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Lehre WS 2020/2021

Dr. habil. Matthias Schloßberger
Negative Gefühle: Ressentiment, Hass, Ekel, Neid

Dr. habil. Matthias Schloßberger
Empathie. Eine Einführung in die aktuellen Debatten in Philosophie, Soziologie, Literatur- und Filmwissenschaft

Dr. habil. Matthias Schloßberger
Phänomenologie des Sozialen

Dr. habil. Matthias Schloßberger
Geschichtsphilosophie der Gegenwart


Dr. Matthias Schloßberger

Negative Gefühle: Ressentiment, Hass, Ekel, Neid

Seminar (online): BA, Kultur- und Literaturwissenschaften- Vertiefung / Sozialwissenschaften- Vertiefung,  6/9 ECTS

Donnerstag, 14.15 - 15.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 05.11.2020, Online-Seminar

In den letzten Jahren ist es zu einer bemerkenswerten Konjunktur der Philosophie der Gefühle gekommen, die auch viele andere Disziplinen, z. B. die Soziologie, die Literaturwissenschaft, ja eigentlich alle Kulturwissenschaften ergriffen hat. Gefühle werden nicht mehr als körperliche Zustände begriffen, die bestimmte Überzeugungen und Urteile begleiten, sondern als psychische Phänomene eigener Art, die eine ursprüngliche kognitive Funktion haben. Durch Gefühle, so heißt es häufig in diesem Sinn, erschließen wir uns die Welt. Aber gilt dieser Satz eigentlich für alle Gefühle? Im Seminar soll jene Gruppe von Gefühlen behandelt werden, die man als negative Gefühle bezeichnen kann. Ihnen ist gemeinsam, dass wir uns fühlend von etwas abwenden. Folgende Fragen sollen im Mittelpunkt stehen: Haben auch negative Gefühle eine positive Funktion? Welche Rolle spielen negative Gefühle im menschlichen Miteinander? Sollen sie überwunden oder kontrolliert werden? Welche Bedeutung haben die verschiedenen negativen Gefühle in Gruppen, d. h. wenn sie gemeinsam gefühlt werden? Gibt es so etwas wie emotionale politische Kulturen, die von gemeinsamen Gefühlen getragen werden? Es werden v. a. philosophische Texte aus der phänomenologischen Tradition gelesen, aber auch literarische Texte und soziologische Zeitdiagnosen herangezogen.

Literarur:
Kappelhoff, H., Bakels, J.-H., Lehmann, H., Schmitt, C. (Hrsg.): Emotionen - Ein interdisziplinäres Handbuch, Berlin 2019. Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen 1927. Kolnai, Aurel: Ekel, Hochmut, Haß. Zur Phänomenologie feindlicher Gefühle, Frankfurt am Main 2007. Moravia, Alberto: Die Verachtung, Berlin 2007 (ital. Org. 1954). Scheler, Max: Das Ressentiment im Aufbau der Moralen, Halle an der Saale 1912.

Hinweise zur Veranstaltung:
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=8184

Leistungsnachweis:
Referat und/oder Hausarbeit


Dr. Matthias Schloßberger

Empathie. Eine Einführung in die aktuellen Debatten in Philosophie, Soziologie, Literatur- und Filmwissenschaft

Seminar (präsenz): BA, Kultur- und Literaturwissenschaften- Vertiefung/ Sozialwissenschaften- Vertiefung,  6/9 ECTS

Mittwoch, 11.15-12.45 Uhr,  Veranstaltungsbeginn: 04.11.2020, Ort:  GD Hs7 (präsenz)

Was ist Empathie? Auf der einen Seite besteht Einhelligkeit darüber, dass es sich bei Empathie um etwas handelt, das
für das menschliche Miteinander von fundamentaler Bedeutung ist - aber auf der anderen Seite gibt es überhaupt keine Einigkeit darüber, was genau mit dem Begriff gemeint ist. Für die einen bezeichnet Empathie die Fähigkeit, ihr Gegenüber
zu verstehen, für andere ist es der Name für eine auch moralisch relevante Form der emotionalen Teilnahme am Leben Anderer, also verwandt oder gleichbedeutend mit dem Phänomen des Mitgefühls. Im Seminar sollen v. a. aktuelle Texte gelesen werden: zunächst aus der Philosophie und der Neurowissenschaft, um dann die Diskussionen in Literaturwissenschaft und Filmwissenschaft eingehend zu behandeln. Hier wird es z. B. um die Frage gehen, inwiefern sich die Empathie der LeserInnen eines Buches oder der ZuschauerInnen eines Filmes oder Theaterstücks von der Empathie im realen Leben unterscheidet. Auch Themen der praktischen Philosophie und der politischen Ethik werden verhandelt.

Literarur:
Breithaupt, Fritz: Kulturen der Empathie, Frankfurt a. M. 2009.
Rizolatti, Giacomo / Sinigaglia, Corrado: Empathie und Spiegelneurone. Die biologische Basis des Mitgefühls, Frankfurt am Main 2008.
Schmetkamp, Susanne: Theorien der Empathie zur Einführung, Hamburg 2019.
Curtis, Robin / Celik, Zeynep / Koch, Gertrud / Glöde, Marc (Hg.): Einfühlung. Zur Geschichte und Gegenwart eines ästhetischen Konzepts, München 2009.
Hagener, Malte / Vendrell Ferran, Íngrid (Hg.): Empathie im Film. Perspektiven der Ästhetischen Theorie, Phänomenologie und Analytischen Philosophie, Bielefeld 2017.

