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Master of Arts
in European Studies

Lehrveranstaltungen Christiane Barnickel

(Nicht-)Wissen und Politik

3/6/9 ECT

SSeminar: Zentralbereich Kultur / Zentralbereich Politik / WPM 1: Regieren in Europa / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa

Di, 14:15 - 15:45 Uhr Ort: GD 04, Veranstaltungsbeginn: 14.04.2020

Nicht-Wissen wird häufig als der negative, zu überwindende Gegenpart von Wissen und Wissenszuwachs aufgefasst. Damit verbunden ist (auch) eine Vorstellung von objektivem, stetig mehrbarem Wissen. Dem stellen die sich in den letzten Jahren entwickelnden „ignorance studies“ eine differenziertere Perspektive gegenüber. Sie verweisen nicht nur auf die Horizonte von vorher unbekanntem Nicht-Wissen, die sich mit jedem neuen Wissen auftun (vgl. Gross/McGoey 2015: 1), sondern auch auf unterschiedliche Typen von und Umgang mit Nicht-Wissen. Hierzu sind einerseits Begrifflichkeiten wie „falsches Wissen“,„negatives Wissen“ oder „Ignoranz“ von Nicht-Wissen abzugrenzen, andererseits wird (auch) auf die Bedeutung von aktivem oder strategischem Nicht-Wissen verwiesen. „Wissen“ ist in dieser Sicht mitnichten eine objektive Kategorie, sondern bedarf einer Konstruktions- und Stabilisierungsleistung, durch die bspw. Denkstile oder Deutungen bestimmter Gruppen einen hegemonialen Status erlangen können. Ziel des Seminars ist es, vorrangig aus einer theoretischen Perspektive, Wissen und (Nicht-)Wissen in ihrer politischen Relevanz nachzugehen und die Bedeutung von „Wissen“ und „Nicht-Wissen“ für Politik und Demokratie theoretisch informiert genauer zu situieren. Zum einen basiert Politikgestaltung (auch) auf – bestimmtem und umkämpftem – Wissen. Beratungspraktiken mögen ein Versuch sein, vermeintlich objektives Wissen als Entscheidungsgrundlage einzubeziehen. Zum anderen findet politisches Entscheiden häufig unter einer erheblichen Wissensunsicherheit statt, welche mit komplexeren Problemen zunehmend ansteigt (vgl. Korte 2011) und auch das strategische Ignorieren bestimmten Wissens mag in der Politik vorkommen. Um das Verhältnis von (Nicht-)Wissen und Politik genauer zu fassen, befassen wir uns im Seminar mit verschiedenen theoretischen Ansätzen dazu, was „Wissen“ ist bzw. was als solches anerkannt wird, wie es entsteht und hervorgebracht wird und welche Formen von Wissen und Nicht-Wissen zu unterscheiden sind. Dabei werden wir u. a. den Nexus von (Nicht-)Wissen zu Macht, Hegemonie und Institutionen in den Blick nehmen und fragen, welches Wissen eine Rolle spielt und wie Denkstileinstitutionell geprägt sind (vgl. Douglas 1987). In diesem Zusammenhang arbeiten wir auch Formen von „Nicht-Wissen“ und ihre Funktion heraus – auch jenseits von negativ konnotierten Auffassungen, wie sie die Begriffe der fake news, der Ignoranz oder auch des risikobehafteten Entscheidens evozieren mögen.

Literatur: Wehling (Hrsg.) (2015): Vom Nutzen des Nichtwissens. Sozial- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. Gross/McGoey(Hrsg.) (2015): Routledge International Handbook of Ignorance Studies. Proctor/Schiebinger (Hrsg.) (2008): Agnotology: TheMaking and Unmaking of Ignorance. Twellmann (Hrsg.) (2014): Nichtwissen als Ressource.

