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Lehre

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Lehrveranstaltungen
im Sommersemester 2020

Bitte halten Sie sich über aktuelle Entwicklungen und ggf. weitere Maßnahmen über die eingerichtete Website auf dem Laufenden.     

Prof. Dr. Werner Benecke

Osteuropakolloquium

Montag, 18 Uhr c.t., LH 101/102 
fällt aus

KGMOE: Forschungsmodul / Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas // MES: Zentralbereich Kultur

Das Osteuropakolloquium versteht sich – auf bewährte Weise – als der zentrale Semestertermin für die Studierenden des Studienganges KGMOE und für alle an Osteuropa Interessierten. Das Programm wird zu annähernd gleichen Teilen Frankfurter Examensarbeiten, laufende Forschungsprojekte auswärtiger Gäste und Praxisberichte aus dem osteuropabezogenen beruflichen Alltag jenseits der engeren akademischen Welt umfassen.

     

Prof. Dr. Werner Benecke

Die Erben des Doppeladlers. Geschichte Ostmitteleuropas in der Zwischenkriegszeit

BA/MA Vorlesung, Mittwoch, 11 Uhr c.t.

BA KuWi: Kulturgeschichte: Einführung // KGMOE: Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas / Räume – Grenzen – Metropolen // MEK: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa / Zentralbereich Kultur

Mit der formalen Annexion Bosniens im Jahre 1908 betrieb die Habsburgermonarchie die letzte, verhängnisvolle Expansion ihres Territoriums, zehn Jahre später existierte das Vielvölkerreich nicht mehr. An seine Stelle traten kleinere, national oftmals nicht minder heterogene Staaten, die sich mühsam in der neuen politischen und ökonomischen Ordnung der Zwischenkriegszeit etablierten. Hierbei blieb in vielen Fällen die Idee des nachgeholten Nationalstaates Leitbild und Ideal; mithin kennzeichneten erhebliche Minderheitenprobleme diesen Teil Europas bis nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Vorlesung soll einen Überblick über diesen wichtigen Teil der Geschichte Ostmitteleuropas bieten, wobei allgemeineuropäische und globale Entwicklungen – etwa die Entstehung von Faschismus und Nationalsozialismus oder die Weltwirtschaftskrise von 1929 – angemessene, auf den Untersuchungsgegenstand angewandte Berücksichtigung finden werden.

      

Prof. Dr. Werner Benecke

Der Krimkrieg (1853-1856)

MA Seminar, Dienstag, 14 Uhr c.t.

KGMOE: Politische Ordnung – Wirtschaft – Gesellschaft // MEK: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa / Zentralbereich Kultur

Die wachsende Konkurrenz der europäischen Großmächte um politische, wirtschaftliche und strategische Einflussmöglichkeiten auf das Osmanische Reich eskalierte zwischen 1853 und 1856 in der ersten großen direkten Konfrontation der europäischen Westmächte Frankreich und Großbritannien mit dem Russischen Reich nach dem Wiener Kongress. Auch die von Preußen und Österreich eingenommenen Positionen sollten im europäischen Mächtekonzert lange wirkende Spuren hinterlassen. Nicht nur in technischer und infrastruktureller Hinsicht erwies sich der Krimkrieg als eine Zäsur der europäischen Geschichte – insbesondere für das unterlegene Russische Reich war die 1856 eingestandene Niederlage der große Impuls für das umfangreichste Modernisierungsprogramm der russischen Geschichte im 19. Jahrhundert. Zugleich wuchs der Krim die Position eines von vielen patriotischen Konnotationen geprägten nationalen – nicht nur russischen – Erinnerungsortes zu, was einen Ausblick auf die jüngsten Ereignisse auf der Krim sinnvoll erscheinen lässt.

      

Prof. Dr. Werner Benecke

Napoleonische Herrschaft über das östliche Europa

BA Seminar, Montag, 16 Uhr c.t.

