Westeuropäische Literaturen - Prof. Dr. Andrea Allerkamp
Professur für Westeuropäische Literaturen
Wir verstehen das Profil der Professur für Westeuropäische Literaturen (abgekürzt weslit) als Aufforderung zur Auseinandersetzung mit Darstellungsweisen insbesondere (aber keinesfalls nur) in literarischen Texten. Das macht eine kritische Haltung in Studium, Lehre und Forschung notwendig. Das was gesagt wird, ist abhängig davon wie es gesagt wird. Diese rhetorische Einsicht ist grundlegend für literaturwissenschaftliches Arbeiten.
Mit der Analyse des komplexen Zusammenspiels rhetorischer, ästhetischer, medialer und materieller Praktiken, Strategien und Verfahren plädieren wir für ein Gegen-den-Strich-lesen der Tradition, für die Erforschung der Mechanismen von Kanonisierungen und für die philologisch sorgfältige Arbeit an einem anderen Kanon.
Das Attribut ‚westeuropäisch‘ definiert weniger einen eng abgesteckten Gegenstandsbereich, benennt eher eine oft unausgesprochen bleibende Perspektive auf Literatur, Ästhetik und Philosophie. Das erfordert eine gleichermaßen komparatistische und kulturtheoretische Reflexion. Literaturwissenschaften kulturwissenschaftlich zu betreiben, bedeutet für uns Grenzen einzureißen. Denn Literatur ist eine historische Variable.
Das Frankfurter Modell der Literaturwissenschaften kann sich auf seinen besonderen Standort mit Baumgarten und Kleist als Gründungsfiguren berufen. Als Grenzgänger stehen diese beiden Namen für ein immer wieder aktuelles Moment der Krise, das Wissensordnungen zwischen Philosophie und Literatur, Wissenschaft und Kunst, Denken und Darstellung produktiv in Bewegung setzt.
Christin Eichstädt
- Große Scharrnstr. 59
- 15230 Frankfurt (Oder)
- +49 335 5534 2581
- Dekanat-Kuwi@europa-uni.de
Raum: HG 058
Professurinhaberin (emeritiert)
Prof. Dr. Andrea Allerkamp
Andrea Allerkamp hatte von 1.8.2011 bis 30.9.2026 die W 3-Professur für Westeuropäische Literaturen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) inne, wo sie bis 2015 Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Lebensformen + Lebenswissen“ war. Sie leitet den Doppelmaster "Philosophie und Kulturwissenschaften" (Track im Master "Literaturwissenschaft: Ästhetik Literatur Philosophie") in Kooperation mit der Université Paris 1. Seit 2022 ist sie Mitherausgeberin von Rhetorik - Ein internationales Jahrbuch.
Nach einem DAAD-Lektorat lehrte sie 22 Jahre lang an französischen Universitäten: als Professorin an der Université d’AixMarseille und an der Université de Poitiers sowie als Maître de Conférences an der Université de Toulouse II. 2004 erfolgte die HDR an der Université de Sorbonne-IV, 2002 habilitierte sie sich an der Humboldt-Universität zu Berlin, promoviert wurde sie 1990 an der Universität Hamburg. Sie erhielt zahlreiche internationale Einladungen; zuletzt war sie Gastprofessorin an der Université Paris I-Sorbonne und Fellow am Internationalen Kolleg Morphomata an der Universität zu Köln.
In der Zeit von 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 war sie Fellow am KHK (Kulturelle Praktiken der Reparation) an der Universität Saarbrücken.
Jardin du Luxembourg
Andrea Allerkamp
Lehrstuhlvertreterin
PD Dr. Andrea Gremels
Andrea Gremels vertritt die Professur im WiSe 2026/27. Sie hat im Fach Romanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main promoviert und habilitiert. Sie forscht im Bereich der französischen, karibischen und lateinamerikanischen Literaturen und Kulturen des 20. Jahrhunderts, mit Schwerpunkt auf den Diaspora- und Migrationsliteraturen, den transkulturellen Studien und internationalen Avantgarden sowie der postkolonialen Theorie, der Inter- und Transmedialität und der Weltliteratur. Zu ihren zahlreichen Publikationen gehören die Monografien Kubanische Gegenwartsliteratur in Paris zwischen Exil und Transkulturalität (2014) sowie Die Weltkünste des Surrealismus: Netzwerke und Perspektiven aus dem Globalen Süden (2022).
Sie war Alexander von Humboldt-Stipendiatin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris, am Institut für Lateinamerikastudien der Freien Universität Berlin und dem Colegio de México in Mexiko-Stadt. Sie ist Redaktionsmitglied des International Journal of Surrealism (University of Minnesota Press) und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der André Breton Society (Association Atelier André Breton) in Paris.
Andrea Gremels
Akademische Mitarbeiterin
Norah El Gammal
Norah El Gammal ist seit September 2024 akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Westeuropäische Literaturen an der Europa-Universität Viadrina. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Französische Kulturwissenschaft, Anglistik und Soziokulturelle Studien in Saarbrücken, Paris und Frankfurt (Oder) und promoviert zu Life Writing anglo- und frankokaribischer Autor*innen, das sie aus einer archivtheoretischen Perspektive untersucht. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören postkoloniale und dekonstruktive Theorien, karibische Literaturen und Philosophien des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Archivkunde und Memory Studies. Zuletzt erschien ihr Aufsatz »Traces, or the Ocean as the Site of Disaster. Reading Glissant with Derrida and Levinas« (in [Trans-]Oceanic Imaginations, Hg. Anne Kraume und Miriam Lay Brander, 2025). Im Jahr 2026 war sie als Visiting Scholar an der University of the West Indies in St. Augustine (Trinidad und Tobago) und Cave Hill (Barbados) affiliiert und ko-organisierte die Early-Career-Konferenz »Fractured Connections in the Caribbean« der Gesellschaft für Karibikforschung (Socare e.V.).
Valeriia Lazareva