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Aktuelles Seminarangebot

DozentTypVeranstaltungOrt
Kirsten Möller und Alexandra Tacke BA „‚Ich überlegte, meinen Pass zu verkaufen‘ Migrationsphänomene in Romanen und Comic“

EUV,

Raum: Stephansaal 

Spätestens seit der umfangreichen Fluchtzuwanderung 2015 sind Migrationsphänomene in Deutschland (wieder einmal) in aller Munde und ein Thema, das die Gesellschaft zunehmend zu spalten droht. Zugleich scheinen Migrantinnen und Migranten im deutschsprachigen Kulturbetrieb angekommen: So ehrte seit 1985 die Robert Bosch Stiftung herausragende auf Deutsch schreibende Autorinnen und Autoren, „deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist“, mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis. Dieser Preis wurde 2017 zum letzten Mal verliehen, da das mit der Auszeichnung verbundene Ziel erreicht sei. Vor dem Hintergrund dieser beiden Beobachtungen möchten wir uns in diesem Seminar mit jüngsten Auseinandersetzungen mit Migrationserfahrungen in Romanen und Comics von Sasha Marianna Salzmann, Abbas Khider, Senthuran Varatharajah, Barbi Markovic, Gino Chiellino, Shaun Tan und Birgit Weyhe beschäftigen. Zu fragen ist dabei nach Themen und Darstellungsweisen dieser Werke, die heute oftmals unter dem Stichwort „interkulturelle Literatur“ verhandelt werden, sowie nach deren Position in Literaturbetrieb und literaturwissenschaftlicher Rezeption. Der gemeinsame Besuch zweier Lesungen von im Seminar behandelten Autor/-innen sowie des Workshops zur Eröffnung der Chiellino-Forschungsstelle für Literatur und Migration bringt uns in Kontakt mit den Akteur/-innen in Literatur und Wissenschaft.

DozentTypVeranstaltungOrt
Wiebke Sievers MA „Migration und Literatur im internationalen Vergleich“

TU Berlin,

Raum: TEL 813 

Die Immigration in die Literatur hat eine lange Geschichte. Die Geschichte der Anerkennung der Literatur von ImmigrantInnen und deren Nachfahren in den einzelnen Nationalliteraturen begann dagegen erst in den 1960er Jahren in den USA und Großbritannien und breitete sich von da aus in die anderen englischsprachigen Länder und auf den europäischen Kontinent aus. In diesem Seminar werden wir uns Autoren und Autorinnen widmen, die als Flüchtlinge in die USA, nach Australien, nach Griechenland, nach Deutschland und nach Österreich gekommen sind und die sich in ihren Werken aus einer autobiographisch motivierten Perspektive mit Flucht auseinandersetzen. Wir werden einerseits die Geschichte der Entstehung und Anerkennung dieser Werke in ihrem jeweiligen Kontext diskutieren. Andererseits werden wir die Werke aus einer vergleichenden Perspektive analysieren. Ausgangspunkt unserer Analyse ist Mary Antins Autobiographie The Promised Land aus dem Jahr 1912, in der sie von ihrem Leben als Jüdin in Polotzk, ihrer Flucht in die USA und ihrer Ankunft in Boston erzählt. Dieser Text soll uns als Folie für die Analyse neuerer Werke dienen, die im Zentrum des Seminars stehen werden. Mögliche Werke für die weitere Diskussion sind: Vladimir Vertlibs Zwischenstationen (1999), Gazmend Kapllanis A Short Border Handbook, das 2006 auf Griechisch und 2009 in englischer Übersetzung erschien, Nam Les The Boat (2008) und Abbas Khiders Ohrfeige (2016).