Banner Viadrina

Projekte

Laufende Projekte

„Verbal and co-verbal means of event construal across languages“ (Collaborative Project at Moscow State Linguistic University, Multimodal Communication and Cognition Laboratory, ab 2014)

Am Beispiel des grammatikalischen Ausdrucks von Zeitkonturen untersucht dieses internationale Projekt sprachliche Weltsichten wie sie sich im Russischen, Französischen und Deutschen in Form von Aspektsystemen herausgebildet haben. Es geht methodisch und theoretisch neue Wege, indem es die Performanz dieser Systeme im multimodalen Sprachgebrauch untersucht. Handbewegungen können einzelsprachspezifische Vorstellungen verkörpern und gewähren im Zusammenspiel mit dem Sprechen Einblicke in aktuelle Vorstellungswelten von Sprechern.

(Internationales Forschungsprojekt initiiert durch die Moscow State Linguistic University (in Kooperation mit der Université Sorbonne Nouvelle, Paris, der EUV, Frankfurt (Oder), der Université d'Evry-Val-d'Essonne und der RWTH (Aachen) gefördert durch die Russian Science Foundation )

Schlüsselwörter: Aspekt, Aktionsart, Gestik und Sprachgebrauch, Sprachvergleich

Projektleitung:

Prof. Dr. Alan Cienki, PhD Principal Investigator (Vrije Universiteit Amsterdam and Moscow State Linguistic University)

Mitglieder des Projekts:

Prof. Dr. Olga Iriskhanova, Main Investigator (Moscow State Linguistic University)

Prof. Dr. Aliyah Morgenstern, Main Investigator (Université Sorbonne Nouvelle, Paris)

Prof. Dr. Cornelia Müller, Main Investigator (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder))

Dr. Dominique Boutet, Main Investigator (Université d'Evry-Val-d'Essonne)

Dr. Maria Tomskaia, Main Investigator, (Moscow State Linguistic University)

Prof. Dr. Nicole Richter, Additional Investigator (European University Viadrina)

Dr. Jelena Karpenko, Additional Investigator, (Moscow State Linguistic University)

Raymond Becker, MSc, Additional Investigator (RWTH Aachen University)

Valeriia Denisova, MA, Additional Investigator, (Moscow State Linguistic University)

Andrei Petrov, MA, Additional Investigator, (Moscow State Linguistic University)

Abgeschlossene Projekte

Cinepoetics - Poetologien audiovisueller Bilder

Projektleitung:

Prof. Dr. Cornelia Müller (Forschungsaufenthalt Oktober 2015 bis September 2016 als Fellow an der Kolleg-Forschergruppe)

Dort: „Konzeption, Entwicklung und Betreuung des ersten Cinepoetics-Jahresthemas „Metapher und Film“ (gemeinsam mit H. Kappelhoff und M. Wedel); Federführung bei der kollaborativen Produktion des transdisziplinären Bandes „Cinematic Metaphor“. (http://www.cinepoetics.fu-berlin.de/research/focus/index.html)

Konzeption und Leitung von vier internationalen Workshops im Rahmen von Cinepoetics, Institute for Advanced Film Studies:

1) 7.-12.1. : Dynamics and multimodality (mit Lynne Cameron (Freie Universität Berlin), artist in residence, Alan Cienki (Vrije Unversiteit Amsterdam and Moscow State Linguistic University) as guest speaker)

2) 18.-22.2.: Metaphor and Film: experience, and metonymy? (mit Lynne Cameron (Freie Universität Berlin), Raymond Gibbs (University of California, Santa Cruz), Irene Mittelberg (Human Technology Centre, RWTH Aachen) as guest speakers)

3) 4.3.: Cinepoetics Workshop „Media Archives and Corpus Analysis“ (mit Mark Turner (Case Western Reserve University, Ohio) as guest speaker)

4) 8.-11.6.: Metaphor in Film and Literature (mit Charles Forceville (Vrije Universiteit Amsterdam), Kathrin Fahlenbrach (Universität Hamburg), Warren Buckland (Oxford Brookes University, England), Oliver Lubrich (Universität Bern) as guest speakers)

Konzeption und Leitung einer Lektüregruppe

Cinepoetics Colloquium Metaphor“ mit internationalen Gästen (vierzehntägig)


Multimodale Metaphorik und Ausdrucksbewegung (Exzellenzcluster Languages of Emotion, Freie Universität Berlin)