Leistungsnachweise: Referat, Hausarbeit

Sprache: Deutsch

Diskursnetzwerke in der Europäischen Umweltpolitik. Ein methodenorientiertes Forschungsseminar

6/9 ECTS
Seminar: Zentralbereich Politik / WPM 1: Regieren in Europa
Mo, 11:15 - 12:45 Uhr Ort: GD 201, Veranstaltungsbeginn: 14.10.2019

Nicht erst seit den Fridays For Future Protesten und den Wahlerfolgen grüner Parteien bei den Europawahlen – zumindest in einigen der Mitgliedstaaten der EU – ist Umweltpolitik präsenter in der öffentlichen Debatte. Die Europäische Union bezeichnet sich gerne selbst als Vorreiter im Klimaschutz und dem Verfolgen „grüner“ Politikziele. Demgegenüber attestieren Kritiker, die EU betreibe Greenwashing statt Greening, bspw. im Bereich der Agrarpolitik, und beklagen, dass Richtlinien im Bereich der Umweltpolitik seit Jahren nur unzureichend umgesetzt werden und auch signifikante Konflikte zwischen den Mitgliedstaaten bestehen. Das Seminar nimmt diesen ambivalenten Befund zum Ausgangspunkt und die anstehenden Neuformulierungen der Prioritäten der EU im Zuge des Mehrjährigen Finanzrahmens zum Anlass, umweltpolitische Prioritäten,
Problemdefinitionen, Verantwortungszuschreibungen und Politikvorschläge zu untersuchen. Hier sollen insbesondere Positionen verschiedener Akteure (u.a. nationale und supranationale politische Akteure, Interessengruppen, Zivilgesellschaft) und auf dieser Basis Konflikte und Berührungspunkten bei einzelnen policies herausgearbeitet werden. Hierzu wird im Seminar die Methode der Diskursnetzwerkanalyse erlernt, mit der inhaltliche Positionen unterschiedlicher Akteure identifiziert und sogenannte Diskurskoalitionen rekonstruiert werden können. In der als Forschungsseminar angelegten Veranstaltungen sollen die Studierenden bereits während des Semesters ein diskursnetzwerkanalytisches Forschungsdesign erarbeiten. Da umweltpolitische Fragen in viele Politikfelder hineinragen – bspw. in die Agrar- und die Verkehrspolitik – sind die thematischen Schwerpunkte politikfeldübergreifend angelegt.

Literatur: Jordan/Adelle (Hrsg.) (2013): Environmental Policy in the EU. Actors, Institutions and processes. Cini et al. (Hrsg.) (2016): European Union Politics. Oxford: Oxford University Press. Borgatti et al. (2013): Analyzing social networks.

Teilnahmevoraussetzungen: Neugier und Forschungsinteresse, Zeit und Bereitschaft semesterbegleitend am eigenen Forschungsprojekt zu arbeiten. Zu den Methodensitzungen muss ein eigener Laptop mitgebracht werden, um den Umgang mit den Programmen zu üben.

Leistungsnachweise: Präsentation von Forschungsdesign und -exposé, Hausarbeit

Termine: Mo 14.10.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 21.10.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 28.10.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD201) | Mo 04.11.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 11.11.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 18.11.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 25.11.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 02.12.19 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 16.12.19 9:30 - 13:45 Uhr (GD 04) | Mo 13.01.20 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201) | Mo 27.01.20 9:30 - 13:45 Uhr (GD 04) | Mo 03.02.20 11:15 - 12:45 Uhr (GD 201)

Sprache: Deutsch

Legitimität - Legitimation - Legitimationspolitik
3/6/9 ECTS
Seminar: Zentralbereich Politik / WPM 1: Regieren in Europa
Di, 11:15 - 12:45 Uhr Ort: GD 206, Veranstaltungsbeginn: 16.10.2018

