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Lehre

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Lehrveranstaltungen
im Wintersemester 2020/2021

Bitte halten Sie sich über aktuelle Entwicklungen und ggf. weitere Maßnahmen über die eingerichtete Website auf dem Laufenden.     
Änderungen vorbehalten! 
Beachten Sie bitte, dass die ersten Sitzungen online stattfinden! 
Weitere Informationen finden Sie in den jeweiligen Moodle-Kursen.

Prof. Dr. Werner Benecke

Geschichte Polens (1): 966-1914

Mittwoch, 11-13 Uhr c.t., GD, Hs. 3 - erste Sitzung online

Vorlesung: BA KuGe Vertiefung // KGMOE Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas / Politische Ordnung - Wirtschaft - Gesellschaft / Räume - Grenzen - Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Die Vorlesung ist der erste Abschnitt einer auf drei Semester angelegten Überblicksdarstellung zur Geschichte Polens im europäischen Kontext. Sie setzt im 10. Jahrhundert ein, in dem das Herrschaftsgebiet der Piasten in erstaunlich kurzer Zeit zu einem geachteten und respektierten Glied der mittelalterlichen Staatenwelt aufsteigt. Polen wird in den folgenden Jahrhunderten eines der größten Einwanderungsländer Europas werden, dessen politische Struktur sich immer stärker in Richtung einer Adelsrepublik entwickelt und große Anziehungskraft auf die Eliten der angrenzenden Territorien ausübt. Eine zentrale Botschaft steht über der gesamten Vorlesung: Polen war stets weitaus mehr als ein auf Deutschland fixiertes, an Deutschland zu messendes Land. Polens Orientierung war und ist eine weitaus breiter aufgestellte, in der Kräfte wie das Großfürstentum Moskau, das Osmanische Reich und Schweden wesentlich bedeutendere Spuren hinterlassen haben als es die oftmals inflationäre gebrauchte Sichtweise einer deutsch-polnischen Perspektive nahelegt. Polnische Geschichte ist europäische Geschichte. Die Vorlesung richtet sich an alle an der Geschichte unseres Nachbarlandes interessierte Personen und ist frei von Zulassungsbedingungen.

     

Prof. Dr. Werner Benecke

Geschichte Österreichs 1683-1918

Montag, 14-16 Uhr c.t., AB 218 - erste Sitzung online

Vorlesung: BA KuGe Vertiefung // KGMOE Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas / Politische Ordnung - Wirtschaft - Gesellschaft / Räume - Grenzen - Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Nicht unbedingt hilfreich ist es, ein Gemeinwesen vorrangig aus der Perspektive seines Endes zu betrachten und in seiner historischen Entwicklung nach den Keimen seines Scheiterns zu suchen. Das Habsburgerreich war jahrhundertelang ein viel zu facettenreicher, problembeladener, widersprüchlicher, innovativer und erfolgreicher Staat, als dass das preußisch dominierte Bild von einer langsamen, leicht korrupten, militärisch ineffektiven, dafür kulturell strahlenden Monarchie am Rande Mitteleuropas noch immer trüge. Die Vorlesung richtet sich generell an alle Interessierte.

     

Prof. Dr. Werner Benecke

„Wojna o wszystko?“ Der Polnisch-Sowjetische Krieg 1919-1921 im europäischen Kontext

Dienstag, 16-18 Uhr c.t., AB 206 - erste Sitzung online

Seminar: KGMOE Menschen - Artefakte - Visionen / Räume - Grenzen - Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum

Der Krieg zwischen Sowjetrussland und der Polnischen Republik, der in den Jahren 1919 bis 1921 unter zwei neu gegründeten, noch kaum konsolidierten Nachfolgern der zusammengebrochenen Vielvölkerreiche der Habsburger und der Romanovy ausgetragen wurde, erfuhr schon seitens der Zeitgenossen eine weltgeschichtlich definierte Wertung: War dieser Konflikt nun die 18. entscheidende Schlacht der Weltgeschichte, der hinterhältige Dritte Feldzug der Entente im Russischen Bürgerkrieg oder der „Krieg, der alles entschied“? In den gegenwärtig aktuellen patriotischen Geschichtsnarrativen in Polen und Russland ist die öffentliche, auch künstlerische Deutung dieses Krieges höchst eindeutig; in Mittel- und Westeuropa gilt er eher als marginal. Das Seminar wird sich anhand zeitgenössischer Texte und späterer historiographischer und künstlerischer Darstellungen diesem Konflikt widmen, ihn vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte der frühen 20er Jahre kontextualisieren und dabei nach seiner Bedeutung für die polnische wie für die sowjetische, ukrainische, belorussische und russische Geschichte und Gegenwart fragen.

