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Master of Arts
in European Studies

Lehrveranstaltungen

Oder Florida: Die unabgeschlossene Transformation in Ostdeutschland

3/6/9 ECTS

Blockveranstaltung: Zentralbereich Kultur / Zentralbereich Politik / WPM 4: Regionalentwicklung in Europa / WPM 4: Stadt, Region und Grenze in Europa / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa

Mi, 14-täglich, 9:30 - 13 Uhr Ort: GD 07, Veranstaltungsbeginn: 10.04.2019

In seinem Roman „Oder Florida“ beschreibt der in Frankfurt (Oder) geborene und aufgewachsene ZEIT-Autor Christian Bangel die Brüche, Verwerfungen und auch entstehenden Freiräume, die sich im ersten Nachwende-Jahrzehnt an vielen Orten Ostdeutschlands beobachten ließen. Das Schwanken der Hauptfigur zwischen neuen Möglichkeiten und der eigenen Orientierungslosigkeit der ‚Wendekinder-Generation‘ wie auch ihrer Eltern, das Erstarken der rechtsextremen Szene, Identitätsfragen, Demütigungs- aber auch Resilienzerfahrungen verweisen auf jene Aspekte der ostdeutschen Transformation, die heute – 20 Jahre nach dem im Roman beschriebenen Zeitfenster – intensiver denn je diskutiert werden. „Oder Florida“ ist ein Teil der aktuellen belletristisch-journalistischen ‚Wiederentdeckung‘ der Ambivalenzen der Post-Transformation, die sich auch in Publikationen wie „Wer wir sind“ ( Jana Hensel & Wolfgang Engler, 2018) oder „Eisenkinder“ (Sabine Rennefanz, 2013) spiegelt. Zugleich werden in der jüngeren sozialwissenschaftlichen Debatte neue Fragen gestellt und Perspektiven eingenommen, welche die unintendierten Effekte des sozialen Wandels in (Ost-)Deutschland, die Exklusion spezifisch ostdeutscher Erfahrungen aus bundesdeutschen Narrativen, die Unterrepräsentation Ostdeutscher in gesellschaftlichen Eliten oder auch Parallelen zwischen Deutschen mit Transformations- oder Migrationserfahrung thematisieren. In diesem Seminar werden wir uns anhand des Romans „Oder Florida“ mit den verschiedenen Aspekten der unabgeschlossenen Transformation Ostdeutschlands befassen. Dabei stehen im theoretischen Teil unter anderem die Fragen im Vordergrund, wie die klassische Transformationstheorie den sozialen Wandel in Ostdeutschland begleitet und beschrieben hat (auch im Vergleich zu anderen postsozialistischen Gesellschaften), welche sozialstrukturellen Besonderheiten und Parallelen die unabgeschlossene Transformation kennzeichnen, wie heutige Deprivations- oder Extremismusphänomene aus resonanz- und anerkennungstheoretischer Perspektive zu erklären sind – aber auch, inwiefern Posttransformationsgesellschaften eine spezifische demokratische Kultur herausbilden. Das Seminar wird gemeinsam mit dem Autor und Journalisten Christian Bangel durchgeführt, der den Studierenden auch Einblicke in die journalistische Praxis und Bearbeitung des gesellschaftlichen Zeitgeschehens präsentiert. Mit Hilfe von Ansätzen der Biographie- und Elitenforschung erstellen die Studierenden eigene Kurzstudien oder Portraits von Akteuren oder sozialen Konstellationen der Post-Transformationsgesellschaft.

Literatur: Bangel, Christian (2017): Oder Florida. Roman. Originalausgabe. München: Piper; Kollmorgen, R., Koch, F. & Dienel, H.- L. (2010). Einheit und Diskurs: Die Kommunikation über Ostdeutschland und die deutsche Vereinigung (1., Auflage). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Hinweise zur Veranstaltung/zum Blockseminar: Max. 30 Teilnehmer*innen; Anmeldung ab 15.03.2019 bis 05.04.2019 an worschech@europa-uni.de.

Leistungsnachweise: Vortrag & Kommentar; Hausarbeit; Empirische Arbeit während des Semesters

Termine: Mi 10.04.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 24.04.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 08.05.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 22.05.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 05.06.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 12.06.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 26.06.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07) | Mi 10.07.19 9:30 - 13 Uhr (GD 07)


Empirisches Forschungsseminar: Partizipation und Stadtentwicklung in  Grenzregionen

6/9 ECTS

Seminar: Zentralbereich Kultur / Zentralbereich Politik / WPM 1: Regieren in Europa / WPM 3: Migration, Ethnizität, Ethnozentrismus / WPM 4: Regionalentwicklung in Europa / WPM 4: Stadt, Region und Grenze in Europa / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa / Praxismodul: praxisrelevante Fertigkeiten Fr, 14-täglich, 10 - 14 Uhr Ort: GD 302, Veranstaltungsbeginn: 12.04.2019

