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Dr. Christian Dietrich

Dietrich_Christian_0102 ©Foto von Frau Fest, Viadrina

Christian Dietrich


Kulturwissenschaftliche Fakultät (Kuwi)
Axel-Springer-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration

Große Scharrnstraße 59
15230 Frankfurt (Oder)
🏠 PG 268
☏ +49 335 5534 2732
✉ chdietrich@europa-uni.de

Sprechzeiten

dienstags, 11-12 Uhr
Bitte melden Sie sich vorab per Mail an.


Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsfragen, die ich mir als Historiker stelle, sind von der Soziologie inspiriert. Seit meinem Studium interessieren mich gruppenspezifische Aushandlungs- und Deutungsprozesse, die Rekonstruktion von Ereignissen als Analyse konkreter historischer Situationen und der Einfluss von Weltsichten und -wahrnehmungen auf das Handeln historischer Akteure.

Meine Dissertation, die sich dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens widmete, zeichnete die Geschichte des Vereins von der Gründung 1893 bis zum Ersten Weltkrieg nach. Der Rückgriff auf Methoden der empirischen Sozialforschung erlaubte es, den Wandel im Selbstbild des größten jüdischen Abwehrvereins gegen den Antisemitismus zu erklären. In meiner jüngst fertiggestellten Studie über Positionen zu Antisemitismus und Zionismus in der deutschen Sozialdemokratie der Weimarer Republik stellte ich den Begriff der Konstellation zentral, um die in der Partei verhandelten Standpunkte nicht nur ideengeschichtlich, sondern ebenso aus dem Kontext politischer Kämpfe und unter Berücksichtigung vorhandener Handlungsoptionen darzustellen.

Mein neuestes Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem wissenschaftshistorischen Gegenstand. Eine Geschichte der Gesellschaftswissenschaften in der DDR ist akademisches Neuland. Auch wenn der Fokus meiner Arbeit auf der DDR-Geschichtswissenschaft der 1970er und 1980er Jahren liegt, verlangt das Projekt organisations- und wissenssoziologische Ansätze.


Lebenslauf / Vita

Wissenschaftliche Position:

Mai 2014 bis April 2017 Koordinator des DFG-Forschungsprojektes "Multimediales Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945" am Axel Springer-Stif­tungs­lehr­stuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kul­tur­ge­schich­te, Exil und Mi­gra­tion an der Eu­ro­pa-Uni­ver­si­tät Via­dri­na, Frank­furt (Oder)
2013 Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin im European Studies Program
Seit Juni 2012 Akademischer Mitarbeiter am Axel Springer-Stif­tungs­lehr­stuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kul­tur­ge­schich­te, Exil und Mi­gra­tion an der Eu­ro­pa-Uni­ver­si­tät Via­dri­na, Frank­furt (Oder)

Lehr- und Forschungsaufenthalte:

Nov. 2011 Forschungsaufenthalt in Jerusalem

Wissenschaftliches Engagement:

2016 - 2018 Rezensionsredakteur "Geschichte" der Zeitschrift DAS ARGUMENT. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften

Promotion:

 Nov. 2012 Promotion am Moses Men­dels­sohn Zen­trum für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam. Titel der Dissertation: „Verweigerte Anerkennung. Selbstverortungs- und Identitätsbildungsprozesse des 'Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' in den Jahren von 1893 bis 1914"
 2010-2012 Promotionsstipendiat im Walther-Rathe­nau-Gra­du­ier­ten­kol­leg am Moses Men­dels­sohn Zen­trum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam

Studium:

2004-2009 Studium der Soziologie, Zeitgeschichte und Po­li­tik­wis­sen­schaft an der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Halle-Wit­ten­berg. Ti­tel der Ma­gister­ar­beit: „To­te und Ta­bu. Zur Ta­bu­isie­rungs­schwel­le und (kom­mu­ni­ka­tiv­en) Ver­brei­tung des An­ti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land“

Lehrveranstaltungen

DozentTypVeranstaltungZeitOrt
Christian Dietrich BA Deutsch-jüdische Literatur und Kultur im NS-Deutschland (1933-1938)  

Seminar: Kulturwissenschaften / Literaturwissenschaft / Kulturgeschichte: Vertiefung

Mo., 14-16

Beginn: 20.04.2020

Raum: GD 201

Der Nazismus hatte erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur. Die Gründung der Reichskulturkammer stellte das Kulturschaffen in Deutschland insgesamt unter staatliche Kontrolle und beendete den demokratischen Pluralismus in Kunst und Kultur wie er die Weimarer Republik auszeichnete. Das Seminar wendet sich mit der NS-Literaturpolitik einem Aspekt der NS-Kulturpolitik zu und fragt nach den Biographien und Werken jüdischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die auch nach 1933 noch in Deutschland tätig waren. Die individuelle Recherche in den Nachlässen deutsch-jüdischer Autorinnen und Autoren rundet das Seminar ab.

Alle Unterlagen zu diesem Seminar finden Sie ab Anfang April im LMS "Moodle". Das Zugangswort erfragen Sie bitte bei Ihrem Dozenten.

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Publikationen