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Chiellino-Forschungsstelle für Literatur und Migration

Gastarbeiterliteratur, Migrantenliteratur, Migrationsliteratur, interkulturelle und transkulturelle Literatur ... – bereits diese historisch wechselnden und bis heute unbefriedigenden Versuche, eine treffende Bezeichnung für die notwendige Öffnung unseres traditionellen, national orientierten Verständnisses deutschsprachiger Literatur zu finden, spiegeln die Vielschichtigkeit eines literarischen Phänomens, das seit langem zum festen Bestandteil einer grenzüberschreitenden europäischen Literatur geworden ist. Deren Vielschichtigkeiten auszuloten und den althergebrachten Begrenzungen einer nationalen Kanonisierung unserer Literatur produktiv zur Seite zu stellen, ist eines der Hauptziele der Chiellino-Forschungsstelle für Literatur und Migration am Axel Springer-Stiftungslehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration. Die Chiellino-Forschungsstelle möchte dabei nicht nur Studierenden und Promovierenden die Möglichkeit bieten, sich wissenschaftlich mit Literatur und Migration auseinanderzusetzen, sondern zum Anziehungspunkt für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler werden.

Die Chiellino-Forschungsstelle für Literatur und Migration mit dem Herzstück der Chiellino-Bibliothek ist ein Ort des lebendigen Austausches von Studierenden und Wissenschaftler*innen mit Migration und Literatur in Forschung, Lehre und in öffentlichen Veranstaltungen. Neben der Betreuung von Qualifizierungsarbeiten von der Bachelorarbeit bis zur Habilitation im Bereich der Migrationsforschung sowie einem regelmäßigen Lehrangebot in diesem Bereich soll die bereits bestehende Lesereihe „Zwischen()Welten – Deutschsprachige Literatur der Gegenwart“ mit Gegenwartsautorinnen und -autoren in Kooperation mit der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) weiter profiliert werden.

Auch das offene Diskussionsforum „Bewegtes Europa – Offenes Forum Migration und Literatur“, das mit renommierten Gastvorträgen sowie intensiven Workshops die Diskussionskultur nicht nur an der Europa-Universität Viadrina, sondern auch in der Grenzstadt Frankfurt (Oder) nachhaltig mit geprägt hat, soll mit dem Ziel fortgesetzt werden, den Wissenschaftlern und Studierenden ein beständiges Forum zu bieten, über aktuelle Strömungen und Diskussionen im Feld von Migration und Literatur weiter kritisch nachzudenken. In Zeiten der Globalisierung und zunehmender Flüchtlings- und Migrationsströme ist dieses Anliegen aktueller denn je.

Darüber hinaus strebt die Chiellino-Forschungsstelle für Literatur und Migration nicht nur die Vernetzung mit Migrationsforschenden innerhalb der Europa-Universität Viadrina an, sondern arbeitet stetig an der Intensivierung eines regen Austausches mit anderen nationalen und internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die Migrationsforschung betreiben. Insbesondere das Forschungskolloquium „DIASPORA – EXIL – MIGRATION. Methodische und theoretische Neuansätze“ bietet jedes Semester einschlägigen (internationalen) Referentinnen und Referenten die Möglichkeit, als Gast ihre aktuellen Forschungen zu Migration und Literatur an der Europa-Universität Viadrina zu präsentieren.