In diesem Forschungs- bzw. Projektseminar geht es darum, einen realen sozialwissenschaftlichen Beitrag zur Fortschreibung der Kulturentwicklungsplanung der Stadt Frankfurt (Oder) zu leisten. Das Ziel des Seminars ist es, eine empirische Studie zu erstellen, die Empfehlungen für die Kulturpolitik und –akteure der Stadt Frankfurt (Oder) enthält. Das Seminar gibt damit einen Einblick in ‚echte’ sozialwissenschaftliche Politikberatung und auftragsgebundene empirische Analyse, wie sie in zahlreichen Berufsfeldern für Sozialwissenschaftler*innen vorkommt. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung werden zunächst strategische, inhaltliche und kulturpolitische Planungsansätze der aktuellen Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Frankfurt (Oder) präsentiert und diskutiert. Parallel dazu werden wir uns intensiv mit partizipativer Stadtentwicklung, Ansätzen lokaler Selbstverwaltung und der Rolle von Kultur und Zivilgesellschaft in Städten befassen, um dann in einem praktischen Teil a) Instrumente partizipativer Stadtentwicklung umzusetzen und b) in der Stadtgesellschaft Bedarfe und Ideen bzgl. der Kultur und ihrer strategischen Entwicklung auf lokaler Ebene zu erfassen. Damit verfolgt das Seminar das Ziel, Partizipation auf lokaler Ebene zu diskutieren und umzusetzen. Es soll ein Kultur-Diskurs mit Bürgerinnnen und Bürgern zur Kulturlandschaft in Frankfurt (Oder) geführt werden, um das hiesige Angebot besser an ihren Bedürfnissen auszurichten. Wie wird die Kultur unserer Stadt von ihren Einwohnern wahrgenommen und welche Erwartungen stellen sie an die Kulturlandschaft? Mittels einer sozialwissenschaftlichen Studie sollen Antworten auf diese Fragen gefunden und der Stadt Aufschluss über Bedarfe und mögliche Entwicklungen präsentiert werden. Für diesen Teil werden wir uns intensiv mit Methoden empirischer Sozialforschung, insbesondere mit verschiedenen Arten von Befragungen, auseinandersetzen, Daten erheben sowie auswerten. Das Seminar ist damit zugleich ein Einführungskurs in sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden. Eine aktive Mitarbeit gerade auch am empirischen Teil der Datenerhebung und - auswertung ist unabdingbar.

Literatur: Nanz, Patrizia, und Miriam Fritsche. 2012. Handbuch Bürgerbeteiligung: Verfahren und Akteure, Chancen und Grenzen. Schriftenreihe, Band 1200. Bonn (als PDF verfügbar unter https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/ Handbuch_Buergerbeteiligung.pdf) Diekmann, Andreas. 2012. Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen. 6. Auflage, März 2012: rororo. Porst., Rolf. 2009. Fragebogen: Ein Arbeitsbuch. 2. Aufl. Lehrbuch. Wiesbaden: VS, Verlag für Sozialwissenschaften.

Hinweise zur Veranstaltung/zum Blockseminar: Max. 30 Teilnehmer*innen, Anmeldung ab 15.03.19 bis spätestens 05.04.19 an worschech@europa-uni.de.

Leistungsnachweise: Vortrag und Kommentar; Forschungsexposé, Durchführung der empirischen Forschung; Erstellen eines Berichts mit Empfehlungen

Termine: Fr 12.04.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 26.04.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 10.05.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 24.05.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 07.06.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 14.06.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 28.06.19 10 - 14 Uhr (GD 302) | Fr 05.07.19 10 - 14 Uhr (GD 302)

Projektseminar: Netzwerke lokaler Partizipation
6/9 ECTS
Seminar: Zentralbereich Politik / WPM 1: Regieren in Europa / WPM 4: Regionalentwicklung in Europa /
WPM 4: Stadt, Region und Grenze in Europa / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Fr, 14-täglich, 10:30 - 14 Uhr Ort: GD 302, Veranstaltungsbeginn: 19.10.2018

In diesem Seminar geht es darum, verschiedene Modelle lokaler Beteiligung an Stadtentwicklung, sozialen Projekten oder lokaler Politik kennenzulernen. Auf der Basis der Beschäftigung mit Texten zu Top-Down- oder Bottom-Up-Modellen politischer Partizipation werden die Studierenden im Raum Frankfurt und Ostbrandenburg Modelle und Ansätze analysieren: warum beteiligen sich Menschen in welchen Modellen, wer beteiligt sich? Wie verändert Beteiligung ggf. Verständnisse von Demokratie und Gemeinwesen, aber auch politische Verfahren selbst? Inwiefern ändern sich Anforderungen an Transparenz und Öffentlichkeit von Politik, wo sind Grenzen dessen? Die Arbeit im Projektseminar beinhaltet auch die empirische Datenerhebung, Gespräche mit Akteuren vor Ort und den inhaltlichen Abgleich mit Partizipationspolitiken auf lokaler, regionaler, nationaler und EU-Ebene. Methodologisch werden die Partizipationsformen vergleichend und in Form von Netzwerken erhoben, daher bietet dieser Kurs zugleich eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Netzwerkanalyse.

