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Wintersemester 2011/2012

 

Balejko, Dariusz K.

Geschlecht und Wahrheit
3/6/8/9 ECTS
Seminar: BA/MA, Kulturwissenschaften-/Sozialwissenschaften-Vertiefung // MICS WM Transdisziplinary Gender Studies
Donnerstag, 14.15-15.45 Uhr, Ort: CP 200, Veranstaltungsbeginn: 20.10.2011

Ausgehend von der Betrachtung der Geschlechterverhältnisse als Produkt bzw. Manifestation des dynamischen Prozesses, in dem die Machtverhältnisse und Hierarchien als durchsichtige und damit selbstverständliche Fakten fungieren, werden wir uns in diesem Seminar mit den vielfachen Konstruktionen der Wirklichkeit beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen hier die Mechanismen der Entstehung von Wahrheitseffekten, die insbesondere am Beispiel der Geschlechterkonstruktionen hinterfragt werden können/sollen. Welche Geschlechter sind wahr? Welche sind

dadurch legitim und intelligibel? Welche Wahrheit erfahren wir über unsere Erlebniswelten durch die geschlechtliche Zugehörigkeit? Was ist die Biologie des Geschlechts? Was ist natürlich? Welche Wahrheiten erschließen sich durch unsere Sprache? Im Seminar möchte ich mit Euch diese Fragen und den Sinn von solchen Fragen mithilfe von theoretischen Texten und biographischen Berichten diskutieren. Begleitend zum Seminar gibt es die Möglichkeit an einem Gender-Training teil zu nehmen. Termine werden auf der Internetseite der Professur für Deutsch-Polnische Kultur- und Literaturbeziehungen und Gender Studies angegeben.
Literatur: Butler, J. Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt/M 1991, Butler, J. Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt/M 2009, Foucault, M. Dispositive der Macht, Berlin 1978, die vollständige Literaturliste wird zu Semesterbeginn bekanntgegeben.
Hinweise zur Veranstaltung: Aufgrund der beschränkten Teilnehmendenzahl bitte meldet Euch bis 5. Oktober per Mail bei Dariusz K. Balejko (balejko@europa-uni.de) mit der Beschreibung Eurer Motivation für diese Veranstaltung.
Das begleitende Gender Training findet an folgenden Tagen statt: Teil I: 4.11.2011, Teil II: 10.11.2011. Genaue Angaben werden im Seminar genannt. 

Leistungsnachweis: Projektarbeit/Hausarbeit


Chołuj, Bożena

Tiere im Text und Bild oder die Suche nach einer neuen Ethik
8 ECTS
Seminar: BA, Kulturwissenschaften-/ Literaturwissenschaften-Vertiefung
Blockseminar, Ort: CP 157, Veranstaltungsbeginn: 27.10.2011

Tiere haben eine ambivalente Bedeutung in der Kultur. Im Menschen erwecken sie seit jeher Angst, gleichzeitig können sie faszinieren. Seit mehreren Jahren steht die Frage zur Debatte, ob sie Überlebenschancen haben. Sie dienen den Menschen als Speise, als Haus- und Jagdtiere, stellen für sie Symbole dar, gelten als eigenständige Subjekte, werden aber auch auf den Altären geopfert. Sie werden im Krieg und im Frieden instrumentalisiert und für Konsum und Kommerz missbraucht. Der französische Soziologe Bruno Latour stellte 2004 die These vom Tod der bisherigen Naturauffassung auf, wobei der Mensch darauf angewiesen sein wird, mit der Natur zu verhandeln, will er den Bestand seiner eigenen Gattung sichern. Heute wird nicht mehr nur über den Tierschutz debattiert, sondern man sucht nach Möglichkeiten, die Beziehung zwischen Mensch und Tier neu zu definieren. Man sucht nach einer neuen Ethik, die alle Lebewesen umfasst. Den Wandel der Ethik und die Diskurse zu diesem Thema verfolgen wir, indem wir Texte und Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart lesen, sie uns anschauen und interpretieren.
Literatur: Literatur wird in Moodle angegeben.
Hinweise zum Blockseminar: Einführung 27.10.2011, 16.00-18.00; und an folgenden Tagen: 24.-25.11; 15.-16.12; 19.-20.01; 17.02 .(Uhrzeit: donnerstags 16.00-18.00 und freitags 11.00-15.00 an angegebenen Terminen)
Leistungsnachweis: Referat; Hausarbeit


