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Industrie und Kultur in Europa, 10.- bis 21. Jahrhundert (3 Teile), Teil 3: 19.-21. Jahrhundert

Prof. Dr. Klaus Weber / Prof. Dr. Dagmara Jajesniak-Quast

8/9 ECTS

Vorlesung: BA/MA, BA Kulturgeschichte-Vertiefung //
MEK Zentralmodul / Wirtschaftskulturen //
KGMOE Zentralmodul / Politische Ordnung - Wirtschaft – Gesellschaft /
MASS Kulturelle Praktiken, Wissensordnungen, ästhetische Formationen //
MES

Dienstag, 14.15 - 15.45 Uhr, Ort: GD Hs4, Veranstaltungsbeginn: 11.10.2016

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Die Teile 1 und 2 haben die protoindustrielle Entwicklung und koloniale Expansion Europas bis ins 19. Jhd. beleuchtet; Teil 3 schließt diese Reihe mit dem 20. Jhd. ab.

Hochindustrialisierung und Imperialismus hatten im ausgehenden 19. Jhd. zu der in den 1. Weltkrieg mündenden Krise beigetragen. Der Krieg und folgende nationale Abschottungen gegen Migration und Warenverkehr bewirkten eine Schwächung Europas. Die USA und Japan stiegen nun als neue industrielle und militärische Großmächte auf und verschärften den Wettbewerb um Märkte und Ressourcen. Erst nach dem 2. Weltkrieg konnte ein stabileres Weltwirtschaftssystem etabliert werden, und der Welthandel erreichte wieder das Volumen der Jahre vor 1914. In scheinbar paradoxer Weise trug gerade der Kalte Krieg zu dieser Stabilität bei. Mit seinem Ende treten auch asiatische Länder, die der Imperialismus abgedrängt hatte, wieder auf den Weltmärkten an.

Die Vorlesung wird zunächst auf die Krisen der Zwischenkriegszeit sowie auf die Kriegswirtschaften der 1910er und 40er Jahre eingehen. Für den folgenden Kalten Krieg werden auch Parallelen zwischen liberalen und planwirtschaftlichen Systemen in den Blick kommen, denn bis in die 70er Jahre gab es über die Blockgrenzen hinweg viele Gemeinsamkeiten. (Gerade um diesen Aspekten gerecht zu werden, wird Teil 3 von Prof. Jajeśniak-Quast u. Prof. Weber gemeinsam bestritten.) Ein weit tieferer Graben trennte diese Ökonomien von der sogenannten Dritten Welt. Mit der Behandlung der Nord-Süd-Beziehungen und den ökologischen Folgen der globalisierten Wirtschaft führt die Vorlesung an die Probleme der Gegenwart heran.

Literatur:
S. Broadberry / K. O`Rourke (Hg.): The Cambridge Economic History of Modern Europe, 2 Bde, Cambridge 2010. R. Oldenziel / M. Hård: Consumers, Tinkerers, Rebels. The People Who Shaped Europe, New York 2013. P. J. Crutzen / M. Davis / M. D. Mastrandre / S. H. Schneider / P. Sloterdijk: Das Raumschiff Erde hat keinen Notausgang. Energie und Politik im Anthropozän, Berlin 2011.

Teilnahmevoraussetzungen:
Teilnahme an den beiden ersten Teilen der Vorlesung ist KEINE Voraussetzung.

Hinweise zur Veranstaltung:
Es ist eine Exkursion mit Besichtigung des Stahlwerks ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt geplant.

Leistungsnachweis:
Klausur

Die Nachklausur findet am Freitag, 21.04.2017 von 11-13 Uhr im Raum AM 03 statt.