Literatur: Bender, Christiane; Graßl, Hans (2015): Losverfahren: Ein Beitrag zur Stärkung der Demokratie? In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) (38-39). Online verfügbar unter http://www.bpb.de/apuz/191195/losverfahren-ein-beitrag-zur-staerkung-der-demokratie?p=all. Trenz, Hans-Jörg. 2009. “European civil society: Between participation, representation and discourse.” Policy and Society 28 (1): 35–46. doi:10.1016/j.polsoc.2009.02.004. Fuhse, Jan A. 2016. Soziale Netzwerke: Konzepte und Forschungsmethoden. 1st ed. Konstanz: UTB.
HinweisezurVeranstaltung/zumBlockseminar: Max. 25 Teilnehmer*innnen; Anmeldung ab 1.10.19 bis 15.10.19 an worschech@europa-uni.de.
Leistungsnachweise: Referate, aktive Mitarbeit, Präsentation der Forschungsarbeiten im Seminar, Hausarbeit


Einführung in die Europasoziologie. Institutionen - Gesellschaft - Sozialer Wandel
6 ECTS
Vorlesung:
GM1: Einführung europäische Geschichte
Mi, 11:15 - 12:45 Uhr Ort: AM 03, Veranstaltungsbeginn: 17.10.2018

Gibt es eine europäische Gesellschaft und eine europäische Identität? Wie entstehen transnationale soziale Bewegungen, Normen und Institutionen in Europa? Führen Populismus, Brexit und Krisen zu weniger oder mehr Europa, und was heißt das überhaupt? In der soziologischen Perspektive ist Europa ein sozialer Raum, der von Verflechtungen, Verdichtungen und Entkopplungen innerhalb spezifischer ökonomischer, rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen geprägt ist. Diesen Verflechtungen liegen Handlungslogiken und Sinnstrukturen zu Grunde, die in Bezug auf Nationalstaaten entstanden sind, sich aber transnational entfalten und damit Europa immer wieder neu konstituieren. In dieser Einführungsvorlesung in die Europasoziologie werden die zentralen Konzepte und soziologischen Grundlagen vorgestellt, auf denen ein solches Verständnis beruht. Die Europasoziologie greift auf ein großes Repertoire an Organisations-, Handlungs- und Konflikttheorien zurück, um die oftmals ambivalenten Prozesse der europäischen Vergesellschaftung zu beschreiben. Diese Ansätze werden mit Blick auf die Entstehung von Institutionen und Organisationen, von gesellschaftlichen Narrativen und sozialen Praktiken der Europäisierung, sowie hinsichtlich sozialem Wandel und Protest vorgestellt.
Literatur: Bach, M., & Hönig, B. (Eds.). (2017). Handbuch Europasoziologie: Nomos Verlagsgesellschaft Mbh & Co.

Leistungsnachweise: Klausur

Externe Demokratieförderung

Dienstag 11.15 12.45 11-13 Uhr wöchentlich

Sind die prodemokratischen Revolutionen in der Ukraine, in Georgien, Kirgistan und anderswo „vom Westen“ unterstützt worden, und wenn ja, mit welchem Ziel? Haben die USA der Ukraine wirklich 5 Milliarden US$ gegeben, und wenn ja, wer hat dieses Geld bekommen und dann was damit gemacht? Kann man Demokratie von außen überhaupt fördern oder gar erzwingen?
Die externe Demokratieförderung ist spätestens seit dem Euromaidan ein sehr konträr diskutiertes Thema. Während es von manchen als sinnvolles Instrument einer sich als „soft power“ verstehenden Außenpolitik eingeschätzt wird, sehen andere darin ein Instrument zur Herbeiführung gewaltsamer Aufstände. Jenseits dieser polarisierenden Debatte zeigt sich aber, dass es „die“ Demokratieförderung nicht gibt, sondern viele verschiedene Strategien und noch weit mehr Akteure, als in aufgeregten Diskussionen überlicherweise genannt werden. In diesem Seminar werden wir uns daher intensiv mit Strukturen, Intentionen und Mechanismen der externen Demokratieförderung auseinandersetzen, verschiedenste Akteure der Demokratieförderung auf der Geber- wie Empfängerseite kennenlernen, intendierte und nicht-intendierte Effekte diskutieren und das Politikfeld der Demokratieförderung als außenpolitisches Instrument von Nationalstaaten, aber auch der EU analysieren. Das Ziel des Seminars ist es, in zahlreichen Fallstudien und theoriebasiert ein differenzierendes und kritisches Bild der Vielfalt externer Demokratieförderung und ihrer (möglichen) Auswirkungen zu erarbeiten.

