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Doris Maja Krüger

Seit 2018 arbeite ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem von der DFG geförderten Projekt „Digitales Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945 (DAjAB)“. Bereits in den drei Jahren der ersten Förderphase (2014–2017) war ich für dieses Forschungsprojekt als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Zuvor arbeitete ich u.a. an der Erschließung des Nachlasses Heinrich Loewes im Rahmen des vom Franz Rosenzweig Minerva Research Center der Hebrew University of Jerusalem in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach durchgeführten Projekts „Spuren deutsch-jüdischer Geschichte. Bewahrung und Erforschung deutsch-jüdischer Nachlässe in Israel“ mit.

In meinem aktuellen Forschungsprojekt, das sich auf der Schwelle zwischen Philosophie-, Kultur- und Literaturgeschichte bewegt, beschäftige ich mich mit dem Leben und Werk des 1900 in Frankfurt am Main geborenen und 1993 in Berkeley verstorbenen Leo Löwenthal. Anliegen ist es, die Löwenthal bisher in der Rezeption Kritischer Theorie zugewiesene Rolle im Kreis um Max Horkheimer zu revidieren. Dies geschieht durch eine Gesamtdarstellung, in der neben biographischen Momenten und dem historisch-politischen Kontext auch die Komplexität des Werks Löwenthals berücksichtigt wird, d.h. auch all jene (unveröffentlichten) Arbeiten hinzugezogen werden, die vor, neben oder nach seiner Tätigkeit am Institut für Sozialforschung (1926/30-1949) entstanden. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Anne Eusterschulte (Freie Universität Berlin) und Prof. Dr. Miriam Rürup (Institut für die Geschichte der deutschen Juden) betreut und wurde bis 2017 von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert. Sie knüpft an meine Magisterarbeit an, in der ich die Relevanz Löwenthals für die Kritische Theorie über den Antisemitismus herausarbeitete.