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Prof. Dr. Ievgeniia Voloshchuk

Einer meiner aktuellen Arbeitsschwerpunkte ist die Untersuchung der Ukraine-Repräsentationen im deutschsprachigen Kultur- und Literaturraum. In einer Reihe von Beiträgen befasste ich mich mit der Darstellung der ukrainischen Regionen wie Galizien, Wolynien oder Donbass in den Reisereportagen und Prosawerken der deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Mit meinem neuen Forschungsprojekt verfolge ich das Ziel, anhand von literarisch-kulturgeschichtlichen Beispielen die Spezifik der ästhetischen Inszenierung der „ukrainischen Welt“ als eines „kulturellen Anderen“ in der deutschsprachigen Literatur zu verdeutlichen und die bedeutendsten Entwicklungstendenzen der deutschen literarischen Rezeption der Ukraine von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute zu ergründen. Untersucht werden Werke jener Autoren, die zum einen die Ukraine als fremdes Land wahrgenommen haben oder immer noch wahrnehmen oder, zum anderen, auf den Territorien der heutigen Ukraine geboren und aufgewachsen sind. Das facettenreiche und dynamische Ukraine-Bild, das sich im Spannungsfeld zwischen der literarischen Tradition und der Gegenwartsliteratur abzeichnet, wird im Forschungsprojekt als Gegenstand der imagologischen Forschung behandelt, an dem das Portrait des „anderen“ bzw. des „fremden“ Landes, das „Selbstporträt“ des deutschen kulturellen Bewusstseins und die Geschichte der deutsch-ukrainischen Kulturkontakte ablesbar werden. Dabei geht es sowohl um die traditionellen Ukraine-Bilder und -Stereotype in der vorangehenden literarischen Rezeption, als auch um die neuesten Topoi des ukrainischen Diskurses in den Werken der deutschsprachigen Autoren nach 1991.