Das Projekt zielt auf die Entwicklung einer interdisziplinären Theorie metaphorisch strukturierter Ausdrucksbewegungen und auf die Erarbeitung einer interdisziplinären Methodologie. Es verbindet den linguistischen Ansatz empirischer Rekonstruktion dynamischer Aufmerksamkeits- und Affektorientierung in der Alltagskommunikation am Paradigma multimodaler Metaphorik (Cienki & Müller 2008a,b; Müller 2003, 2007, 2008a, b; Müller & Cienki 2009) mit dem filmanalytischen Modell der Analyse von Ausdrucksbewegungen und Empfindungsbildern (Kappelhoff 2004a,b 2008, a,b, MS online). Unsere Hypothese ist, dass multimodal realisierte Metaphern (Sprechen und Körperbewegung) in der Alltagskommunikation mit einer dynamischen Vergegenwärtigung und Konstruktion kognitiver und affektiver Erfahrung einhergehen, die sich als je spezifische Formen von Ausdrucksbewegungen beschreiben lassen. Bezogen auf die mediale Inszenierung von Metaphern (Raum,- Bildinszenierung und Soundkomposition) gehen wir davon aus, dass diese eine spezifische Form filmischer Ausdrucksbewegung organisieren, der eine zentrale Funktion in der dynamisch strukturierten Affektorientierung der Rezipienten zukommt. Das Projekt untersucht deshalb die Korrespondenzen zwischen  Erscheinungsformen und Funktionsweisen dieses Typus metaphorisch organisierter Ausdrucksbewegung in alltagsweltlicher Face-to-Face-Kommunikation und in unterschiedlichen Formaten audiovisueller Medien (Nachrichten und Sportberichterstattung, TV-Serien, deutsche Spielfilme, klassische Hollywood Kino (Hitchcock, film noir)). Die Bestimmung der Formen multimodaler Metaphorik sowie die Analyse ihres Vorkommen in den verschieden Formaten bilden den Kontext für die Entwicklung einer Methodologie und die empirische Grundlage für die Formulierung einer Theorie multimodaler Metaphorik als Ausdrucksbewegung.

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Müller

Prof. Dr. Hermann Kappelhoff

Mitarbeiter/-innen

Linguistik: Dorothea Böhme, M.A. Franziska Boll, M.A.; Filmwissenschaft: Sarah Greifenstein, M.A. Christiane Schmitt, M.A. Thomas Scherer, B.A.

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/2606



Teilprojekt Linguistik „Bedeutungsemergenz in Sprache und Geste“

Das Verbundprojekt untersucht die Rolle von Körpererfahrung für die Emergenz von Bedeutung und ihre 'Übersetzung' in Sprache und Körperbewegung. Den theoretischen Rahmen stellen Phänomenologie, Psychologie, Kognitive Linguistik (Metapherntheorie) sowie die Embodiment-Forschung. Gegenstand des linguistischen Teilprojekts „Bedeutungsemergenz in Sprache und Geste“ sind Übersetzungsverfahren verkörperter Erfahrung in Sprache und Bewegung. Körpererleben wird im Prozess multimodaler Kommunikation als dynamische Form kognitiver Konzeptualisierung und affektiver Vergegenwärtigung methodisch gesichert beschreibbar. Damit eröffnet das Projekt erstmalig einen empirischen Zugang zu Formen des 'Leibgedächtnisses'.

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Müller (Teilprojekt Linguistik)

Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs (Teilprojekt)

PD Dr. Sabine Koch (Teilprojekt)

Mitarbeiter/-innen

Teilprojekt Linguistik: Dr. Silva Ladewig, Lena Hotze M.A.

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/2607


Multimodal Constructions of Threat: Conceptualizing danger and enemies in populist discourse about the EU in Germany and Poland

„Multimodal Constructions of Threat: Conceptualizing danger and enemies in populist discourse about the EU in Germany and Poland“ (MMCT) zielt auf eine multimodale Analyse von Gefahrenbildern innerhalb des EU-kritischen Diskurses rechtspopulistischer Parteien in Deutschland und Polen. Es wird erwartet, dass multimodale Metaphern, Personalpronomen und Prosodie in verschiedenen Kommunikationsformen (politischen Reden, Talkshows und Interviews) genutzt werden, um ein affektiv multimodales Bild der Bedrohung zu entwickeln. Die sprachwissenschaftliche Perspektive auf dieses Thema soll durch eine interdisziplinäre Ausrichtung in Bezug auf politikwissenschaftliche Aspekte erweitert werden.

Projektleitung

Prof. Dr. Nicole Richter

Mitarbeiter/-innen

Janett Haid, MA Dorothea Horst, MA Benjamin Marienfeld, MA

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/9900



Teilprojekt Linguistik: Gestik der Alexithymie (Exzellenzcluster "Languages of Emotion", FU Berlin)

Das Verbundprojekt untersucht, ob und wie sich Alexithymie im Wortschatz, im Sprachgebrauch und in redebegleitenden Gesten ausdrückt.

Anhand von 30 Probanden mit hohen bzw. niedrigen Alexithymie-Werten auf der 'Composite Scale' wird untersucht, ob sich die "Gefühlsblindheit" nur im Emotionswortschatz oder auch im Wortschatz der 'Internal State Language' ausdrückt. Außerdem wird geprüft, ob sich die beiden Probandengruppen in der Perspektivität, Kohärenz und Lebendigkeit in emotionsbezogenen Narrativen unterscheiden. Zudem wird die dialogische Bezugnahme in einem halbstandardisierten Interview (LEAS) analysiert (Prof. Dr. Gisela Klann-Delius, FU Berlin).

