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Lehre

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

Prof. Dr. Andrii Portnov

Der Zweite Weltkrieg im osteuropäischen Film

Seminar: KGMOE: Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas / Räume - Grenzen - Metropolen // MEK: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // Alle MAs: Optionsmodul: Transdiziplinäre Kulturwissenschaften

Mo, 14-täglich, 14:15 - 17:45 Uhr Ort: AM 204

Wie steht die Sprache des Kinos mit historischen Themen in Verbindung? Wie lauteten die Erwartungen an die "wichtigste Form der Kunst" (Lenins Worte über das Kino) in der Sowjetunion und im sozialistischen Polen und welche Formen des Dissens oder Pluralismus gab es? Wir werden sowohl wegweisende Filme sehen und besprechen (wie Andrey Tarkovskys "Iwans Kindheit", 1962), als auch ziemlich unbekannte Produktionen (wie Semyon Aronovichs "Torpedobomber", 1983). Normative Diskurse, Formen der (Selbst-) Zensur und künstlerische Überlegungen in Filmen wie „Asche und Diamant“ (Andrzej Wajda, 1958) und „Überprüfen auf der Straßen“ (Alexei German, 1986) werden reflektiert. Betrachtet werden auch die postsowjetischen Entwicklungen und die Rolle von Filmen in aktuellen Prozessen der "Europäisierung" und / oder ‘Nationalisierung’ Osteuropas (mit aktuellen Filmen von Wojtek Smarzowski und Sergei Loznitsa). Alle Filme werden in Originalsprache mit englischen oder deutschen Untertiteln gezeigt.

Prof. Dr. Andrii Portnov

Introduction into Jewish History of Russia, Poland and Ukraine 

Vorlesung: KGMOE: Grundlagen der Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas // MEK: Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // Alle MAs: Optionsmodul: Transdiziplinäre Kulturwissenschaften 

Mi, 09:15 - 10:45 Uhr Ort: AM 203

lecture course is designed as a complex introduction into the Jewish history of Eastern Europe: starting from the middle ages and early modern times until very recent developments in the post-Soviet period. We will explore the cultural life of Jewish communities in Polish-Lithuanian Commonwealth, the Russian Empire, Soviet Union, as well as modern Poland and Ukraine with special attention to entanglements and interactions with the Polish, Russian, and Ukrainian cultures. We will also analyze the instances of the antiJewish violence – from Khmelnytsky Uprising to the modern times pogroms and, later on, the implementation of the Nazi politics of the “Final Solution”. We will talk about the nature of mutual stereotypes, initiatives of reconciliation, and present-day Jewish life in Eastern Europe. As part of our course we will visit the old Jewish cemetery in Słubice and watch several films on Jewish topics in Eastern Europe.

Bozhena Kozakevych

Zwischen Polen und der UdSSR: die Ukraine in der Zwischenkriegszeit, 1918-1939 

Seminar: Kulturgeschichte: Vertiefung


Mi, 14:15 - 15:45 Uhr Ort: GD 201

Die Geschichte der Ukraine zwischen 1918 und 1939 ist gleichermaßen ein Teil sowjetischer, polnischer und jüdischer Vergangenheit. Darüber hinaus dient sie als Schlüssel zum Verständnis dieser. Der erste Weltkrieg hatte die Veränderung der alten Machtstrukturen in Europa zur Folge: alte Reiche hörten auf zu existieren; eine Reihe neuer Nationalstaaten wurde gegründet. Auch die Ukrainer hegten ihre Honungen auf die Gründung eines ukrainischen Nationalstaates. Im Seminar gehen wir auf die Frage ein, warum die Gründung eines ukrainischen Staates gescheitert ist, während andere Nationalstaaten entstehen konnten. Hierfür werden die politischen Wirren zwischen 1917 und 1921 sowie der Bürgerkrieg auf dem ukrainischen Territorium genauer behandelt. Der Alltag in der UdSSR und in Polen wird nachgeschildert. Das multiethnische Zusammenleben auf dem Territorium der heutigen Ukraine ist ein weiterer Themenblock der Lehrveranstaltung. Im Rahmen der Veranstaltung ist eine Exkursion in die Ukraine mit dem Schwerpunkt „Das jüdische Leben der Zwischenkriegszeit in der heutigen Ukraine“ geplant. Die Reiseroute: Lwiw –Showkwa –Winnyzja – Samhorodok – Berdytschiw – Kiew. 