Literatur: Beichelt, T., I. Hahn-Fuhr, F. Schimmelfennig & S. Worschech (Hrsg.), 2014: Civil Society and Democracy Promotion. Basingstoke, Hampshire: Palgrave Macmillan. BÖRZEL, Tanja A. and SCHIMMELFENNIG, Frank (2017) ‘Coming together or drifting apart?: The EU’s political integration capacity in Eastern Europe’, Journal of European Public Policy 24(2): 278–96.


Soziale Bewegungen in Europa

Freitag  10:15-13:45 Uhr 14-täglich

In diesem empirischen Forschungsseminar soll einerseits das Phänomen „Soziale Bewegungen“ theoretisch wie empirisch betrachtet und analysiert werden, andererseits geht es darum, grundlegende Kenntnisse zu Methoden empirischer Sozialforschung zu erwerben und diese sicher anzuwenden.
In theoretisch-konzeptioneller Hinsicht werden verschiedene Theorieansäte diskutiert, mit denen sich Soziale Bewegungen, ihre Mobilisierungsstrategien, ihre Entstehungskontexte und Bedingungen für Erfolg oder Zerfall analysieren lassen. Dafür bietet die Bewegungsforschung ein breites theoretisches Repertoire, das sich auf lokale bis globale, linke bis rechte Bewegungen anwenden lässt.
Im Seminar werden die TeilnehmerInnen in kleinen Arbeitsgruppen selbstgewählte Fallstudien zu Sozialen Bewegungen oder Protesten erarbeiten. Anhand dieser Fallstudien werden zentrale methodische Fragen erläutert: Wie gestalte ich ein empirisches Forschungsdesign? Wie macht man eine saubere Operationalisierung? Welche qualitativen und quantitativen Erhebungsmethoden gibt es und was ist bei der Datenerhebung zu beachten? Welche Auswertungsverfahren bieten sich für welche Daten und welches Erkenntnisinteresse an? Welche statistischen Ansätze und Verfahren sollte man kennen?

Literatur: Della Porta, D. & M. Diani, 2006: Social movements. An introduction. Oxford, Malden, Mass.: Blackwell Publishers.
Kern, T., 2008: Soziale Bewegungen: Ursachen, Wirkungen, Mechanismen: VS, Verl. für Sozialwiss.
Diekmann, A., 2012: Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen: rororo.
Diaz-Bone, R., 2006: Statistik für Soziologen. UTB basics: UTB, Stuttgart.



Einführung in die Europasoziologie Institutionen - Gesellschaft - Sozialer Wandel
Vorlesung: GM 1

Gibt es eine europäische Gesellschaft und eine europäische Identität? Wie entstehen transnationale soziale Bewegungen,
Normen und Institutionen in Europa? Führen Populismus, Brexit und Krisen zu weniger oder mehr Europa, und was heißt das überhaupt? In der soziologischen Perspektive ist Europa ein sozialer Raum, der von Verflechtungen, Verdichtungen und ntkopplungen innerhalb spezifischer ökonomischer, rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen geprägt ist. Diesen Verflechtungen liegen Handlungslogiken und Sinnstrukturen zu Grunde, die in Bezug auf Nationalstaaten entstanden sind, sich aber transnational entfalten und damit Europa immer wieder neu konstituieren. In dieser Einführungsvorlesung in die uropasoziologie werden die zentralen Konzepte und soziologischen Grundlagen vorgestellt, auf denen ein solches Verständnis beruht. Die Europasoziologie greift auf ein großes Repertoire an Organisations, Handlungs und Konflikttheorien zurück, um die oftmals ambivalenten Prozesse der europäischen Vergesellschaftung zu beschreiben. Diese Ansätze werden mit Blick auf die Entstehung von Institutionen und Organisationen, von gesellschaftlichen Narrativen und sozialen Praktiken der Europäisierung, sowie hinsichtlich sozialem Wandel und Protest vorgestellt.

Literatur: Kauppi, Niilo (Hg.) (2013): A political sociology of transnational Europe. Colchester, UK: ECPR Press (ECPR studies in European political science). Börner, Stefanie; Eigmüller, Monika (Hg.) (2015): European integration, processes of change and the national experience. Houndmills, Basingstoke Hampshire, New York, NY: Palgrave Macmillan (Palgrave studies in European political sociology).

