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"Viva la muerte" 1936-39: der Spanische Bürgerkrieg

Prof. Dr. Klaus Weber

KUL-12166

3/6/9 ECTS

Seminar: MAL: Wissenskulturen und Künste // MASS: Politik und Kultur //MEK: Europäische Kulturgeschichte im globalen Kontext / Wirtschaftskulturen

Do, 12:15 - 13:45 Uhr Ort: AM 202, Veranstaltungsbeginn: 16.04.2020

„Es lebe der Tod“ – schon im Schlachtruf der spanischen Fremdenlegion, mit der General Franco gegen die Zweite Republik putschte, steckt die unvermittelte Gewalt, in der die in Spanien besonders tiefen sozialen und kulturellen Gegensätze mündeten: Gegensätze zwischen agrarkapitalistischem Großgrundbesitz im Süden und dem klein- und mittelbäuerlichen Norden, zwischennationalkatholischem Konservatismus und den baskischen und katalanischen Industriestädten, zwischen Traditionalismus und der urbanen Moderne in diesen Regionen wie in Madrid, wo eine ästhetische Avantgarde auch auf Europa wirkte. Im Krieg stellten sich Klerikalisten, Monarchisten und Falangisten hinter Franco gegen liberale Republikaner, Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten (die unter sich weit weniger einig waren). Auf die Unterstützung der Nationalisten durch Hitler und Mussolini folgte die sowjetische Unterstützung der Republik. So wurde es für die demokratisch legitimierten Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und der USA inopportun, zugunsten der Republik zu intervenieren. Der Sieg der Putschisten im April 1939 stärkte jedoch das nationalsozialistische Deutschland, just bevor es seine Nachbarländer überfiel. In Spanien wurde der Konflikt nach dem Ende der Diktatur 1975/76 kaum aufgearbeitet. Auch das verlieh Romanen, die den Krieg thematisierten (teils von Kriegsteilnehmern geschrieben), ein besonderes Gewicht. Neben der Konfliktanalyse wird das Seminar auch nach der Bedeutung von Literatur als historischer Quelle fragen und nach den Folgen historischer Verdrängung – denn heute werden die alten Bruchlinien wiedersichtbar.

Literatur: Walther Bernecker: Krieg in Spanien 1936-1939, Darmstadt 2005. Ders.: Vergangenheitsdiskurse in Spanien zwischen Verdrängung und Polarisierung, in: R. Marcowitz / W. Paravicini (Hg.): Vergeben und Vergessen? Vergangenheitsdiskurse nach Besatzung, Bürgerkrieg und Revolution, München 2009. Ulrike Paul / Richard Faber (Hg.): Der historische Roman zwischen Kunst, Ideologie und Wissenschaft, Würzburg 2013. Max Aub: Das Magische Labyrinth (Romanzyklus), Frankfurt/M. 1996-2003. George Orwell: Homage to Catalonia, London 1938. Arturo Barea: Die Rebellenschmiede / Die endlose Straße / Die Stimme von Madrid(Romantrilogie), Hamburg 2004.

Hinweise zur Veranstaltung/zum Blockseminar: Regelmäßige Teilnahme ist eine Voraussetzung für den Erhalt des Leistungsnachweises.

Leistungsnachweise: mündliches Referat, schriftliche Hausarbeit

Sprache: Deutsch