     

Prof. Dr. Werner Benecke

Frankfurt (Oder) im Deutschen Reich

Dienstag, 11-13 Uhr c.t., GD, Hs. 4 - erste Sitzung online

Seminar: KuGe Vertiefung // IKG Kontinuitäten, Gemeinsamkeiten und Transfer / Spezialisierungsmodul

Zwischen der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 und dem Ende des Zweiten Weltkrieges durchlief die Stadt Frankfurt (Oder) wichtige, bis heute prägende und im öffentlichen Raum sichtbare Stationen ihrer Geschichte. Frankfurt, die größte preußische Stadt zwischen Berlin und Posen, entwickelte sich zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt, einer großen Garnison, zu einer vielfältig ausdifferenzierten Industrie- und Bergbaustadt und zu einem wichtigen Verwaltungssitz. Im 1. Weltkrieg Standort eines großen Kriegsgefangenenlagers, orientierte sich die Stadt nach 1918 angesichts der Grenzziehung gegenüber Polen neu und stellte sich als Bollwerk an einer bedrohten Flanke des Deutschen Reiches dar. Der NS-Staat hatte große Pläne für die Stadt an der Oder, die baulich nur zu geringen Teilen realisiert wurden, die sich aber in der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt, in der verhängnisvollen Tätigkeit der Gestapo, im forcierten Kasernenbau und letztlich im Untergang der Stadt in den letzten Wochen des 2. Weltkrieges manifestierten. Das um mehrere kleine Exkursionen im Stadtraum bereicherte Seminar wird in die Vielfalt der Stadtgeschichte ebenso einführen wie in die grundsätzlichen Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft.

      

Dr. Markus Nesselrodt

Reisen durch das östliche Europa im frühen 19. Jahrhundert

Montag, 16-18 Uhr c.t., HG 217 - erste Sitzung online

Seminar: KGMOE Räume - Grenzen – Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa

Reisen war im Europa der Aufklärung eine hoch politische Angelegenheit. Wer sich die Strapazen und finanziellen Belastungen erlauben konnte, war nicht nur neugierig auf die Welt. Viele hielten ihre Betrachtungen und Kommentare in Reiseberichten fest, die heute für uns eine herausragende kulturhistorische Quelle darstellen. Im Zentrum des Seminars stehen Reisebeschreibungen über Städte des östlichen Europas zwischen Posen und Moskau. Dabei werden wir sowohl Berichte aus der Feder deutschsprachiger Reisender als auch Texte von osteuropäischen Autoren (in deutscher Übersetzung) lesen. Unsere Leitfrage wird dabei lauten, welche Bilder die Autoren (in der Regel handelt es sich um männliche Reisende) über das östliche Europa machten und wie sie diese in ihren Schriften weitergaben. Wenngleich sämtliche Quellen in deutscher Sprache vorliegen, so sind Kenntnisse des Polnischen und/oder Russischen eine willkommene Ergänzung, jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

     

Dr. Markus Nesselrodt

Alltag in der DDR. Leben zwischen Arbeit, Freizeit und Partei

Mittwoch, 9-11 Uhr c.t., AM 03 - erste Sitzung online

Seminar: KuWi Einführung // KuGe Einführung // IKG Kontinuitäten, Gemeinsamkeiten und Transfer / Spezialisierungsmodul

Die Annäherung an den Alltag der vor 30 Jahren untergegangenen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) stellt eine Herausforderung dar, der wir uns in diesem Seminar stellen werden. Aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive werden wir untersuchen, welche Themen das Alltagsleben der meisten DDR-Bürgerinnen und –Bürger bestimmten. Dazu zählen vor allem Arbeit, Wohnen und Freizeit. Aber auch das Verhältnis von Individuum und Kollektiv, die Durchdringung des Alltags durch politische Institutionen und nicht zuletzt die Frage nach Rollenbildern für Männer, Frauen und Kinder werden behandelt. Ein solch umfangreiches Thema kann nur in Ausschnitten diskutiert werden. Eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme ist daher die Bereitschaft, mit historischen Quellen aus der DDR-Zeit zu arbeiten. Von Vorteil ist zudem, sich bereits vor Beginn des Seminars einen Überblick über die Geschichte der DDR zu verschaffen. Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion in das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt geplant.

      

Weitere Informationen zum Format und ggf. zu den Seminarräumen finden Sie im aktuellen KVV