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Lehre

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Lehrveranstaltungen
im Wintersemester 2022/23

Änderungen vorbehalten! Aktuelle Informationen finden Sie auf dieser Webseite und in den jeweiligen Moodle-Kursen.

  

Prof. Dr. Werner Benecke

Russland zwischen Reform und Revolution 1850–1917

Präsenzveranstaltung: Mittwoch, 11 bis 13 Uhr c.t., GD Hs 6

BA/MA Vorlesung: KuGe Vertiefung // KGMOE Zemtralmodul // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Mit einem tiefgreifenden Programm zur Reform von Staat und Gesellschaft reagierte das Zarenreich auf die schwere Niederlage im Krimkrieg (1853-1856). Was Russlands aufgeklärte Bürokraten in einem bemerkenswert produktiven Streit konzipiert hatten, nahm indes schnell einen eigenen, vom Staat kaum mehr zu kontrollierenden Verlauf. Die verlangsamte Bauernbefreiung, die nur halbherzig zugestandene Selbstverwaltung, die völlig absurde Reform des Militärs und andere Phänomene boten einer zunehmend polarisiert diskutierenden Intelligenz reichen Nährboden zur bisweilen extrem gewaltbereiten Kritik. Auch die enormen Probleme und Chancen der Industrialisierung und Urbanisierung, die Dynamik der imperialistischen Expansion und die Herausforderungen des Nationalismus prägten Russland bis in den für das Zarenreich besonders katastrophalen Ersten Weltkrieg.

    

Prof. Dr. Werner Benecke

Russland und die UdSSR als Vielvölkerreiche

Präsenzveranstaltung: Dienstag, 16 bis 18 Uhr c.t., GD 201

BA Seminar: KuGe Einführung

In besonderer Weise zeigt der Krieg in der Ukraine die Aktualität imperialistischer Denkmuster und Handlungsmotive in der gegenwärtigen Russischen Föderation. Immer wieder werden historische Legitimationen zur Rechtfertigung des aktuellen Handelns herangezogen, Zustände, die vermeintlich „immer schon“ so gewesen seien, als Axiome gesetzt. Nichts war „immer schon so“, alles ist geworden. Dabei weist Russland eine bis ins 10. Jahrhundert zurückreichende historische Erfahrung der Vielfalt an Sprachen, Religionen, Konfessionen und Ethnien auf, die die Geschichte und Kultur im bald größten Land der Welt prägte. Gewaltandrohung und -einsatz spielten hierbei keineswegs die dominante Rolle. Vielmehr fand Russland ob seiner großen Kraft zur Integration auffällig große Bewunderung seitens der mit dem Zarenreich konkurrierender Mächte. Das Seminar soll anhand dieses Themas in die Grundlagen der Kultur und Geschichte Russlands einführen.

   

Prof. Dr. Werner Benecke

Überwundene Barrieren und neue Grenzen: Mittel- und Osteuropa 1910–1922

Präsenzveranstaltung: Dienstag, 11 bis 13 Uhr c.t., GD 06

MA Seminar: KGMOE Menschen – Artefakte – Visionen / Räume – Grenzen – Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Wenngleich von tiefen national konnotierten Konflikten gekennzeichnet, dominierten multiethnische Imperien den mittel- und osteuropäischen Raum bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Das Habsburgerreich und sein deutscher Verbündeter erfuhren in der letzten Phase des Krieges gar noch eine absurd anmutende territoriale Ausdehnung, in deren Rahmen sie versuchten, die starken nationalen Bestrebungen östlich ihrer Grenzen für ihre eigenen imperialistischen Ziele nutzbar zu machen. Was tatsächlich eintrat, war die Neuordnung Mittel- und Osteuropas, die – unter den Zeichen von Selbstbestimmung und vermeintlicher historischer Gerechtigkeit – neue hochkomplizierte Vielvölkerstaaten und -konflikte schuf. Einzig die 1922 gegründete UdSSR bildete hierbei einen seinerzeit ebenso bewunderten wie umstrittenen Sonderfall.