BA KuWi: Kulturgeschichte: Vertiefung // BA IKG: Stereotypen, Brüche, Kulturkonflikte / Spezialisierungsmodul

Die napoleonische Herrschaft in Mittel- und Osteuropa ruft in den Geschichtskulturen Deutschlands, Polens und Russlands sehr unterschiedliche Konnotationen hervor. Markierte das machtvolle Eingreifen Napoleons für die deutsche Staatenwelt das Ende des Reiches und die bisweilen radikale Neuordnung der politischen Landkarte östlich des Rheins, so hoffte das geteilte Polen – durchaus zu Recht - auf das Engagement Frankreichs bei der Wiedererlangung seiner staatlichen Existenz und nationalen Souveränität. Für Russland hingegen sollte die siegreiche Verteidigung gegen die Grande Armee im Jahre 1812 zu einem Grundbaustein seines nationalen Selbstverständnisses werden. Aber kein Staat in Mittel- und Osteuropa konnte künftig jene grundlegenden Fragen mehr ignorieren, die die napoleonische Herrschaft ihnen gestellt hatte: jene nach der rechtlichen Gleichheit der Bürger, nach Verfassungen und Grundrechten, nach Bauernbefreiung und politischer Teilhabe.

      

Dr. Markus Nesselrodt

1945 und die Folgen im östlichen Europa

MA Seminar, Montag, 16 Uhr c.t.

KGMOE: Politische Ordnung – Wirtschaft – Gesellschaft // MEK: Wahlpflichtmodul: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa / Zentralbereich Kultur

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa durch die deutsche Kapitulationserklärung. Der Krieg war zwar vorbei, doch Millionen Menschen standen vor den Trümmern ihrer Vorkriegsexistenzen. Der größte militärische Konflikt, den die Welt jemals gesehen hat, kostete nicht nur Millionen von Menschenleben. Landschaften und Städte waren stark zerstört und kaum mehr wiederzuerkennen; ganze Bevölkerungsgruppen waren zwangsumgesiedelt und entwurzelt worden, darunter befreite KZ-Häftlinge, ehemalige Zwangsarbeiter, Kollaborateure auf der Flucht und Millionen Vertriebener in Ostmitteleuropa. Das Kriegsende war im östlichen Europa ein schleichender Prozess, der zudem sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. Während die KZ-Insassen und Zwangsarbeiter die Ankunft der Roten Armee als Moment der Befreiung vom NS-Terror empfanden, sahen die politischen Eliten der Vorkriegszeit mit Sorge auf eine mögliche Zukunft an der Seite der siegreichen Sowjetunion. In Ländern wie den baltischen Staaten, Polen oder der Tschechoslowakei wurde das nationalsozialistische Besatzungsregime durch eine kommunistische Diktatur ersetzt. Eine weithin erhoffte Rückkehr zur politischen Vorkriegsordnung erwies sich schnell als unrealistisch. Im Seminar werden wir uns vergleichend mit den zentralen Phänomenen der Nachkriegszeit in Osteuropa beschäftigen: Herrschaft, Bevölkerung, Nation, Grenzen, Gerechtigkeit u.v.a. Im Fokus stehen also politikgeschichtliche Fragen, aber auch soziale und kulturelle Aspekte der Periode zwischen 1945 und 1950.

Dr. Markus Nesselrodt

Die unsichtbare Minderheit: Geschichte der Polen in Deutschland vom Kaiserreich bis zur Gegenwart

BA, KuWi und KuGe Vertiefung, Recht und Politik und IKG Modul 9 (siehe ViaCampus), mittwochs 14-16 Uhr, Beginn: 15.4.

