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Workshop: Zwischen Schrecken und Faszination. Strategien des Umgangs mit dem Fremden in deutschen Reiseberichten 

4. November 2022, Collegium Polonicum (Słubice), Raum 102


Was passiert, wenn Reisende Phänomenen begegnen, die sie nicht verstehen? Der Workshop verortet diese Frage im Spannungsfeld von Natur und Kultur und greift dabei auf Aspekte aus Literatur, Philosophie, Kunst, Technik und Naturwissenschaften zurück. Konfrontationen mit dem Fremden können zu Grenzerfahrungen werden, wenn es nicht mit den vertrauten Kategorien eingeordnet und erfasst wird. Das Unfassbare kann sich bei der Begegnung mit ungewöhnlichen Naturerscheinungen, ebenso angesichts erschreckender Praktiken oder unverständlicher Verhaltensweisen einer fremden Kultur zeigen. Es kann Angst und Abwehr auslösen, aber auch über das Erstaunen zu Grenzüberschreitungen führen. Fremdheit wird so zum Stimulans der Imagination, der Kunst und neuer Weltentwürfe. Nicht zuletzt entstanden Theorien des Erhabenen auch als Reaktion auf das Staunen und Schrecken auslösende Inkommensurable und lassen sich daher teilweise als Strategien der ästhetischen und wissenschaftlichen Aneignung des Fremden explizieren.
Ziel des Workshops ist es, anhand von deutschen Reiseberichten exemplarisch zu untersuchen, wann, in welchen Situationen und mit welchen Konsequenzen Differenzen zu anderen Kulturen und Ländern als nicht nachvollziehbar, unüberbrückbar oder sogar als bedrohlich erfahren wurden. Die forschungsleitende Annahme ist dabei, dass es die verstörenden Erfahrungen sind, die tiefgreifende soziale und kulturelle Differenzen erkennen lassen und die zur Entwicklung neuer Formen des Umgangs mit als kategorial fremd erfahrenen Phänomenen führen. 

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