Das linguistische Teilprojekt Gestik der Alexithymie (Prof. Dr. Cornelia Müller, EUV) geht der Frage nach, inwiefern Alexithymie nicht nur als Störung der Fähigkeit zur Versprachlichung emotionaler Gehalte sondern auch als Störung der Fähigkeit zur Verkörperung affektiven Erlebens in der Kommunikation zu betrachten ist. Es untersucht die Bewegungsqualität und die Verankerung redebegleitender Gesten, das Vorkommen von 'Posture-Gesture-Mergers' (Laban, 'Movement Analysis'; Lamb, 'Movement Pattern Analysis') und vergleicht Formen und Anzahl kommunikativer Handbewegungen (Müller: 'MGA, Methods of Gesture Analysis') bei alexithymen und nicht-alexithymen Probanden.

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Müller (Teilprojekt Gestik)

Prof. Dr. Gisela Klann-Delius (Teilprojekt Sprache)

Mitarbeiter/-innen

Teilprojekt Gestik: Mary Copple, M.A.; Julius Hassemer, M.A.; Benjamin Marienfeld, B.A.; Nicole Stein, M.A.; Julia Klar, B.A.

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/2605



Recurrent gestures in Savosavo

Das Pilotprojekt hat die Identifikation, Annotation und Beschreibung rekurrenter Gesten im Savosavo, einer Sprache der Salomon-Insel Savo (http://www.mpi.nl/DOBES/projec...), zum Gegenstand. Durch die Verbindung und die Archivierung neuer Gestenannotationen mit bereits existierenden morpho-syntaktischen Annotationen der Sprache, die Teil des DoBes Archivs am MPI in Nijmegen sind, zielt das Pilotprojekt auf eine multimodale Dokumentation des Savosavo und eine erste systematische Beschreibung und Dokumentation eines bestimmten Gestentyps in einer nicht-indogermanischen Sprache. Das Projekt legt damit die Grundlagen für eine Beschreibung rekurrenter Gesten im Savosavo und, basierend auf einer detaillierten Analyse von 1 oder 2 rekurrenten Gesten, den Ausgangspunkt für weitere Gestenanalysen und die Identifikation eines möglichen Repertoires rekurrenter Gesten im Savosavo. Damit trägt das Pilotprojekt eine Dimension zur Dokumentation bedrohter Sprache bei, die bisher noch nicht systematisch mit einbezogen wurde und erweitert damit wesentlich die Reichweite sprachliche Beschreibungen bedrohter Sprachen.

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Müller

Dr. Jana Bressem

Dr. Claudia Wegener

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/7825


Towards a Grammar of Gesture: Evolution, Brain, and Linguistic Structures (ToGoG), Gefördert von der VolkswagenStiftung im Rahmenprogramm "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften"

Wir sprechen nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit den Händen. Gesten sind ein genuiner Bestandteil des Sprechens und der Sprache. Die Erarbeitung der Grundlagen einer Grammatik der Gesten zielt dabei auf die Bestimmung der Techniken der Gestenherstellung, sowie auf proto-sprachliche Formen der Bedeutungskonstitution und der Ausbildung simultaner und linearer Strukturen in einer räumlich-visuellen und inhärent dynamischen Modalität. Dieses Potential zur Sprache (Müller 1998) entfaltet sich unter kommunikativem Druck zu einer räumlich-visuellen Sprache, wie z.B. der Gebärdensprache Gehörloser oder der Zeichensprache der mit Schweigetabu belegten Frauen australischer Aborigines. Gegenstand des Projekts ist eine linguistische Dokumentation der Bedeutungskonstitution, der Formen- und Strukturbildung redebegleitender Gesten und ihrer Integrierbarkeit in lautsprachliche Grammatikkonzepte. Einzelne Formen und Strukturen werden dabei auf ihre neurologische Fundierung und mögliche evolutionäre Vorläufer in der Kommunikation nicht-humaner Primaten überprüft. Theoretische und methodische Bezugspunkte der linguistischen Teilprojekte sind Ansätze aus der Kognitiven Linguistik, der Semiotik, der Grammatiktheorie, der Interaktions- und Gesprächsanalyse.  Neben der Linguistik und Semiotik (Prof. Dr. Cornelia Müller, PD Dr. Ellen Fricke), sind die Neurologie (Prof. Dr. med. Hedda Lausberg) und die Primatologie (Dr. Katja Liebal) mit interdisziplinären Projekten beteiligt. ToGoG arbeitet an der Entwicklung einer linguistischen, strikt formbasierten Methode der Gestenanalyse (MGA), die – in Kooperation mit Prof. Dr. Irene Mittelberg – bereits in verschiedenen internationalen Workshops erprobt und vermittelt wurde (vgl. MGA Frankfurt (Oder) 2007, Amsterdam 2008, Aachen 2009). Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften zu denen das Projekt beiträgt - Multimodalität von Sprache- Evolution von Sprache- Neurologische Grundlagen von Gesten und Sprache

Projektleitung

Prof. Dr. Cornelia Müller

Prof. Dr. med. Hedda Lausberg

Prof. Dr. Katja Liebal

PD Dr. Ellen Fricke

Mitarbeiter/-innen

Jana Bressem, M.A., Silva Ladewig, M.A.

https://www.forschung.europa-uni.de/de/node/2604