Im Jahr 2020 bildet die polnische Minderheit in der Bundesrepublik nach der türkischen Community die zweitgrößte Zuwanderergruppe. Die Anfänge dieser Migrationsbewegung liegen im deutschen Kaiserreich. Im Zuge der Industrialisierung gelangte im späten 19. Jahrhundert eine große Zahl polnischer Arbeitsmigranten in den Westen Deutschlands. Die sogenannten Ruhrpolen stehen in diesem kulturgeschichtlichen Seminar am Beginn unserer Beschäftigung mit der polnischen Zuwanderung nach Deutschland im Zeitraum von 1871 bis 2020. In dieser Periode zogen Polinnen und Polen aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland. Viele suchten nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen für sich und ihre Familie, andere suchten Schutz vor politischer Verfolgung und wieder andere wurden gegen ihren Willen während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen nach Westen verschleppt. Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen, von welchen Motiven die Zuwanderung geprägt war und wie die Einheimischen auf die Polinnen und Polen reagierten. Ob sie tatsächlich als Unsichtbare (Peter Oliver Loew) bezeichnet werden können, wollen wir dabei stets erneut fragen.

 ABGESAGT WEGEN CORONAPRÄVENTION:   

Dr. Markus Nesselrodt

Borders in Eastern Europe (Summer School)

Blockseminar / BA, Sprache: Englisch

Blocktermine: 11.6. (GD 04), 18.6. (GD 04), 25.6. (GD 102), 2.7. (GD 04), 9.7. (GD 05), 10.7. (GD 07) jeweils 9:30 bis 13 Uhr.

BA KuWi: Kulturgeschichte: Einführung / Kulturwissenschaften: Einführung // BA Recht und Politik: Recht und Politik im europäischen Kontext (Vertiefung)

This course deals with various kinds of borders in Central and Eastern Europe from 1800 to the present day. Through the lens of border studies we will explore how empires and states, people and ideas changed over the course of two centuries. We will therefore look for structural tendencies, paradigm shifting and ideas as well as other important events. Between 1800 and 2020 Eastern Europe has witnessed several political regimes, waves of forced and voluntary migration, explosions of bloody violence and war but also moments of solidarity and peaceful cooperation. This course will not focus solely on political history of the rise and fall of certain states and powers. Instead, we will analyze how borders between states but also in the minds of people evolved and mattered. Topics include migration, industrialization, mobility, (cold) war and peace, nationalism and communism, European integration and many more. Since these are huge topics we will focus on Frankfurt/Oder and the German-Polish borderlands.

ABGESAGT WEGEN CORONAPRÄVENTION:

Prof. Vladimir Vsevolodov

Das Kriegsende 1945 in Frankfurt (Oder) aus sowjetischer Perspektive

Blockseminar / MA, Sprache: Russisch mit Konsekutivübersetzung ins Deutsche

Infoveranstaltung: 15.4. um 14 Uhr (HG 104); Blocktermine: 17.4. (CP 153), 18.4. (CP 153), 24.4. (HG 104), 25.4. (HG 104) jeweils 10 bis 17 Uhr.

KGMOE: Politische Ordnung – Wirtschaft – Gesellschaft / Räume – Grenzen – Metropolen // MEK: Wahlpflichtmodul: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES: Regionalentwicklung in Europa, Stadt, Region und Grenze in Europa / Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa / Zentralbereich Kultur

Der Sieg im Großen Vaterländischen Krieg war ein Ereignis, das in der sowjetischen und russischen Erinnerungskultur einen höchst zentralen Platz einnahm und -nimmt. Im Mai 2020 wird ganz Europa des 75. Jahrestages dieses Sieges und des Endes des 2. Weltkrieges gedenken, auch das Museum Viadrina bereitet eine umfangreiche Sonderausstellung vor. Das Blockseminar des russischen Militärhistorikers und Museumswissenschaftlers Prof. Dr. Vsevolodov wird sich auf der Grundlage sowjetischer Dokumente auf die Ereignisse konzentrieren, die in Frankfurt (Oder) und im östlichen Vorraum der Berliner Operation den Sieg der sowjetischen Truppen und das Kriegsende herbeiführten. Die Kontextualisierung des Geschehens an der Oder wird auch Exkursionen zu den Gedenkstätten auf den Seelower Höhen und nach Berlin-Karlshorst einschließen. 

      

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen KVV