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Lehre WS 2018/19

Dr. Stephan Lanz
Aktuelle Begriffe und Konzepte der Urban Studies

Dr. Stephan Lanz
Wem gehört die Stadt? Historische und aktuelle urbane Kämpfe und Bewegungen

Dr. Stephan Lanz
Kulturwissenschaftliche Methoden der kritischen Stadtforschung

Dr. Stephan Lanz
Postkoloniale Ansätze der Urban Studies

Dr. Stephan Lanz
Kunst und Gentrifizierung. Ein Forschungsseminar in Kooperation mit dem Projekt `Realty – Vom Versuch die Gentrifizierung zu überwinden´ des KW Institute for Contemporary Art


PD Dr. Stephan Lanz

Aktuelle Begriffe und Konzepte der Urban Studies

Seminar: BA, Kultur- u. Sozialwissenschaften- Einführung, 6 ECTS

Dienstag, 11.15 - 12.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 16.10.2018, Ort: GD 05

Hatten sich die Sozial- und Geisteswissenschaften, ja selbst die Geographie lange nur am Rande für "Stadt" interessiert, entstand in den letzten beiden Jahrzehnten ein regelrechter Boom von Urban Studies. Obwohl – oder gerade weil - wir heute in weitestgehend verstädterten Gesellschaften leben sind aber schon die Definitionen von Stadt und Urbanität umstritten. Bis heute ist Stadtforschung bezeichnenderweise keine eigene wissenschaftliche Disziplin, sondern eher ein transdisziplinäres Feld, in dem Ansätze, Konzepte und Methoden diverser kultur-, sozial-, raum- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen zur Anwendung kommen. Im Blickfeld der Urban Studies stehen urbane soziale Welten und kulturelle Praktiken ebenso wie die Städte als materielle und ökonomische Räume, als politische Einheiten oder als kulturelle Zentren und 'Bühnen'.

Anhand von konkreten Beispielen aus Städten und urbanen Konfigurationen weltweit führt das Seminar in grundlegende und aktuelle Begriffe, Ansätze, Themen und Methoden einer transdisziplinären Stadtforschung ein.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist auf 30 Teilnehmer_innen begrenzt. Erforderlich ist eine Anmeldung per E-Mail an wisogeo@europa-uni.de.

Leistungsnachweis: Aktive Mitarbeit, Referat oder Essay, Hausarbeit.


PD Dr. Stephan Lanz

Wem gehört die Stadt? Historische und aktuelle urbane Kämpfe und Bewegungen

Seminar: BA, Kultur- und Sozialwissenschaften- Vertiefung, 6/9 ECTS

Dienstag, 14.15-15.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 16.10.2018, Ort:  GD 05

Städte, so drückte es der führende ‚urban social movements‘-Theoretiker Manuel Castells aus, sind "lebende Systeme, gemacht, verändert und erfahren durch Menschen". Urbane Formen und Funktionen sind Ergebnisse sozialer Auseinandersetzungen oder Aushandlungen. Nicht zuletzt sind Städte auch Produkte von bewohnerorganisierten Aneignungen und Aktivitäten, die gegen offizielle Stadtentwicklungsprogramme oder profitorientierte Formen der urbanen Raum- und Wohnungsproduktion opponieren.

Das Seminar führt zunächst in Urban Studies-Konzepte wie „städtische soziale Bewegung“ (Manuel Castells), „das stille Vordringen einfacher Leute“ (Asef Bayat), „deep democracy“ (Arjun Appadurai), „insurgent citizenship“ (James Holston) oder „Recht auf die Stadt“ (Henri Lefebvre) ein. Basierend darauf soll es anhand von konkreten Beispielen aus Städten weltweit um die Frage gehen, im Rahmen welcher urbanen Kämpfe und Bewegungen Stadtbewohner*innen in verschiedenen historischen Epochen und globalen Regionen versuchen, ihr ‚Recht auf die Stadt‘ und ihre Vorstellungen einer ‚guten‘ und ‚gerechten‘ Stadt durchzusetzen.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist auf 30 Teilnehmende begrenzt. Erforderlich ist eine Anmeldung per Email an wisogeo@europa-uni.de.

Leistungsnachweis: Aktive Mitarbeit, Referat oder Exzerpte zu Texten im Reader, Hausarbeit


PD Dr. Stephan Lanz

Kulturwissenschaftliche Methoden der kritischen Stadtforschung

Seminar: MASS Forschungsmodul // Urban Studies,   3/6/9 ECTS 

Dienstag,  16.15 - 17.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 16.10.2018, Ort: GD 05

Versteht man urbanen Raum weniger als abgrenzbares Territorium denn als Prozess von sozialen und diskursiven Bedeutungszuschreibungen, bedarf es zu seiner Untersuchung vielgestaltiger Herangehensweisen und Methoden. Als Werkzeuge urbaner Raumanalyse setzen qualitative Methoden auf der Mikroebene des Alltags an, um kulturelles Wissen und gesellschaftliche Handlungsweisen im Kontext der Stadt zu verstehen und zu analysieren. Eine solche qualitative Untersuchung von Stadt kann sich geographischer und ethnographischer, aber auch visueller und künstlerischer Verfahrensweisen der Beobachtung und Kartierung, der Analyse, Interpretation und Dokumentation bedienen.