Chołuj, Bożena

Von Women über Gender zu Queer
Kontinuität und Wandel in den Geschlechterstudien
3/6/9 ECTS
Seminar: MA, MICS Gender Studies / KGMOE Menschen-Artefakte-Visionen
Donnerstag, 11.15 – 13.30 Uhr, Ort: CP 157, Veranstaltungsbeginn: 20.10.2011

Im Zuge der zweiten Frauenbewegungung entwickelten sich unterschiedliche Studien, von Women´s Studies über Gender Studies, Lesbian und Gay Studies, LGTB Studies bis zu Queer Studies. Im akademischen Raum wird dieser Entwicklungsweg bis heute heiß diskutiert. Es gibt einerseits Meinungen, dass es sich um eine chronologische Linie handelte, und andererseits Ansichten, dass diese Studien sich parallel zueinander entwickeln. Manche sehen darin einen Fortschritt, andere eher ein Korrektiv zum Bestehenden. Manche sind für die strickte Trennung der Studiengänge, die diese Wissensbereichen umfassen, andere wiederum sind für ihre Zusammenführung. Im Seminar analysieren wir diese Debatte, untersuchen das Angebot in den deutschen akademischen Strukturen und gehen der Frage nach: Was ist der eigentliche Zankapfel in diesen Diskussionen?
Literatur: Literatur wird in Moodle angegeben.
Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse im Bereich Gender Studies
Leistungsnachweis: Referate und Hausarbeiten

 

Chołuj, Bożena / Dominiak, Tomasz

Ringvorlesung: Übersetzung und Macht
6/9 ECTS
Ringvorlesung: MA, MICS Translation Studies
Mittwoch, 14-tägig, 18.15 - 19.45 Uhr, Ort: CP 20, Veranstaltungsbeginn: 9.11.2011.

Die Ringvorlesung ist eine offene Veranstaltungsform, die in möglichst breiter Form all diejenigen zu Wort bittet, die im weiten Feld zwischen Original und Übersetzung tätig sind. Die Vorlesung sucht den Dialog zwischen Übersetzungspraxis und -theorie. Sie bietet Raum für übersetzungswissenschaftliche Diskussion, lädt zugleich aber auch Übersetzer ein, spezifische Probleme des Übersetzens zu beleuchten sowie ihr Selbstverständnis als Übersetzer zu reflektieren. Ergänzt wird die Ringvorlesung durch Lesungen, Vorstellung konkreter Übersetzungsinitiativen und deren Protagonisten.
Hinweise zur Veranstaltung: Anmeldung bei Frau Balfanz, balfanz@europa-uni.de; weitere Termine werden auf der Homepage des Lehrstuhls für Deutsch-Polnische Literatur- und Kulturbeziehungen und Gender Studies angegeben.
Leistungsnachweis: Hausarbeit möglich

 

Chołuj, Bożena / Kasten, Anna

Weiblichkeit und Erziehung: Die Geburt des Alleinerziehens
3/6/9 ECTS
Seminar: MA, MICS WM Transdisciplinary Gender Studies
Mittwoch, 14.15 - 18.15 Uhr, 14-tägig, Ort: CP, Veranstaltungsbeginn: 19.10.2011

Inspiriert von Foucaults „Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses" konzipiere ich das Seminar über die Entwicklung von Weiblichkeitsbildern innerhalb des Familiensystems. Welche Wege führen vom früheren „Fräulein Mutter" zur „Alleinerziehenden“ von heute? Was bedeutet „alleinerziehend"? Das Wort „allein"erziehend impliziert die Abwesenheit eines Anderen. Wer fehlt den „Alleinerziehenden“? Warum sollte ihnen denn überhaupt jemand fehlen? Mit der Analyse wissenschaftlicher Texte, politischer Statements, Filme, Medienberichte gehen wir der Frage nach, wie das „Allein"erziehen im Laufe der Entstehung der bürgerlichen Familie hergestellt wurde und schließlich die Form angenommen hat, die wir heutzutage kennen.
Literatur: Buske, Sybille: Fräulein Mutter und ihr Bastard. Eine Geschichte der Unehelichkeit in Deutschland 1900 – 1970, Göttingen, 2004; Butler, Judith: Haß spricht. Zur Politik des Performativen, Frankfurt a.M., 2006; Rousseau, Jean-Jacques: Emile oder über die Erziehung, in: Rang, Maritn (Hrsg.), Stuttgart, 1963, S. 719-819. Hinweise zur Veranstaltung: Bitte bei Kasten@europa-uni.de anmelden, da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt ist.
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit

Seminarprogramm und Literaturliste

 