Das Seminar beschäftigt sich mit theoretischen und empirischen Zugängen zur Legitimität von politischen Ordnungen – nationalen und inter-/supranationalen Institutionen, wie der EU –, Institutionen und Politikentscheidungen. Dabei beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Wann und warum sind sie legitimitätsbedürftig? Und unter welchen Umständen ist die Ausübung von „Herrschaft“ legitim? Mit der Legitimationsperspektive gehen wir der Frage nach, über welche Prozesse Legitimität eigentlich „hergestellt“ wird. Hierzu betrachten wir unterschiedliche Praktiken der Legitimation – wie Diskurse und Symbole – und gehen in einem letzten Schritt der Frage nach, wie Politiker bzw. die Institutionen sich und ihre Handlungen legitimieren. Die theoretische Perspektive wird anhand von Fallstudien vertieft. Hier sind unterschiedliche Beispiele – nach den Interessen der Studierenden denkbar – bspw. Legitimation über Symbole (wie Hymnen, Flaggen oder auch architektonische Repräsentationen von Leitideen) oder über die sprachliche Rechtfertigung von Politikentscheidungen in einzelnen Politikfeldern.

Literatur: Geis et al. (2012) (Hg.): Der Aufstieg der Legitimitätspolitik. Rechtfertigung und Kritik politisch-ökonomischer Ordnungen (Leviathan Sonderheft 27/2012). Baden-Baden: Nomos. Kohler-Koch, Beate; Rittberger, Berthold (2007) (Hg.): Debating the democratic legitimacy of the European Union. Lanham: Rowman & Littlefield. Lembcke, Oliver et al (2012 und 2016): Zeitgenössische Demokratietheorie Band 1 und 2. Wiesbaden: VS. Nullmeier, Frank et al. (2010) (Hg.): Prekäre Legitimitäten. Rechtfertigung von Herrschaft in der postnationalen Konstellation. Frankfurt: Campus.
Leistungsnachweise:  Präsentation, Hausarbeit

Demokratie in der Krise? Eine Einführung in die empirische Sozialforschung

Montag 14.15 17:30 14.00-17.30 14-tägig 09.04.18 09.04., 16.04., 30.04., 14.05., 28.05., 11.06., 25.06., 09.07.

"Das Seminar dient dazu, verschiedene Methoden der empirischen Sozialforschung kennenzulernen und an einem eigenen Projekt anzuwenden. Die Grundlagenkenntnisse der empirischen Sozialforschung werden dabei anhand von beispielhaften Fragestellungen zu einem konkreten Forschungsgegenstand – „Krise der Demokratie“ – vermittelt. Denn sowohl die wissenschaftliche als auch die öffentliche Debatte stellt seit längerem die Frage, ob und inwiefern die Demokratie westlicher Prägung in eine Krise geraten ist, wobei sich die „Krisenthese“ sowohl auf Einstellungen und Verhalten der Bürger, als auch auf Umstellungen innerhalb des politischen Systems bezieht.

Ausgehend von einer theoretischen Klärung der Begrifflichkeiten und einem Überblick über gängige Krisendiagnosen nimmt das Seminar diese zum Ausgangspunkt, um zu vermitteln, welche Methoden zur Erfassung empirischer Phänomene zur Verfügung stehen. Hierzu diskutieren wir die Grundlagen des Forschungsprozesses (u.a. Arbeit mit Theorien, Formulierung von Forschungsfragen und Hypothesen) und lernen grundlegende Methoden der empirischen Sozialforschung (u.a. Befragung, Inhaltsanalyse, Netzwerkanalyse) kennen. Daher wird das Seminar 14-tägig als Doppelsitzung angeboten, wobei jeweils die erste Sitzung der Einführung in die Methode dient und in der zweiten Sitzung die Anwendung am Gegenstand erprobt wird.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Vermittlung grundlegender Kenntnisse zu Forschungsdesigns und Methoden und eignet sich besonders für Studierende, die noch keine oder geringe Methodenkenntnisse haben.

Literatur: Atteslander (2010): Methoden der empirischen Sozialforschung. Berlin: Erich Schmidt. Diekmann (2012): Einführung in die empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Reinbek: Rowohlt. Lembcke et al. (2016): Zeitgenössische Demokratietheorie. Band 2: Empirische Demokratietheorien. Wiesbaden: VS. Merkel et al. (2015): Demokratie und Krise. Zum schwierigen Verhältnis von Theorie und Empirie. Wiesbaden: Springer VS.


