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Germanistische Institutspartnerschaft

Forschungsprojekt „Kraków – Cluj – Berlin: Kulturelle, literarische und sprachliche Wechselwirkungen im regionalen, nationalen und transnationalen Kontext“

Projektzeitraum 2021-2023

Beteiligte Institutionen

Kulturwissenschaftliche Fakultät,
Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder (EUV)

Institut für Germanische Philologie,
Jagiellonen-Universität in Kraków (JU)

Departement für deutsche Sprache und Literatur,
Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca (BBU)

Ansprechpartnerinnen an der EUV

Prof. Dr. Kerstin Schoor
Dr. Kirsten Möller (moeller@europa-uni.de)

Das anvisierte Projekt zwischen unseren drei Institutionen verbindet sich mit zeitgenössischen theoretischen Versuchen, das Konzept einer verflechtungsgeschichtlich orientierten Literaturgeschichtsschreibung zu entwickeln, die unseren traditionellen, national ausgerichteten Literaturgeschichten zur Seite tritt und die literarische und sprachliche Entwicklungen, die durch Kontakte zwischen unterschiedlichen kulturellen Räumen entstanden sind, ins Zentrum ihrer Untersuchungen stellt. Es verbindet die ausgewiesenen wissenschaftlichen Kompetenzen der beteiligten Projektpartner für ihren unmittelbaren regionalen wie nationalen kulturellen Raum mit neueren Überlegungen zur Transkulturalität literarischer und sprachlicher Entwicklungen, die u.a. an jiddischer, deutscher und deutsch-jüdischer Literatur, Sprache und Kultur untersucht werden sollen, und nimmt zugleich Anregungen und Erkenntnisse aus der gemeinsamen Arbeit in der Doktorandenschule „Interkulturelle Begegnungen im regionalen, nationalen und transnationalen Raum: Literatur- und Mediengeschichte in Mitteleuropa“ auf. Im Kontext neuerer verflechtungsgeschichtlicher Ansätze in den Literatur- und Geschichtswissenschaften (shared, entangled oder connected histories; histoires croisées) werden Interaktionen von Handelnden, Wegen, Institutionen, Diskursen und Dingen im Hinblick auf ihre Prägungen durch einen spezifischen mitteleuropäischen und/oder jüdischen Erfahrungshorizont und auf Aspekte der Institutionen-, Formen-, Sprach- oder Genreentwicklung usf. zwischen regionalen Ordnungsmustern und nationalen wie transnationalen Bewegungen untersucht. Dabei stellen wir an ausgewählten Beispielen kultureller Verflechtungen zwischen den Regionen von Kraków, Cluj und Berlin – und gegen jüngere Forschungen – theoretisch ein dialektisches Wechselspiel regionaler, nationaler und transnationaler Entwicklungen zentral, an denen wir nicht nur die Beziehungsgeschichte dreier pluri-kultureller Räume untersuchen können, sondern zugleich aus literatur- und sprachwissenschaftlicher Perspektive exemplarisch kulturelle Transformationsprozesse beschreiben, die die europäischen Kulturen nachhaltig mit geprägt haben. Wir verstehen unsere Forschungen in diesem Sinne auch als Beitrag zu einer kritischen Auseinandersetzung mit einer rein national ausgerichteten Historiographie und Literaturgeschichtsschreibung und als methodisch richtungsweisend für ein besseres Verständnis der europäischen als einer auch transkulturell geprägten Kulturgeschichte.