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Nils Alberti

nils-alberti_neu ©Copyright by Nils Alberti

Ich habe Informatik und Soziologie an der TU Dortmund und der Humboldt Universität zu Berlin studiert. Abgeschlossen habe ich das Studium mit einer Diplomarbeit unter dem Titel „Latent Semantic Indexing zum Aufschlüsseln philosophischer Werke“. Mein Leitgedanke besteht darin, wie das geisteswissenschaftliche Wissen, das in Form ungezählter Dissertationsschriften, Konferenzbände und Monographien in Bibliotheken verstaubt, nicht nur digitalisiert, sondern darüber hinaus auch nutzbar gemacht werden kann. Eine Suchmaschine, die zu Suchanfragen sämtliche Passagen beliebiger Werke findet, in denen dieser Punkt ebenfalls diskutiert wird, ist das Fernziel: Eine Suche nach § 261 aus Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts würde dann nicht nur Marx' These, Hegel stelle dort eine ungelöste Antinomie auf, zutage fördern, auch Erwähnungen in der Sekundärliteratur würden gefunden, genauso wie eine kurze Anmerkung dazu in einer Habilitationsschrift. Ein einfacher Wortabgleich, wie er bei Google Books Verwendung findet, stößt bei der Wortgewalt von Schelling, Adorno oder Sartre an Grenzen. Semantische Algorithmen, die die Bedeutung einzelner Worte oder ganzer Texte erfassen, bieten hier einen Fortschritt.

 
Ging es in meiner Diplomarbeit darum, inwieweit sich semantische Methoden überhaupt für philosophische Texte eignen, so interessieren mich nun Fragen danach, wie diese Methoden für sehr große Korpora adaptiert und Verzerrungen vermieden werden können, die aus Spracheigenheiten der Autoren resultieren.