    

Prof. Dr. Werner Benecke

Osteuropakolloquium

Präsenzveranstaltung: Montag, 18 bis 20 Uhr c.t., AM 202

Beginn am 24. Oktober 2022, Termine und Programm folgen hier

MA KGMOE: Zentralmodul / Forschungsmodul

In bewährter Weise versteht sich das Osteuropakolloquium als der Ort für alle an der Geschichte und Gegenwart Osteuropas Interessierten. Die Präsentation der an der Viadrina entstehenden Forschungsarbeiten und Vorträge auswärtiger Osteuropawissenschaftlerinnen und –wissenschaftler wechseln ab mit Veranstaltungen der Rubrik „Osteuropa – und was dann?“. Hier berichten Geistes- und Kulturwissenschaftler von solchen außeruniversitären beruflichen Karrieren, zu denen ihr Osteuropastudium die Grundlage bildete. Fachwissenschaftliche Fragen und der Blick auf Chancen und Anforderungen der Arbeitswelt sollen so miteinander verzahnt werden.

    

Dr. Markus Nesselrodt

Freund oder Feind? Napoleon und das östliche Europa

Präsenzveranstaltung: Dienstag, 11 bis 13 Uhr c.t., GD 312

BA Seminar: KuWi Vertiefung / KuGe Vertiefung

Der Aufstieg des korsischen Generals Napoleon Bonaparte zum Kaiser des postrevolutionären Frankreichs um 1800 blieb nicht ohne Folgen für das östliche Europa. Während er etwa in Polen als Hoffnungsträger einer Wiederauferstehung des untergegangenen Staates galt, betrachteten ihn der russische Zar und der preußische König als Bedrohung ihrer monarchischen Herrschaft. Im Seminar werden wir uns einerseits mit dem vielfältigen Einfluss Napoleons auf die Region im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich beschäftigen. Andererseits befassen wir uns mit der Rezeption Napoleons durch die Gesellschaften im geteilten Polen und im Russländischen Reich, denn kaum eine politische Figur des späten 18. und frühen 19.Jahrhunderts vermochte so sehr zu polarisieren wie der französische Kaiser. Schließen werden wir mit Napoleons Untergang, der ganz wesentlich eine osteuropäische Geschichte ist: Vor den Toren Moskaus erlitt die Grande Armée eine folgenschwere Niederlage im Kampf gegen das Russländische Reich.

    

Dr. Markus Nesselrodt

Die Deutschen und das östliche Europa: Migration, Gewalt, Mythos

Präsenzveranstaltung: Montag, 16 bis 18 Uhr c.t., Raumangaben folgen

MA Seminar: KGMOE Menschen – Artefakte – Visionen / Räume – Grenzen – Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Die Verbindungen zwischen den Deutschen und ihren östlichen Nachbarn reichen mehrere Jahrhunderte zurück. Im Zentrum des Seminars stehen einerseits die vielfältigen Formen des Zusammenlebens deutschsprachiger Auswander:innen in Polen und dem Russländischen Reich. Andererseits werden wir uns mit deutschen Vorstellungen über das östliche Europa beschäftigen. Denn dieser geografische Raum galt spätestens ab dem späten 18. Jahrhundert, vor allem aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Folie deutscher Kolonialisierungs-, Ausbeutungs- und Herrschaftsfantasien. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten kann als grausamer Höhepunkt einer Radikalisierung verstanden werden, der Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Auch die Neuordnung Osteuropas nach dem Zweiten Weltkrieg als ein Raum (weitgehend) ohne die Deutschen muss in diesem Zusammenhang betrachtet werden. Doch auch nach 1945 lebten weiterhin Hunderttausende Menschen mit deutschen Vorfahren in den Ländern des sowjetischen Einflussbereichs. Schlaglichtartig werden wir uns auch mit der Geschichte jener Menschen beschäftigen, die als Aussiedler:innen bzw. Spätaussiedler:innen ihre osteuropäische Heimat verließen, um in der Bundesrepublik ein neues Leben aufzubauen.

     

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen KVV sowie in den Moodle-Kursen. 

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