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Visuelle Anthropologie

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Bekanntlich ist die Visuelle Anthropologie in der deutschen Universitätslandschaft immer noch schwach verankert.

Die Entscheidung des Lehrstuhls Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie an der Viadrina, einen Schwerpunkt Visuelle Anthropologie aufzubauen und damit eine neue Akzentsetzung in der deutschen Universitätslandschaft vorzunehmen, begründet sich im Selbstverständnis der hier betriebenen Ethnologie/Anthropologie.

Demnach stellt sich für eine Anthropologie spätmoderner Gesellschaften insbesondere auch die Aufgabe, den tiefgreifenden Veränderungen des visuellen environment Rechnung zu tragen.

Die Innovationen im Medienbereich führen zu einer in der Geschwindigkeit bisher unbekannten Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, in der die Situation des Menschen verortet ist.

Wir leben inzwischen in einer Welt, in welcher der visuelle, bzw. virtuelle Bereich die soziale Erfahrung konkreter zwischenmenschlicher Interaktion immer stärker verdrängt.

Die fortschreitende Verbildlichung und damit einhergehende Ästhetisierung der Lebenswelt wirkt unmittelbar auf die Selbst- und Weltwahrnehmung zurück.

Veränderungen dieser Tragweite kommen bei einem rein technischen Umgang mit den neuen Bilderwelten nicht hinreichend in den Blick, sie müssen von kultur- und sozialanthropologischen Fragestellungen begleitet sein.

Dazu in Lehre und Forschung einen Beitrag zu leisten ist neben der Produktion und Analyse kulturwissenschaftlich relevanter Filmdokumente das wesentliche Anliegen der am Lehrstuhl vertretenen Visuellen Anthropologie.

Gleichzeitig vollzieht sie die Öffnung zu einer Anthropologie der Sinneswahrnehmungen.

Gerade bei der Untersuchung von sich verändernden Formen visueller Kommunikation und Praxis rücken die historischen und kulturellen Bedingungen unserer Wahrnehmung in den Blick und machen deutlich, dass sich die Bedeutung des Visuellen nicht ohne die Analyse eines umfassenderen Wahrnehmungsuniversums erfassen lässt.