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19 

      

Prof. Dr. Andrii Portnov

Introduction into Soviet history

Vorlesung: MA, KGMOE Zentralmodul // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MES Zentralbereich Kultur / Regionalentwicklung in Europa / Stadt, Region und Grenze in Europa / Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa // MA Transdisziplinäre Kulturwissenschaften // BA Kulturgeschichte: Einführung

Mittwoch, 09.15 - 10.45 Uhr, GD 06

The social, political and cultural phenomenon of the Soviet Union (1922–1991) could not be properly understood without the analysis of the Bolshevik Revolution of 1917 and the consequent developments in the USSR. In our course we will discuss such questions as: What ‘Soviet man’ was supposed to be and how ‘social engineering’ of the state changed throughout Soviet history? How the experiences of the civil war 1918–1921, collectivization of agriculture and industrialization, the Second World War and the ‘Cold war’ era influenced the everyday life, ideology of the state, and images of the Soviet self and the West? How Soviet project influenced gender relations and what was the Soviet notion of women`s emancipation? How multinational and semi-federalist structure of the Soviet Union and the complexity of ‘center-periphery’ relationships could be conceptualized? When the pejorative notion of ‘homo soveticus’ (and later ‘sovok’) emerged and how writers and philosophers (from Aleksandr Zinoviev to Svetlana Aleksievich) attempted to conceptualize the ‘Soviet man’? Why and how the Soviet Union collapsed?

     

Prof. Dr. Andrii Portnov

Die Krim als historische Region

Seminar: MA, KGMOE Räume – Grenzen – Metropolen // MEK Mittel- und Osteuropa als kultureller Raum // MASS Urban Studies // MES Zentralbereich Kultur / Regionalentwicklung in Europa / Stadt, Region und Grenze in Europa / Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa

Montag, 14.15 - 15.45 Uhr, CP 157

In unserem Seminar werden wir die reiche und kontroverse Geschichte der Krim sowie ihre Mythologien in verschiedenen politischen Kontexten untersuchen. Die Themen, die wir besprechen werden: Die Krim-Halbinsel im Mittelalter; Chersonesus als "Geburtsort" des Christentums in der alten Rus'; das Krimkhanat, das Osmanische Reich und die ukrainischen Kosaken; Krim in der russländischen imperialen Imagination und Politik; Krimtatarische Nationalbewegung; Krim in der Sowjetzeit und unter der NS-Besatzung; die "Übertragung" von 1954; Krim in der sowjetischen und postsowjetischen Ukraine; die Annexion von 2014 und ihre Folgen. Wir werden wissenschaftliche Publikationen sowie literarische Texte und Filme analysieren.

     

Bozhena Kozakevych, M.A.

Wie gottlos war die UdSSR? Die Rolle der Religion und der Kirchen in der Ukrainischen Sowjetrepublik

Seminar: BA, Kulturgeschichte: Vertiefung

Mittwoch, 16:15 - 17:45 Uhr, AM 105

„Das revolutionäre Proletariat wird durchsetzen, dass die Religion für den Staat wirklich zur Privatsache wird“, schrieb Wladimir Lenin 1905 in „Sozialismus und Religion“. Die sowjetische Religionspolitik zwischen 1917 und dem Zerfall der Sowjetunion 1991 durchlebte mehrere Phasen, von einem anfänglich entschiedenen Kampf gegen die meisten Religionen bis zu einer gewissen Toleranz seitens des Staates, und wurde von einer Reihe außen- und innenpolitischer Faktoren beeinflusst. Während einige Konfessionen geduldet wurden, wurden andere komplett verboten: Wie unterschied sich der Umgang mit Christentum, Islam, Judentum und anderen Konfessionen? Die Rolle der Religion und der Kirche(n) in der Ukrainischen Sowjetrepublik wird im Kontext der Religionspolitik auch in anderen Sowjetrepubliken behandelt. Im Seminar wird die Religionspolitik während der ganzen Zeit der sowjetischen Herrschaft untersucht und dadurch gleichzeitig ein guter Überblick über die Geschichte der Sowjetunion gewonnen.