Ever closer Union? Methodische Zugriffe auf (Des)Integration und (De)Europäisierung

3/6/9 ECTS
Seminar:
ZB Kultur, ZB Politik, WPM 1, WPM 4, WPM 5

Über lange Zeit hat  sich die Europäische Union durch kontinuierliche Erweiterung und Vertiefung zu einer „ever closer  union“ entwickelt. Nicht erst die Entwicklungen des vergangenen Jahres mit der Entscheidung für einen Brexit als dem  herausgehobensten Beispiel legen allerdings nahe, dass sich auf verschiedenen Ebenen gegenläufige Entwicklungen beobachten lassen. Die Begriffe der (Des)Integration und (De)Europäisierung versuchen die gegenläufigen Tendenzen  analytisch zu fassen. Sie beziehen sich dabei auf so verschiedene Objekte wie Institutionen, Einstellungen, Politikfelder  und Diskurse, die sich sowohl auf mitgliedstaatlicher als auch auf EU Ebene wandeln können.
Das Seminar beschäftigt sich damit, wie sich diese Phänomene empirisch untersuchen lassen. Wir verbinden daher die  Arbeit am Gegenstand kontinuierlich mit der Diskussion der Grundlagen des Forschungsprozesses (Arbeit mit Theorien,  Formulierung von Forschungsfragen und Hypothesen,...) und einem Überblick über grundlegende Methoden der empirischen Sozialforschung (bspw. Umfrageforschung, Inhalts und Diskursanalysen). Daher wird das Seminar 14 tägig als Doppelsitzung angeboten, wobei jeweils die erste Sitzung der Einführung in  verschiedene Methoden dient und in der zweiten Sitzung die Anwendung am Gegenstand erpr obt wird. Das Seminar ist  insbesondere geeignet für Studierende, die in ihrem bisherigen Studium noch keine Methodenveranstaltungen besucht  haben.

Literatur:  Atteslander (2010): Methoden der empirischen Sozialforschung. Berlin: Erich Schmidt. Bieling / Lerch (Hrsg.)
(2006): Theorien der europäischen Integration. Wiesbaden: VS. Diekmann (2012): Einführung in die empirische
Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen.  Reinbek: Rowohlt. Graziano / Vink (Hrsg.) (2008):  Europeanization: New research agendas.  Basingstoke: Palgrave Macmillan. Hix (2011): The political system of the  European Union.
Basingstoke: Palgrave.  Holzinger et al. (2005): Die Europäische Union: Theorie n und Analysenkonzepte.  Paderborn: Schöningh.

  • Seminar Postdemokratie und Simulative Demokratie: Crouch und Blühdorn im Vergleich (BA)

  • Seminar Einführung in die qualitative Analyse von Texten: Die diskursive Konstruktion von Legitimität (BA)
  • Seminar Postdemokratie. Demokratie in der Krise? (BA)

  • Seminar Grundlagen der empirischen Sozialforschung Teil A: Theoretische Grundlagen der Erstellung eines Forschungsdesigns (BA, Teil A eines kombinierten Seminars mit Teil B: Einführung in SPSS)

Seminar Theorie und Praxis der empirischen Sozialforschung Teil A: Forschungslogik & Forschungsdesign (MA, Teil A eines kombinierten Seminars mit Teil B: Einführung in SPSS)
ECTS: 3/6/9
ZB Po, ZB Ku