Das Seminar dient einer kritischen Beschäftigung mit der Praxis der Feldforschung, die Fragen der Repräsentation und Selbstreflexion einschließt. Basierend auf den Forschungsinteressen der teilnehmenden Studierenden werden zu Beginn des Seminars spezifische Methoden gemeinsam ausgewählt. Diese sollen mithilfe der Lektüre methodologischer Texte diskutiert und anhand eigener empirischer Untersuchungen – etwa im Rahmen der Masterarbeit oder durch kleine Feldforschungen als Teil des Seminars - erprobt werden.

Hinweise zur Veranstaltung: Erforderlich ist eine Anmeldung per Email an wisogeo@europa-uni.de.

Leistungsnachweis: Aktive Teilnahme, Durchführung, Präsentation und Verschriftlichung einer eigenständigen empirischen Forschung (ffg. in einer Gruppe).


PD Dr. Stephan Lanz

Postkoloniale Ansätze der Urban Studies

Seminar: MASS Urban Studies // Zentralmodul: Migration, Ethnizität, Ethnozentrismus,  3/6/9 ECTS 

Mittwoch, 11.15 - 12.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 17.10.2018, 11.15-12.45 Uhr, GD 05

Seit ihrer Entstehung im frühen 20. Jahrhundert wurde die internationale Stadtforschung von westeuropäischen und nordamerikanischen Ansätzen dominiert, die ihre Theoriebildung auf „wenige reiche Städte“ (Jennifer Robinson) der Welt ausgerichtet haben. Urbane Prozesse und Konfigurationen in Metropolen wie Paris, Berlin, Chicago, New York oder später Los Angeles wurden als universelle Norm und Normalität gedeutet. Lediglich eine spezifische westliche Form der Urbanität wurde mit Modernität gleichgesetzt. Davon abweichende Städte, insbesondere jene des Globalen Südens, galten aus einer modernisierungstheoretischen oder entwicklungspolitischen Brille als defizitär und als einer nachholenden Modernisierung bedürfend. Zugleich wurde die Verwicklung europäischer Städte in koloniale Regime und Herrschaftsverhältnisse tendenziell ausgeblendet. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten erlangten zunehmend Stimmen Gehör, die eine Postkolonialisierung der Urban Studies einforderten und entsprechende Ansätze entwickelten und erprobten.

Im Seminar diskutieren wir theoretische als auch empirische postkoloniale Herangehensweisen der globalen Stadtforschung. Dabei geht es um Ansätze, die koloniale Muster in gegenwärtigen europäischen Städten aufzeigen ebenso wie um Ansätze, die darauf zielen, die Urban Studies zu dezentrieren, neue globale Geographien der Stadttheorie zu schaffen oder urbane Modernitäten als global zirkulierende Phänomene zu analysieren.

Hinweise zur Veranstaltung: Erforderlich ist eine Anmeldung per E-Mail an wisogeo@europa-uni.de.

Leistungsnachweis: Aktive Teilnahme, Referat, Hausarbeit


PD Dr. Stephan Lanz

Kunst und Gentrifizierung. Ein Forschungsseminar in Kooperation mit dem Projekt `Realty – Vom Versuch die Gentrifizierung zu überwinden´ des KW Institute for Contemporary Art

Seminar: MASS Urban Studies, Forschungsmodul, 3/6/9 ECTS

Block, 1. Veranstaltung: 24.10.2018, 14.00 - 17.00 Uhr, GD 311

Der Zuzug von Künstler*innen in ein bis dahin marginalisiertes innerstädtisches Viertel und dort die Eröffnung von Ateliers, Projekträumen oder Galerien gilt als klassisches Zeichen für eine beginnende Gentrifizierung desselben. An deren Ende steht üblicherweise eine kommerzielle Inwertsetzung der nun veredelten Immobilien, einhergehend mit einer Verdrängung angestammter Bewohner*innen und Gewerbetreibender, die sich die Mieten nicht mehr leisten können.

In den beginnenden 1990er Jahren entwickelte sich das heruntergekommene Scheunenviertel in Berlin Mitte zum Epizentrum einer künstlerischen Subkultur im Postwende-Berlin. Dort eröffnete damals in einer ehemaligen Margarinefabrik das KW Institute for Contemporary Art. Heute prägt ein kommerzielles Galerien-Cluster, hochpreisige Gastronomie und teurer Wohnraum die Gegend – der Prozess der Gentrifizierung ist weitgehend abgeschlossen. Seit 2017 beschäftigt sich nun das am KW Institute angesiedelte Kunstvorhaben ‚REALTY – vom Versuch die Gentrifizierung zu überwinden‘ „mit der Rolle zeitgenössischer Kunst in jüngeren Fällen von Gentrifizierung“. Es soll nicht nur über diese Rolle lamentieren, sondern nach dem „Potential zeitgenössischer Kunst“ fragen, um Strategien und Lösungsansätze zu finden, die „Gentrifizierung zu überwinden“ versuchen.

In Kollaboration mit dem Realty-Projekt und basierend auf einer Einführung in Theorien der Gentrifizierung entwickeln und führen die Teilnehmenden des zweisemestrigen Forschungsseminars eigene empirische Recherchen und ggf. Veranstaltungen zu Zusammenhängen zwischen Kunst und Gentrifizierung in Berlin durch.

Hinweise zur Veranstaltung: Blocktermine werden bekannt gegeben. Erforderlich ist die Bereitschaft zu einer aktiven Mitarbeit und eine Anmeldung per E-Mail an wisogeo@europa-uni.de.

Leistungsnachweis: Durchführung eigener empirischer Recherchen in Kleingruppen, Mitarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen, Forschungsbericht.