Leistungsnachweis: Klausur

Evaluation


Fallstudienseminar zur EU-Außenpolitik
6/9 ECTS
Seminar:  ZB Po, WPM 1
Block, Ort: GD 302,
Veranstaltungsbeginn: 20.10.2017

In diesem Seminar geht es darum, Funktionalprobleme der EU- Außenpolitik kennenzulernen. Dafür werden die Studierenden in Kleingruppen komplexe Fälle bearbeiten, welche die verschiedensten Politikbereiche, Akteure und Instrumente der EU- Außenpolitik einbeziehen. Diese Fälle werden während des Semesters bearbeitet, im Seminar diskutiert und auf einem bschlusssymposium präsentiert. Die Basis für die empirische Fallstudienbearbeitung bilden Texte und Diskussionen zum Aufbau der EU - Außenpolitik sowie eine intensive Auseinandersetzung mit der Methodik der Fallstudie. Für die Bearbei tung der empirischen Fälle ist eine Zusammenarbeit mit diversen außenpolitischen Akteuren (u.a. Ministerien) angestrebt allerdings noch nicht gesichert). Die Bereitschaft, auch außerhalb der Seminarzeiten in Kleingruppen konstruktiv an den Fällen zu arbei ten, ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am Fallstudienseminar. Da die maximale TeilnehmerInnenzahl bei 25 liegt, ist eine verbindliche Anmeldung per Email an worschech@europa-uni.de erforderlich.

Literatur: Müller -Brandeck, Gisela; Rüger, Carolin (2015): Die Aussenpolitik der EU.
Berlin: De Gruyter Oldenbourg.;George, A.L. & A. Bennett, 2005: Case Studies and Theory Development in the Social Sciences: Mit Press.


Teilnahmevoraussetzungen: regelmäßige Teilnahme, Bereitschaft zur Arbeit in Kleingruppen außerhalb der Seminarzeiten und zur Präsentation der Ergebnisse

Hinweise zur Veranstaltung: Anmeldung bis 15.10.2017 an worschech@europa-uni.de

Leistungsnachweis: regelmäßige Teilnahme, Fallbearbeitung (Kleingruppen), Präsentation des Zwischenstandes,
Präsentation auf Abschlusssymposium, Hausarbeit (Fallstudie)

Evaluation

Zivilgesellschaft in Europa. Ein empirisches Forschungsseminar
3/6/9 ECTS

Seminar:
ZB Kultur, ZB Politik, WPM 4, WPM 5

In diesem empirischen Forschungsseminar soll einerseits das Phänomen „Zivilgesellschaft in Europa“ theoretisch wie
empirisch betrachtet und analysiert werden, andererseits geht es darum, grundlegende Kenntnisse zu Methoden empirischer Sozialforschung zu erwerben und diese sicher anzuwenden. Dafür ist geplant, dass die TeilnehmerInnen in  kleinen Arbeitsgruppen selbstgewählte Fallstudien zu Formen und Funktionen von Partizipation und Protest in Europa erarbeiten. Anhand dieser Fallstudien werden zentrale methodische Fragen erläutert: Wie gestalte ich ein empirisches Forschungsdesign? Wie macht man eine saubere Operationalisierung? Welche qualitativen und quantitativen Erhebungsmethoden gibt es und was ist bei der Datenerhebung zu beachten? Welche Auswertungsverfahren bieten sich für welche Daten und welches Erkenntnisinteresse an? Welche statistischen Ansätze und Verfahren sollte man kennen? Ziel des Seminars ist, dass die TeilnehmerInnen (a) vertiefte Kenntnisse über Theorien, Erscheinungsformen und  Funktionen von Zivilgesellschaft in unterschiedlichen regionalen oder politischen Kontexten gewinnen und (b) sich  zugleich durch die Fallstudienarbeit mit möglichen Vorgehensweisen empirischer Forschung vertraut machen.

Literatur: Alexander, J.C., 2006: The civil sphere. Oxford: Oxford Univ. Press.; Beichelt, T., I. Hahn -Fuhr, F. Schimmelfennig & S. Worschech (Hrsg.), 2014: Civil Society and Democracy Promotion.  Basingstoke, Hampshire: Palgrave Macmillan. ; Diekmann, A., 2012: Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen: rororo. Diaz-Bone, R., 2006:  Statistik für Soziologen. UTB basics: UTB, Stuttgart.

Teilnahmevoraussetzungen:  Bereitschaft zur Erarbeitung der  Fallstudien in Kleingruppen (außerhalb der Seminarzeit),  Interesse an sozialwissenschaftlicher Methodik

Hinweise zur Veranstaltung: Teilnahmebegrenzung: max. 30 Personen. Bitte bis zum 14.04.2017 anmelden unter
worschech@europa-uni.de

Hinweise zum Blockseminar: Vorbesprechung: 21.04.2017, Seminartermine: 5.5.; 12.5.; 19.5.; 16.6.; 23.6.; 30.6.; 7.7.
Leistungsnachweis:  Referat, Hausarbeit (Fallstudie, die bereits während des Semesters begonnen wird)
Sprache: Deutsch

