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Buch, Bild, Ballade. Medien in Mittelalter und Reformation

Gotthard Kemmether

6/8/9 ECTS

Seminar
BA, Kulturwissenschaften-Vertiefung // Kulturgeschichte-Vertiefung

Montag, 16.15 - 17.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 10.04.2017, Raum AM 205

Medien versteht man heute fast automatisch im Sinne „elektronischer Medien“, die nicht ortsgebunden sind und insofern weite Strecken überbrücken können. Derartige Medien gab es im Mittelalter nicht, dafür existierten eine Vielzahl anderer Medien, die der heutige Mensch vielleicht gar nicht als solche wahrnehmen würde.

Das Seminar wird mit dem Mensch als Medium beginnen, wie dem fahrenden Sänger, der Balladen vorträgt. Medien sind aber auch Handschriften, für diejenigen, die lesen können, Bilder in diesen Büchern oder als großformatige Fresken auch einem weiteren Publikum zugänglich. Gerade in der mittelalterlichen, volkssprachigen Literatur wirkt sich das Spannungsverhältnis zwischen mündlich vorgetragenen Liedern und in Manuskripten aufgezeichneten Gedichten bis heute auf die Forschung aus. Mit der Erfindung des Buchdrucks werden in der Zeit der Reformation auch das Flugblatt und das Plakat wichtig, die billig eine große Leserschaft erreichen können. Medien dienten der Kommunikation, der Wissensvermittlung, der Unterhaltung, aber auch der Darstellung von Macht. Daher tritt an die Seite der genannten Bildquellen auch die Herrschaftsarchitektur. Schriftliche Quellen, auch Rechtstexte, müssen zusätzlich zu ihrem Inhalt z.T. auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild analysiert werden.

Entscheidende Fragen werden sein, wer sich zu welchem Zweck welcher Medien bediente um wen zu erreichen.

Im Rahmen des Seminars ist ein Besuch in der Frankfurter Ausstellung zum Reformationsjubiläum „Bürger, Pfarrer, Professoren“ eingeplant, in der verschiedene Arten von Medien präsentiert werden.

Literatur:

  • Faulstich, Werner: Medien und Öffentlichkeiten im Mittelalter (Die Geschichte der Medien 2), Göttingen 1996;
  • Spieß, Karl-Heinz (Hg.), Medien der Kommunikation im Mittelalter (Beiträge zur Kommunikationsgeschichte 15), Stuttgart 2003;
  • Müller, Ulrich (Hg.), Künstler, Dichter, Gelehrte (Mittelalter-Mythen 4), Konstanz 2005;
  • Knefelkamp, Ulrich, Das Mittelalter, Paderborn 2003;
  • Goetz, Hans-Werner, Proseminar Geschichte, Stuttgart 1993;
  • Heimann, Heinz-Dieter, Einführung in die Geschichte des Mittelalters, Stuttgart 1997.

Teilnahmevoraussetzungen:
regelmäßige Teilnahme

Hinweise zur Veranstaltung:
Die Vorbereitung von vorab zur Verfügung gestellten Quellentexten ist Teil der zu erbringenden Leistung. Im Laufe des Semesters sind eine vorläufige Literaturliste und eine Gliederung zur Hausarbeit abzugeben.

Leistungsnachweis:
Referat und Essays bzw. Hausarbeit