Seminar
Das Seminar bietet einen Überblick und eine Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung. Im Verlauf des Seminars wird der Ablauf eines empirischen sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekts von Entdeckung und Festlegung der Fragestellung, Hypothesenbildung, Operationalisierung sowie Datenerhebung und -auswertung bis hin zu Darstellung und Verbreitung der Ergebnisse nachvollziehbar dargestellt. Dabei arbeiten die Studierenden an einem konkreten Projekt, anhand dessen qualitative wie quantitative Herangehensweisen diskutiert und in forschungspraktischen Übungen erprobt und gefestigt werden. Zudem werden mögliche Vertiefungen und spezielle Methoden vorgestellt sowie forschungspraktische Aspekte diskutiert. Das Seminar richtet sich an Studierende, in deren bisherigem Studium eine sozialwissenschaftliche Methodenausbildung nicht oder nur in geringem Umfang vorgesehen war, oder die ihr vorhandenes Wissen festigen und vertiefen möchten. Das Seminar bildet den Teil A eines kombinierten Seminars. Die beiden Kurse sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich. Daher sollte parallel der Kurs „Theorie und Praxis der empirischen Sozialforschung, Teil B: Statistik und Datenanalyse mit SPSS“ (Dozentinnen: Arnold/Henkel, LS Schwarz) besucht werden. Die beiden Kurse wechseln sich in 14-tägigem Rhythmus ab. Ziel dessen ist es, das in Kurs A erworbene Wissen direkt in Teil B computergestützt umzusetzen. Teil A kann auch unabhängig von Teil B besucht werden, jedoch nicht umgekehrt.

Literatur: Atteslander, Peter, Jürgen Cromm, and Busso Grabow. 2003. Methoden der empirischen Sozialforschung. 10. A. de Gruyter. Flick, Uwe, Ernst von Kardorff, and Ines Steinke. 2005. Qualitative Forschung: Ein Handbuch. 9th ed. Rororo. Gehring, Uwe W., and Cornelia Weins. 2009. Grundkurs Statistik für Politologen und Soziologen. 5, überarb. Aufl. 2010. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Jahn, Detlef. 2006. Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Seminar Grundlagen der empirischen Sozialforschung Teil A: Theoretische Grundlagen der Erstellung eines Forschungsdesigns (BA, Teil A eines kombinierten Seminars mit Teil B: Einführung in SPSS)

8 ECTS
Seminar: BA, Sozialwissenschaften-Vertiefung

Das Seminar führt grundlegend in die empirische Sozialforschung ein. Dabei beschäftigen wir uns zunächst mit den Grundbegriffen sowohl der qualitativen als auch der quantitativen Forschung. Neben der Vermittlung von Grundbegriffen werden Geschichte und Logik qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden erläutert. Im Verlauf des Seminars wird darauf aufbauend der Ablauf eines empirischen sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekts von Entdeckung und Festlegung der Fragestellung über Hypothesenbildung und Operationalisierung bis hin zu Darstellung und Verbreitung der Ergebnisse nachvollziehbar dargestellt. Dies geschieht anhand eines konkreten Projekts, anhand dessen sowohl Fragen des Designs, wie auch der Datenerhebung und –auswertung diskutiert und erprobt werden können.

Ziel des Seminars ist es, in Haus- und Abschlussarbeiten die jeweilige Forschungslogik überzeugend darlegen, eine angemessene Methodik auswählen und sie sinnvoll umsetzen zu können.

Das Seminar bildet den Teil A eines kombinierten Seminars. Die beiden Kurse sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich. Daher sollte parallel der Kurs „Grundlagen der empirischen Sozialforschung, Teil B: Statistik und Datenanalyse mit SPSS“ (Dozentinnen: Arnold/Henkel, LS Schwarz) besucht werden. Die beiden Kurse wechseln sich in 14-tägigem Rhythmus ab. Ziel dessen ist es, das in Kurs A erworbene Wissen direkt in Teil B computergestützt umzusetzen. Teil A kann auch unabhängig von Teil B besucht werden, jedoch nicht umgekehrt.

Literatur: Atteslander, Peter, Jürgen Cromm, and Busso Grabow. 2003. Methoden der empirischen Sozialforschung. 10. A. de Gruyter. Flick, Uwe, Ernst von Kardorff, and Ines Steinke. 2005. Qualitative Forschung: Ein Handbuch. 9th ed. Rororo. Gehring, Uwe W., and Cornelia Weins. 2009. Grundkurs Statistik für Politologen und Soziologen. 5, überarb. Aufl. 2010. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Jahn, Detlef. 2006. Einführung in die vergleichende Politikwissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften.