Evaluation

Einführung in die sozialwissenschaftliche Netzwerkanalyse

3/6/9 ECTS
Seminar
ZB Kultur, ZB Politik, WPM 1, WPM 3, WPM 5, WPM 6

In diesem Seminar werden theoretische und methodische Grundlagen der Netzwerkanalyse vermittelt. Das Ziel ist die Planung und Umsetzung eines eigenen netzwerkanalytischen Forschungsprojektes. Der Begriff „Netzwerk“ ist eine der gebräuchlichsten Metaphern in Wirtschaft, Politik und auch in den Sozialwissenschaften. Die soziale Netzwerkanalyse (SNA) erfasst Netzwerke nicht nur metaphorisch, sondern analytisch, indem Beziehungen zwischen Akteuren, deren Muster und Bedeutungen betrachtet werden. Soziale Strukturen wie Gruppen, Organisationen, politische Entscheidungsträger, Märkte oder soziale Bewegungen können als Netzwerke verstanden und hinsichtlich weiterer Konzepte wie z.B. Sozialkapital oder Machtdynamiken analysiert werden. In letzter Zeit wurde das methodische Spektrum der SNA erheblich erweitert und differenziert, sodass quantitative wie qualitative Erhebungs und Auswertungsmethoden die Interaktionsmuster sichtbar machen. Parallel zur Ausdifferenzierung der Methodik hat sich die Relationale Soziologie  als theoretischer Rahmen der SNA entwickelt. Der Fokus auf Strukturen sozialen Handelns, aber auch der  Einbezug kultureller Aspekte und phänomenologischer Ansätze in die Netzwerktheorie spiegelt neuere Entwicklungen eines neuen, sich herausbildenden theoretischen Paradigmas. Der Kurs ist begrenzt auf 25 TeilnehmerInnen. Es ist eine Anmeldung  erforderlich; diese ist ab sofort per Email (worschech@europauni.de) möglich.

Literatur: Fuhse, J.A., 2016: Soziale Netzwerke. Konzepte und Forschungsmethoden.  Konstanz, Konstanz: UTB; UVK., Mützel, S. & J.A. Fuhse (Hrsg.), 2010: Relationale Soziologie.  zur kulturellen Wende der Netzwerkforschung. Wiesbaden: VS Verlag für  Sozialwissenschaften., Emirbayer, M., 1997: Manifesto for a relational sociology. American Journal of Sociology: 281–317., Borgatti, S.P., M.G. Everett & J.C. Johnson, 2013: Analyzing  social networks. Los Angeles [i.e. Thousand Oaks, Calif.], London: Sage Publications.

Teilnahmevoraussetzungen:  Grundkenntnisse in empirischer Sozialforschung sind hilfreich. Hinweise zum Blockseminar:
14.10. (Vorbesprechung), 21.10.16, 4.11.16, 18.11.16, 2.12.16,  16.12.16, 13.1.17, 27.1.17
Leistungsnachweis:  Referat, Essays, Hausarbeit (je nach ECTS-Zahl)


Europasoziologie: Institutionen- Gesellschaft- Sozialer Wandel in Europa

3/6 ECTS
Vorlesung:GM 1
11:00 Uhr, Ort: GD 312

Gibt es eine europäische Gesellschaft und eine europäische Identität? Wie entstehen transnationale soziale Bewegungen, Normen und Institutionen in Europa? Führt der Brexit zu „mehr Europa“, und was heißt das überhaupt? In diesem Einführungsseminar in die Europasoziologie geht es darum, Europäisierung und Ent-Europäisierung als horizontale  Vergesellschaftungsprozesse zu verstehen. Europa ist in der soziologischen Perspektive ein  sozialer Raum, der von Verflechtungen, Verdichtungen und Entkopplungen innerhalb spezifischer ökonomischer, rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen geprägt ist.  Diesen Verflechtungen liegen Handlungslogiken und Sinnstrukturen zu Grunde, die in Bezug  auf Nationalstaaten entstanden sind, sich aber transnational entfalten und damit Europa immer wieder neu konstituieren. Die Europasoziologie, deren Konturen als eigenständige Subdisziplin derzeit in mehreren großen Forschungsprojekten geschärft werden, greift auf ein großes Repertoire an Organisations, Handlungs und Konflikttheorien zurück, um die oftmals ambivalenten  Prozesse der Europäisierung zu beschreiben. Diese Ansätze sollen im Seminar mit Blick auf  die Entstehung von Institutionen und Organisationen, auf die Existenz und Konkurrenz von Europa-Narrativen und sozialen Praktiken, sowie bezüglich Sozialstruktur, Inklusion und Abgrenzung in Europa kennengelernt und diskutiert werden.

Literatur:  Heidenreich, Martin, ed. (2014) Krise der europäischen Vergesellschaftung?:
Soziologische Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS. Berliner Journal für Soziologie, Vol. 26/1, March 2016

Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit

Evaluation (Dienstag)
Evaluation (Mittwoch)

Populismus in Europa. Ein empirisches Forschungsseminar
3/6/9 ECTS
Seminar: ZB Kultur, ZB Politik,  WPM 1, WPM 3, WPM 5