Hinweise zur Veranstaltung:
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=8126

Leistungsnachweis:
Referat und/oder Hausarbeit


Dr. Matthias Schloßberger

Phänomenologie des Sozialen

Seminar (hybrid): Zentralmodul: Theoretische und methodische Grundlagen // Zentralmodul: Theoretische und methodische Grundlagen // Optionsmodul. Transdisziplinäre Kulturwissenschaften,   3/6/9 ECTS 

Freitag,  11.15 - 12.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 06.11.20, Ort: GD Hs7 (präsenz)

Sozialphilosophie ist der Name für eine philosophische Disziplin, die auf viele Weisen mit angrenzenden Disziplinen verbunden ist. Die Grundfragen der Sozialphilosophie lauten: Warum sind wir von der Wirklichkeit des Anderen überzeugt? Was machen wir, wenn wir Andere verstehen? Auf welche Weise sind wir mit den Anderen verbunden? Wie ist es möglich, gemeinsam zu handeln, zu fühlen, zu denken? Inwiefern ist unser Verstehen Anderer, unser Zusammenleben mit Anderen kulturell geprägt, inwiefern lässt es sich im Rückgriff auf universale Strukturen verstehen? Die Tradition der Phänomenologie ist berühmt für ihre ausgefeilten Theorien zum Thema. Allerdings gibt es nicht die eine phänomenologische Theorie des Sozialen. Ziel des Seminars ist es, einige klassische Positionen der Phänomenologie durch genaue Lektüre zu erschließen.

Literatur: 
Plessner, Helmuth: Die Grenzen der Gemeinschaft, Bonn 1923.
Sartre, Jean-Paul: Das Sein und das Nichts, Reinbek bei Hamburg 1994 (frz. Org. 1943).
Scheler, Max: Wesen und Formen der Sympathie, Bonn 1923 (1913).
Stein, Edith: Zum Problem der Einfühlung, Halle an der Saale 1917.

Hinweise zur Veranstaltung: 
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=8190

Leistungsnachweise:
Referat und/oder Hausarbeit

Präsenztermine:
13.11.20 | 27.11.20 | 11.12.20 | 08.01.21 | 22.01.21 | 05.02.21 | 19.02.21

Onlinetermine:
06.11.20 | 20.11.20 | 04.12.20 | 18.12.20 | 15.01.21 | 29.01.21 | 12.02.21


Dr. Matthias Schloßberger

Geschichtsphilosophie der Gegenwart

Seminar (hybrid): Zentralmodul: Europäische Kulturgeschichte im globalen Kontext // Wahlpflichtmodul: Wissenskulturen - Wissenschaften, Religionen, Künste // Wahlmodul: Kulturelle Praktiken, Wissensordnungen, ästhetische Formationen // Wahlpflichtmodul: Wissenskulturen und Künste  ,   3/6/9 ECTS 

Dienstag, 11.15 - 12.45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 03.11.20,  Ort: HG 162 (präsenz)

Lange Zeit stand die Geschichtsphilosophie in der Kritik: Es sei gegen die menschliche Würde, an den Fortschritt zu glauben, urteilte z. B. Hannah Arendt. Es mag schwierig sein, an den einen Fortschritt (oder auch Niedergang) zu glauben, aber geschichtsphilosophische Diagnosen gibt es am Ende immer. Jede Zeit hat ihre Philosophie, die sie in Gedanken zu fassen sucht... Geschichtsphilosophischen Zeitdiagnosen ist häufig ein schwer zu durchschauendes Ineinander von deskriptiver und normativer Deutung eigen – mit anderen Worten von soziologischer Zeitdiagnose auf der einen und normativ aufgeladener ethischer/politischer Forderung auf der anderen Seite. In der gegenwärtigen Situation ist geschichtsphilosophische Reflexion vielleicht wichtiger als je zuvor: Ihre Aufgabe ist es zu klären, ob die großen Probleme unserer Zeit (Klimaentwicklung,
soziale Frage, globale Ungerechtigkeit) durch Kurskorrekturen des einmal eingeschlagenen Weges der Moderne oder durch eine neue Ontologie und neue Formen des Zusammenlebens, d. h. durch einen Bruch mit der Entwicklung der jüngeren Menschheitsgeschichte gelöst werden können. Behandelt werden große geschichtsphilosophische Deutungen von ca. 1900 bis heute in Literatur, Soziologie und Philosophie. Es soll um folgende Fragen gehen: Hat die Geschichte eine Richtung? Gibt es bestimmte Trends in der Geschichte? Welche Entwicklungsspielräume sind noch möglich? Welche Entwicklung hat das geschichtsphilosophische Bewusstsein der Menschen seit 1900 gemacht?

Literatur (als Einstieg):
Benjamin, Walter: Über den Begriff der Geschichte, 1942.
Latour, Bruno: Das terrestrische Manifest, 2018.
Lenin, W. I.: Was tun? 1902.
Lyotard: Das postmoderne Wissen, 1979.
Kracht, Christian: 1979, Frankfurt a. M. 2001.
Müller, Heiner: Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution, Berlin 1979.

Hinweise zur Veranstaltung:
Weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=8142

Leistungsnachweis:
Referat, Hausarbeit

Präsenztermine:
10.11.20 | 24.11.20 | 08.12.20 | 05.01.21 | 19.01.21 | 02.02.21 | 16.02.21

Onlinetermine:
03.11.20 | 17.11.20 | 01.12.20 | 15.12.20 | 12.01.21 | 26.01.21 | 09.02.21