Protestbewegungen und ihre Lieder aus der Perspektive von Sozialwissenschaft und Linguistik
Barnickel, Christiane / Marienfeld, Benjamin

8 ECTS
Seminar: BA, Sozialwissenschaften-/ Linguistik Vertiefung

Protestierende bedienen sich seit jeher diverser sprachlicher und nicht-sprachlicher Ausdrucksmittel (Modalitäten), um ihrer politischen Position Gehör zu verschaffen. Ein oft eingesetztes Mittel ist das Singen von Liedern: Bob Dylan wollte mit „Masters of War“ ein Zeichen gegen die US-Politik im Kalten Krieg setzen, die irische Band The Cranberries machte mit ihrem Lied „Zombie“ international auf den gewalttätigen Konflikt in Irland aufmerksam und Bands wie Rage Against the Machine widmen gleich ihre gesamte musikalische Karriere dem Protest. 

Dieses interdisziplinäre Seminar widmet sich dem Phänomen Protestbewegungen und ihren Liedern, nimmt aber gleichzeitig neben musikalischen auch weitere Ausdrucksformen in den Blick. Dem Gegenstand nähern wir uns in drei systematischen Schritten. Zuerst werden aus sozialwissenschaftlicher Perspektive theoretische Grundlagen sozialer Bewegungs- und politischer Protestforschung gegeben. Aus linguistischer Perspektive wird beleuchtet, wie Politik und Sprache, sowie andere Mittel der Kommunikation, zusammenhängen. In einem gemeinsamen Ansatz soll dann die Bedeutung von Musik im Protest erarbeitet werden. Im zweiten Teil des Seminars werden interdisziplinäre Ansätze und Methoden zur Analyse von Protestbewegungen und damit verbundenen Diskursen vorgestellt (u.a. Framing, Diskursanalyse, multimodale Metaphernanalyse). Im letzten Teil haben die Studierenden die Möglichkeit in betreuter Gruppenarbeit selbst gewählte Protestbewegungen wissenschaftlich zu analysieren und ihre Ergebnisse in einer abschließenden Blockveranstaltung kreativ zu präsentieren.

Literatur: Schiller, Dietmar (2012): A change is gonna come: Popmusik und Politik: Empirische Beiträge zu einer politikwissenschaftlichen Popmusikforschung. Lahusen, Christian (1996): The Rhetoric of Moral Protest: Public Campaigns, Celebrity Endorsement and Political Mobilization. Snow, David/Soule, Sarah/Kriesi, Hanspeter (Hrsg.) (2004): Blackwell Companion to Social Movements.

Theorien der Europäischen Integration (BA)

Seminarplan


Legitimität in der Europäischen Union: Normative und empirische Ansätze (MA)

Seminarplan

Nationale Parlamente in der EU: Historische Entwicklung, Funktionen, Herausforderungen
ECTS: 3/6/9
ZB Po, WPM 1
Seminar

Nationale Parlamente, die „Herzstücke“ repräsentativer Demokratien, wurden vor noch nicht langer Zeit von prominenter Seite als die „Verlierer“ des europäischen Integrationsprozesses bezeichnet. Demgegenüber betrachten andere den Vertrag von Lissabon als „Vertrag der Parlamente“ und auch das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach die parlamentarische Beteiligung des Bundestags angemahnt. Bei diesen Bedeutungszuweisungen stehen einerseits Fragen der Machtverteilung im Mehrebenenparlamentarismus eine Rolle. Andererseits geht es nicht zuletzt um demokratische und legitimatorische Aspekte europäischer Politik. Das Seminar geht entsprechend den Rollen und Funktionen von Parlamenten in der EU nach. Um sich dem Komplex anzunähern, befasst sich das Seminar in einem ersten Schritt mit der historischen Entwicklung nationaler Parlamente im Integrationsprozess. Zudem wird der theoretische Rahmen abgesteckt, der insbesondere die
Vergleichende Regierungslehre / Parlamentarismustheorie und die Europäisierungsforschung einschließt. Vorrangig am Beispiel des deutschen Bundestags nehmen wir in einem zweiten Schritt die aktuelle Ausgestaltung des Mehrebenenparlamentarismus detailliert unter die Lupe. Dabei geht es sowohl um die formal-rechtliche Position des Bundestags im europäischen und deutschen Recht als auch um die formelle und informelle parlamentarische Praxis der Bearbeitung von EU-Themen. In einem dritten Block wagen wir den Blick über den nationalen Tellerrand und betrachten vergleichend Parlamente anderer Mitgliedstaaten.