Populismus gilt als ein Symptom der Krise demokratischer Gesellschaften und wird als Mobilisierungsstrategie betrachtet, die bewusst radikal vereinfachend „das Volk“ als idealisiertes Kollektiv gegen „die da oben“ –also gegen politische, ökonomische oder auch kulturelle Eliten– verteidigt. Da populistische Strategien oft nicht nur bestimmte Eliten, sondern auch gleich komplexere politische Prozesse und demokratische Institutionen als illegitim darstellen, gilt Populismus als Gefahr für Demokratien. Die jüngere Populismusforschung hingegen sieht in Anlehnung als konfliktsoziologische Ansätze im populismus aber auch ein positives Entwicklungspotenzial für  Demokratien. In diesem Forschungsseminar soll diesen ambivalenten Einschätzungen des Populismus nachgegangen werden, indem Fallstudien zu populistischen Bewegungen und Regierungen in Europa erarbeitet werden. Dies kann nationalstaatliche Phänomene ebenso einschließen wie transnational aktive populistische Bewegungen und Netzwerke. Da es sich um ein Forschungsseminar handelt, werden parallel zur Erarbeitung der einzelnen Fälle  systematisch Grundlagen der Methoden Empirischer Sozialforschung vermittelt beginnend mit der Forschungslogik in den Sozialwissenschaften über Fragen zur Verwendung von Theorien und Modellen und der Formulierung von Hypothesen und Forschungsfragen bis hin zur atenerhebung und auswertung. In den 14 tägigen Blockveranstaltungen ist dabei der erste Teil für die Methodenausbildung vorgesehen, und im zweiten Teil erfolgt die Anwendung direkt am Thema Populismus in den jeweiligen Fallstudien.

Literatur: Decker, F., 2006: Populismus. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv? Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Canovan, M., 1981: Populism. London: Junction Books. Canovan, M., 1999: Trust the People! Populism and the Two Faces of Democracy. Political Studies 47: 2–16.Coser, Lewis A. (1965): Theorie sozialer Konflikte. Neuwied am Rhein [u.a.]: Luchterhand. Diekmann, A., 2006: Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen: Rowohlt
Tb.

Teilnahmevoraussetzungen: Anmeldung bis zum 12.04.2016 per Email an worschech@europa-uni.de.
Hinweise zur Veranstaltung: Anmeldung erforderlich bis zum 12.04.2016 per Email an worschech@europa-uni.de.

Evaluation

Die Ukraine in transnationalen Netzwerken
3/6/9 ECTS
ZB Ku, WPM 1, WPM 4, WPM 5
Seminar

Nicht erst seit dem Euromaidan wird für die Ukraine das Bild einer zwischen west - und osteuropäischen Entwicklungspfaden zerrissenen Gesellschaft bemüht. Die historische Fragmentierung und Zuge hörigkeit der Ukraine zu verschiedenen Herrschaftssystemen, die Multilingualität und vielfache kulturelle Einflüsse prägen das Land und die Gesellschaft. Es stellt sich daher die Frage: Wie „ukrainisch“ ist die Ukraine- oder anders gefragt, welche transnationalen Einflüsse, Beziehungen, Konflikte prägen die ukrainische Gesellschaft? Welche transnationalen Verbindungen im Wirtschafts- und Finanzsystem stützen die Oligarchie? Welchen Einfluss haben externe Demokratieförderer auf Zivilgesellschaft und Politik ? Welche Rolle spielt die ukrainische Diaspora weltweit für die politische Entwicklung der Ukraine? In diesem Forschungsseminar sollen die transnationalen Beziehungen der Ukraine genauer betrachtet und in kleinen Projekten empirisch analysiert werden. Entsprechend der Thematik wird das Seminar eine Einführung in Theorie und Methodik der Sozialen Netzwerkanalyse bieten. Auf dieser Basis können/sollen die Studierenden anhand von selbst erhobenen Daten netzwerkanalytische Studien zur transnationalen Verflechtung durchführen. Zudem wird es im Rahmen des Seminars die Möglichkeit geben, die internationale Konferenz „Ukraine’s historical and contemporary interlockings“, die am 5./6.11. an der Viadrina stattfindet, zu besuchen.

Literatur: Beichelt, T., I. Hahn- Fuhr, F. Schimmelfennig u. S. Worschech (Hrsg.) (2014): Civil Society and Democracy Promotion. Basingstoke, Hampshire. Borgatti, S. P., M. Johnson (2013): Analyzing social networks. Los Angeles [i.e. Thousand Oaks, Calif.], London. W awrzonek , M. (2014): Ukraine in the "Gray Zone": Between the "Russkiy Mir" and Europe. In: East European Politics & Societies 28,H. 4, S. 758–780.

Teilnahmevoraussetzungen: Anmeldung

Hinweise zur Veranstaltung:  Der Kurs ist begrenzt auf 25 TeilnehmerInnen. Es ist eine Anmeldung
erforderlich; diese ist ab sofort per Email an die Dozentin (worschech@europa-
uni.de) möglich.

