Banner Viadrina

Dr. Gabriella Pelloni

Pelloni ©von Frau Pelloni zur Verfügung gestellt

Mein Forschungsvorhaben strebt eine Darstellung der Phänomene Migration und Identitätsbildung in biopolitischer und biopoetischer Perspektive anhand von Werken deutsch-türkischer Autor/innen an. Die Wahl der deutsch-türkischen Literatur, die sich als zentrale literarische Strömung innerhalb der interkulturellen Literatur etabliert hat, lässt sich in erster Linie damit begründen, dass sie in inter/transkulturellen Ansätzen häufig als modellhaftes Paradigma der Kultur der deutschen Einwanderungsgesellschaft betrachtet wird. Die Verwendung des Terminus „deutsch-türkisch“ wird rein pragmatisch auf die Herkunft und kulturelle Prägung der Autoren bezogen. Diese Prägung wird nicht essentialistisch als fraglose Identität verstanden, sondern als Bezugsrahmen gedacht, der zum Ausgangspunkt von Vorgängen kreativen Überschreitens wird.

Während meines Forschungsaufenthalts an der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration möchte ich im Eigenstudium und im Dialog mit Kollegen meine Kenntnisse über neue Ansätze der Exil- und Migrationsforschung vertiefen und erweitern, um theoretisch-methodologische Fragen im Kontext meines Projektes zu klären. Außerdem beabsichtige ich, über einige deutsch-türkische Werke (Özdamar, Zaimoglu und besonders Senoçak) zu arbeiten, die u.a. die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands und den Holocaust thematisieren, was einen weiteren engen Anknüpfungspunkt zu den Forschungsschwerpunkten des Lehrstuhls darstellt.