Literatur: Abels, G./Eppler, A. (Hg.) (2011):  Auf dem Weg zum Mehrebenenparlamentarismus? Baden-Baden: Nomos. Beichelt, T. (2009):  Deutschland und Europa. Wiesbaden: VS. Graziano, P./ Vink, M. (Hg.) (2008):  Europeanization: New research agendas. Basingstoke: Palgrave. Hix, S. (2011):  The political system of the European Union. Basingstoke: Palgrave. Maurer, A./Wessels, W. (Hg.) (2001):  National Parliaments on their Ways to Europe. Losers or Latecomers? Baden-Baden: Nomos. Sturm, R./Pehle, H. (2012):  Das neue deutsche Regierungssystem. Wiesbaden: VS.  Zeitschrift für Parlamentsfragen 43/2 (2012).

Hinweise zur Veranstaltung: Nähere Informationen unter http://www.kuwi.europa-uni.de/de/studium/master/es/Unser_Team/wiss_mitarbeiter_hiwi/Christiane-Barnickel/Seminare/index.htmlTeilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse der institutionellen Ordnung der EU sowie des deutschen politischen Systems Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit


Seminarplan

Einführung in die empirische Sozialforschung
Timm Beichelt/Christiane Barnickel/Susann Worschech

Seminarplan

 

Seminar Legitimität in der Europäischen Union: normative und empirische Ansätze (MA)


3/6/9 ECTS
ZB Po, WPM 1
Seminar

Die andauernde Debatte – sowohl in Wissenschaft als auch Öffentlichkeit – um das „Demokratiedefizit“ der Europäischen Union hat eine Vielfalt von Diagnosen zu Tage gebracht. Lange Zeit wurden im Nationalstaat entwickelte Standards der demokratisc hen Legitimität auf die EU übertragen und dann  zumeist ein „Defizit“ postuliert. Andere Ansätze ge hen von einer Legitimität, auch jenseits demokratischer Normen aus. Diesen verschiedenen normativen Begründungsmustern zur Legitimierung oder  Delegitimierung wendet sich das Seminar zu und diskutiert die Frage nach der Legitimität der EU und  europäischen Regierens. Dabei kombinieren wir normative Theorie mit empirischen Forschungsergebnissen. In einem ersten Teil widmet sich das Seminar den theoretischen, begrifflichen und analytischen Grundlagen. Vor diesem Hintergrund wenden wir uns in einem zweiten Schritt normativen Ansätzen der Legitimitätstheorie, bezogen auf Europa, zu. In einem abschließenden Teil fragen wir aus  dem Blickwinkel der empirischen Legitimationsforschung nach der Legitimität der EU.

Literatur: Graziano, Paolo/ Vink, Maarten (Hrsg.) (2008): Europeanization: New research agendas. Basingstoke: Palgrave Macmillan; Hix, Simon (2011): The political system of the European Union. Basingstoke: Palgrave Macmillan.  Kohler-Koch, Beate/ Rittberger, Berthold (Hrsg.) (2007): Debating the democratic legitimacy of the European Union. Lanham: Rowman & Littlefield; Wiener Antje/ Diez, Thomas (Hrsg.) (2005): European Integration Theory. Oxford: Oxford University Press;Vertragliche Grundlagen der EU; Eurobarometer-Daten sind abrufbar unter: http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htmWeitere Literaturhin-weise/Readertexte werden im Seminar bekannt gegeben.

Seminar Forschungs- und Methodenkolloquium (kombiniertes Kolloquium und Methodenseminar für MA, zusammen mit Timm Beichelt und Susann Worschech)