With a little help from my friends? Die ukrainische Diaspora im Euromaidan. Ein netzwerkanalytisches Forschungsseminar

ZB Po, WPM 3, WPM 4

Während der Euromaidan-Proteste in Kiew und anderen ukrainischen Städten im Winter 2013/2014 formierte sich auch die ukrainische Diaspora in Deutschland neu. Lange blieb diese Gruppe eher unsichtbar, doch mit einigen kleinen Maidanen in mehreren deutschen Städten darunter vor allem Berlin, München, Frankfurt (Main) zeigten sich auch die in Deutschland lebenden UkrainerInnen solidarisch – und mit ihnen manche Deutsche. Zugleich fanden aber auch die sogenannten Antimaidane hierzulande Anhänger. In dem Forschungsseminar soll rekonstruiert werden, wie die ukrainische Diaspora in Deutschland (vorrangig in Berlin) zum Euromaidan und der darauf folgenden politischen Entwicklung der Ukraine mobilisierte und sich positionierte, welche Initiativen sich formierten, welche Konflikte sich dabei auch ergaben, welche Kooperationspartner in der deutschen Gesellschaft die ukrainische Diaspora vorfand, und welche Rolle die Verbindungen in die sich wandelnde ukrainische Gesellschaft dabei spielen. Für dieses Portrait einer (teil-)politisierten Diaspora ist geplant, dass die SeminarteilnehmerInnen selbst Daten zu Netzwerken der Diaspora erheben und diese anschlieszlig;end netzwerkanalytisch auswerten. Grundkenntnisse in empirischer Sozialforschung und die Bereitschaft zur Einarbeitung in Netzwerk-Software werden daher für dieses Seminar vorausgesetzt.

Literatur: Jansen, Dorothea. 2006. Einführung in die Netzwerkanalyse. Grundlagen, Methoden, Forschungsbeispiele. 3., überarb. Aufl. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss. Della Porta, Donatella, und Sidney Tarrow, Hrsg. 2004. Transnational Protest and Global Activism. People, passions, and power. Lanham, Md. [u.a.]: Rowman Littlefield. Teilnahmevoraussetzungen: Gute Kenntnisse in Empirischer Sozialforschung sind unabdingbar  der Besuch eines entsprechenden Kurses (mind. 1 Semester, Einführung in Emp. Sozialforschung o.ä.) an der EUV oder anderen Unis wird vorausgesetzt.

Leistungsnachweis: Referat, Empirische Forschung (in Arbeitsgruppen) und Hausarbeit

Einführung in die sozialwissenschaftliche Netzwerkanalyse

ECTS: 3/6/9

ZB Ku, ZB Po

Seminar

Vorbesprechung: 12.04.2013
Seminar: 19.04., 03.05., 17.05., 31.05., 14.06., 28.06., 12.07., jeweils 10.00-14.00 Uhr, Ort: GD 07


Der Begriff „Netzwerk“ ist eine der gebräuchlichsten Metaphern in Wirtschaft, Politik und auch in den Sozialwissenschaften. Die soziale Netzwerkanalyse (SNA) erfasst Netzwerke nicht nur metaphorisch, sondern analytisch, indem Beziehungen zwischen Akteuren, deren Muster und Bedeutungen fokussiert werden. Soziale Strukturen wie Gruppen, Organisationen, politische Entscheidungsträger, Märkte oder soziale Bewegungen können als Netzwerke konzipiert und hinsichtlich weiterer Konzepte
wie z.B. Sozialkapital oder Machtdynamiken analysiert werden. In letzter Zeit wurde das methodische Spektrum der SNA erheblich erweitert und verfeinert, sodass quantitative wie qualitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden Interaktionsmuster sichtbar machen. Parallel zur Ausdifferenzierung der Methodik hat sich die Relationale Soziologie als theoretischer Rahmen der SNA entwickelt. Der Fokus auf Strukturen sozialen Handelns, aber auch der Einbezug kultureller Aspekte und phänomenologischer Ansätze in die Netzwerktheorie sind jüngste Entwicklungen eines sich neu herausbildenden theoretischen Paradigmas. Das Seminar besteht aus einem Lektüreteil zu Grundlagen der Netzwerktheorie und einem sich anschließenden forschungspraktischen Teil, in dem Anwendungsmöglichkeiten der sozialen Netzwerkanalyse konzipiert und durchgeführt werden.

Literatur:  Jansen, Dorothea. 2006. Einführung in die Netzwerkanalyse: Grundlagen, Methoden,
Forschungsbeispiele. 3., überarbeitete Aufl. 2006. VS Verlag für Sozialwissenschaften.; Mützel, Sophie, and Jan Arendt Fuhse, eds. 2010. Relationale Soziologie. Zur kulturellen Wende der Netzwerkforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.; Schneider, Volker. 2009. Politiknetzwerke: Modelle, Anwendungen und Visualisierungen. 1. Aufl. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwissenschaften.

Hinweise zur Veranstaltung:
Die Veranstaltung findet 14-tägig als Blockseminar statt. In der Vorbesprechung am 12.04. werden Referatsthemen vergeben und weitere organisatorische Fragen
geklärt.