remaking of urban space. London/New York
metroZones (Hg.) 2011: Urban Prayers. Neue religiöse Bewegungen in der Stadt. Berlin
Orsi, Roberto 1999: Introduction: Crossing the City Line. In: ders. (Hg.): Gods of the City. Religion and the American Urban Landscape. Bloomington/Indianapolis, 1-78

Hinweise zur Veranstaltung:
Das Seminar ist auf 30 Teilnehmer begrenzt. Erforderlich ist eine Anmeldung im Sekretariat des Lehrstuhls (wisogeo@europa-ini.de) ab 02.04.12

Leistungsnachweis:
Aktive Mitarbeit, eigene empirische Recherchen in Kleingruppen, mündliche Präsentation, schriftlicher Arbeitsbericht


Dr. Stephan Lanz/Dr. Kathrin Wildner

Bilder der Stadt - qualitative und experimentelle Methoden der Stadtforschung

MA: 3/6/9 ECTS , Seminar: MA ; MASS Forschungsmodul, MICS ZM 2

Blockseminar: Einführungsveranstaltung: 11.04.2012 , 16.15 - 17.45 Uhr, Ort: GD 05,

Stadt ist ein dynamischer Prozess räumlicher Konstitutionen, die sich in Orten, Interaktionen, Vorstellungen und Narrativen abbilden. Versteht man urbanen Raum weniger als abgrenzbares Territorium denn als Prozess von sozialen und diskursiven Bedeutungszuschreibungen, bedarf es zu seiner Untersuchung vielgestaltiger Herangehensweisen und Methoden.
Als Werkzeuge urbaner Raumanalyse setzen qualitative Methoden auf der Mikroebene des Alltags an, um kulturelles Wissen und gesellschaftliche Handlungsweisen im Kontext der Stadt zu verstehen und zu analysieren. Eine solche qualitative Untersuchung von Stadt kann sich geographischer und ethnographischer, aber auch künstlerischer Verfahrensweisen bedienen.
In diesem Seminar wird eine Auswahl qualitativer Techniken der Beobachtung und Kartierung, der Analyse, Interpretation und Dokumentation städtischer Räume und Gesellschaften vorgestellt und diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt  liegt auf der Frage nach den Potentialen der Fotografie für die empirische Stadtforschung. Fotografie wird dabei als eine soziale Konstruktion verstanden, die  eine innovative Perspektive  auf Stadt und ihre Veränderungsprozesse bieten kann. Anhand der Lektüre und Diskussion methodologischer Texte werden ihre Potentiale für die Erforschung der Stadt reflektiert und von den SeminarteilnehmerInnen in eigenen kleinen Feldforschungen erprobt.

Teilnahmevoraussetzungen:
Die Anzahl der Teilnehmer/innen ist auf 30 beschränkt; eine schriftliche Anmeldung unter wisogeo@europa-uni.de ab dem 01.04.12 ist erforderlich.

Leistungsnachweis:
regelmäßige aktive Teilnahme, eigene Feldforschung in einer Arbeitsgruppe, Präsentation und Hausarbeit.


Birke Otto

Berlin als Ort der Arbeit

BA: 8 ECTS , Seminar: Sozialwissenschaften - Vertiefung

Blockseminar: Vorbesprechung: 12.04.2012, 16.00 - 18.00 Uhr, Ort :GD 102

Das Image und die Struktur einer Stadt sind eng verknüpft mit den vor Ort gegebenen Formen der Arbeit. Während sich Berlin als Metropole der Wissens-, Kreativ- und Kulturwirtschaft etabliert hat, versucht sich die Stadt auch wieder verstärkt als Industriestandort zu positionieren. Demnach finden sich hier vielfältige Formen der Arbeit: von klassischer Fabrikarbeit, Gewerbe und Dienstleistungen bis hin zu neuen Formen (im)materieller Produktion in Bezug auf Internet Start-Ups, Film, Musik, Mode, Kunst/Design und Printmedien. Die jeweilige Form der Arbeit drückt sich in der räumlichen Struktur, Architektur und im Image eines Ortes aus, während der urbane Raum gleichzeitig auch die Bedingung für die Entwicklung neuer Arbeitsformen ist.
In diesem Blockseminar sollen die Studierenden der Frage nach dem Verhältnis von Arbeit, Produktion und städtischem Raum am Beispiel Berlin nachgehen. In kleinen Projektgruppen werden einzelne Orte der Arbeit aus dem Industrie-, Dienstleistungs-, Kreativ- und Wissenssektor im innerstädtischen Raum ausgewählt und hierzu eine qualitative Studie erarbeitet. Dies kann beispielsweise ein Coworking-Büro als Ort der Kreativszene sein, kleine Handwerksmanufakturen des Modesektors oder auch die großen Industrie- und Forschungsparks der Stadt. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung der urbane Raum für die Form der Arbeit hat, bzw. wie er sich aufgrund der jeweiligen Arbeits- und Produktionsweise gestaltet und verändert?

Teilnahmevoraussetzung:
Das Seminar richtet sich an Studierende der Kultur- und Wirtschaftswissenschaften. Eine Anmeldung ab 2.4.2012 unter wisogeo@europa-uni.de ist erforderlich.

Hinweise zum Blockseminar:
12.04.2012, 16-18 Uhr, Vorbesprechung GD 102
04.05./05.05.2012, GD 05, Block 1 (ganztägig - Theorie, Methoden, Verteilung der Projekte)
22./23.06.2012, GD 04, Block 2 (ganztägig - Vorstellung der Projekte, Abschlussdiskussion)

Leistungsnachweis:
Qualitative Studie in Projektgruppen und Präsentation