Chołuj, Bożena / Köhler, Sabrina

Geschlecht und Gewalt - Sexuelle Gewalt als ein Kriegsphänomen
3/6/8/9 ECTS
Seminar: BA/MA, BA Kulturwissenschaften-Vertiefung // MICS WM Gender Studies // MES
Blockseminar, Ort: CP 200, Veranstaltungsbeginn: 20.10.2011

Sexuelle Gewalt ist ein Phänomen aller bewaffneten Konflikte und findet als systematisch und strategisch eingesetztes Mittel die Formulierung der sexuellen Kriegsgewalt. Im Zuge von Eroberung, Vertreibung und Zerstörung wurde im Balkankonflikt massenhaft vergewaltigt und im Zusammenhang mit Versklavung und Menschenhandel fand die sexuelle Gewalt eine organisierte Fortsetzung in den Kriegs- und Nachkriegszeiten. Mit Bezugnahme auf die Geschehnisse im ehemaligen Jugoslawien kam es zu einer strafrechtlichen Einordnung sexueller Gewalt als ein Kriegsverbrechen und als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem internationalen Strafgerichtshof. Zudem wurden auf internationaler Ebene Resolutionen zu „Frauen, Frieden und Sicherheit“ verabschiedet. Dazu soll in diesem Seminar kritisch aufgezeigt und diskutiert werden, inwiefern sexuelle Gewalt nicht nur im Kontext von bewaffneten Konflikten oder als ein Phänomen während des Krieges, sondern ferner in der Nachkriegszeit und in den sogenannten Friedenszeiten thematisiert werden muss.
Literatur: Stiglmayer, Alexandra (Hrsg.) (1993): Massenvergewaltigung. Krieg gegen Frauen. Freiburg i. Br.: Kore Verlag. / Greve, Kathrin (2008): Vergewaltigung als Völkermord. Aufklärung sexueller Gewalt gegen Frauen vor internationalen Strafgerichten. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft. / Seifert, Ruth (2004): Gender, Identität und kriegerischer Konflikt. Das Beispiel des ehemaligen Jugoslawien. Münster: Lit Verlag.
Hinweise zur Veranstaltung: Bitte melden Sie sich zur Planung an: euv72531@europa-uni.de, da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt ist.
Hinweise zum Blockseminar: 20.10, 16.15 – 17.45 Uhr (Einführung, Semesterplanung); 10. & 11.Nov.; 8. & 9. Dez. 2011; 12. & 13. Jan.; 2. Feb. 2012 (Do 16-20 Uhr, Fr 11-14 Uhr)
Leistungsnachweis: regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat/Essay/Hausarbeit

 

 Chołuj Bożena / Okulska, Inez

Interdisziplinäre Übersetzungstheorie
3/6/9 ECTS
Seminar: MA, MICS Translation Studies / MA Literatur WM 1 / KGMOE – Menschen – Artefakte – Visionen
Donnerstag, 14-tągig, 14-18 Uhr, Ort: AM 104, Veranstaltungsbeginn: 20.10.2011

In dem Seminar soll über die für die Translationswissenschaften relevanten Texte diskutiert werden, die aus unterschiedlichen Themen- und Wissenschaftsbereichen stammen. Die im Titel erwähnte Interdisziplinarität weist auf Lektüre von sowohl literaturwissenschaftlichen, linguistischen, kulturwissenschaftlichen als auch philosophischen Beiträgen hin, die dem poststrukturalistischen Ansatz folgen. Das Phänomen der Übersetzung wird nicht mehr als Suche nach sprachlichen Äquivalenten verstanden, sondern als ein komplexer interkultureller Prozess betrachtet, der solche Schwerpunkte wie Text der Kultur, Interpretation, Macht und Körper impliziert.
Literatur: Es werden Texte u.a. von Schleiermacher, Ibsen, Reiß, Venuti und Derrida gelesen, genaue Literaturliste wird aber in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Teilnahmevoraussetzungen: Dieses Seminar ist auch für fortgeschrittene Bachelorstudenten (Literaturwissenschaften) offen.
Leistungsnachweis: Hausarbeit oder mündliche Prüfung
Sprache: Englischkenntnisse (ausschließlich für Lektüre) erwünscht
Seminarplan

 

Schoor, Kerstin

"Galizien grenzt an Berlin".
Einflüsse ostjüdischer Kultur im literarischen Leben der Weimarer Republik

3/6/9 ECTS
Seminar: BA, Kulturwissenschaften; Interkulturelle Germanistik; Literaturwissenschaften-Vertiefung
Mittwoch, 14.15-17.30 Uhr, Ort: CP 157, Veranstaltungsbeginn: 19.10.2011

Durch zunehmend erschwerte Einwanderungsbedingungen in den traditionellen Einwanderungsländern in Übersee lassen sich seit dem beginnenden 20. Jahrhundert erstmals auch im deutschen Reichsgebiet ostjüdische Emigranten in größerer Anzahl nieder. Eine damit einhergehende Wiederentdeckung jüdischer Geistes- und Kulturbestände des Ostens bereicherte und intensivierte in einer „Blütezeit“ jüdischer Emanzipation in Deutschland nicht nur die unter westjüdischen Künstlern und Intellektuellen geführte Debatte um deutsch-jüdische Identität, sondern hinterließ auch im literarischen Leben der Weimarer Republik bleibende Spuren. Publizistische, lyrische, erzählerische und dramatische Arbeiten (von Joseph Roth, Kurt Tucholsky, Leo Hirsch, Abraham Stenzel, Arnold Zweig, Alfred Döblin, Walter Mehring) beschreiben über einen Zeitraum von nur zwei Jahrzehnten die fortschreitende Zerstörung ostjüdischer Wirklichkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenso wie charakteristische Entwicklungen deutschsprachiger Kultur der zwanziger bis in die dreißiger Jahre. Im – vertrauten und fremden – Blick auf ostjüdische Existenz in der Moderne wird dabei bei Autoren ost- und westjüdischer Herkunft auch unmittelbare deutsche Gegenwart aus einer anderen Perspektive fassbar
Literatur: Literatur wird in Moodle angegeben.
Leistungsnachweis: Referate und Hausarbeiten

 

Turczyn, Ryszard

Übersetzung aus dem Deutschen ins Polnische (für polnische MuttersprachlerInnen)
3 ECTS
Seminar: MA, MICS Translation Studies
Blockseminar, Ort: CP 145, Veranstaltungsbeginn: 28.10.2011

„Rudymenta przekładu literackiego czyli bezlik grzechów początkujących (i nie tylko) przekładowców oraz garść recept niezawodnych na ich unikanie. /Sammelsurium/ z lat wielu zebrane, a celowi zbożnemu służące, bogato ilustrowane zabawnemi przykładami z różnych szuflad, a wszystko to w imię zasady: *Kontekst, misiu, kontekst!*“

Unter Anleitung des diesjährigen Karl-Dedecius-Preisträgers Ryszard Turczyn werden die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer an ausgewählten literarischen Texten in die Werkstatt des Übersetzers und dessen Handwerk eingeführt. Anhand der von den Teilnehmern angefertigten Übertragungen werden die beim Übersetzen sich immer neu stellenden Fragen diskutiert: Wie viel Treue zum Original ist  unbedingt notwendig, wie viel Freiheit darf sich der Übersetzer erlauben? Wem gegenüber steht der Übersetzer vorrangig in der Pflicht? Dem Autor des Originals oder im Zweifelsfalle doch eher dem Leser in der Zielsprache? Soll das Original in der Übersetzung durchscheinen oder soll eine Übersetzung möglichst nicht als solche kenntlich sein, der Übersetzer unsichtbar sein? In der Auseinandersetzung mit dem eigenen übersetzten Text soll der kritische Blick auf den selbst „geschriebenen“ Text geschärft werden, um die zum Redigieren der eigenen Übersetzung nötige Distanz zu entwickeln. Die Vielzahl alternativer Übersetzungen ein und desselben Textes wiederum zeigt den Teilnehmern ganz konkret, dass Übersetzung nicht die Suche nach der einen idealen Übersetzung ist, sondern immer eine von vielen möglichen Annäherungen an das Ideal ist. Schwerpunkt des Seminars: der Kontext und seine so oft unterschätzten Auswirkungen auf das Endprodukt im Übersetzungsprozess. Die besten Ergebnisse der Praxisseminare werden in einem Reader veröffentlicht.
Literatur: Literatur wird in der ersten Sitzung angegeben.
Hinweise zum Blockseminar: Die Teilnehmer werden gebeten sich bis zum 20.10.2011 per Mail (balfanz@europa-uni.de) anzumelden. Die Vorarbeit für das Seminar beinhaltet kurze Übersetzungen der Teilnehmenden, die in der ersten Sitzung vorzulegen sind. Termine der Stitzungen: 28.10.- 29.10.2011; 18.11.- 19.11.2011; 9.12.- 10.12.2011; 13.01.- 14.01.2012.
Leistungsnachweis: Übersetzungen
Teilnahmevoraussetzungen: polnische Muttersprache