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Lehre

Lehre im Wintersemester 2017/18


Was ist Aufklärung? Philosophie und Kulturen des Wissens im 'Zeitalter der Vernunft'
(Vst.-Nr.: 10961)

6 ECTS
Seminar: BA, Kuwi- / Sozialwissenschaften- / Kulturgeschichte- / Literaturwissenschaften-Einführung
Mittwoch, 11.15 - 12.45 Uhr, Ort: GD 07, Veranstaltungsbeginn: 11.10.2017

„Was ist Aufklärung?“ – diese Frage beschäftigte nicht nur die Zeitgenossen im 18. Jahrhundert, sie findet einen Nachhall bis heute, läutet doch die Aufklärung die Denkkultur der Moderne ein. Im Seminar werden wir Grundlagentexte der Aufklärung lesen – wie Kants Schrift ‚Was ist Aufklärung?’ oder Texte der französischen Aufklärer und Aufklärungskritiker (Voltaire, Diderot, Rousseau) – und dabei wesentliche Ideen, Fragen, Probleme und Horizonte des sog. Zeitalters der Vernunft herausarbeiten. Was bedeuteten Gleichheit, Freiheit, Toleranz, Fortschritt im 18. Jahrhundert? Wer waren die ProtagonistInnen der Aufklärung? In welchem Verhältnis standen sie zum Staat, zur Kirche? Welche Rolle spielten Frauen im Zuge der Aufklärung? Wie veränderte sich der Wissensbegriff und was heißt Kritik? Die Perspektive des Seminars ist eine kulturphilosophische – einerseits werden die Ideen und Konzepte der Aufklärung in ihrer Systematik, anderseits in ihrer kulturellen Situiertheit betrachtet. Denn im ausgehenden 17. und im Verlauf des 18. Jahrhunderts entstanden nicht nur viele Ideen, die uns bis heute selbstverständlich erscheinen, sondern auch eine neue Wissenskultur, die wir in ihren Formen und Darstellungsweisen (Zeitschriften, Briefe, Enzyklopädien) sowie Institutionen (Akademien, Salons, Gelehrtenzirkel) in den Blick nehmen werden. Im Zentrum steht die europäische Aufklärung, die im Seminar auch in ihren Ambivalenzen und ihrer Unabgeschlossenheit diskutiert werden soll.
Literatur: Stollberg-Rilinger, Barbara. Die Aufklärung: Europa im 18. Jahrhundert. Stuttgart: Reclam, 2011.
Hinweise zur Veranstaltung: Im nächsten Semester wird anknüpfend an diese Veranstaltung ein Seminar zu Diagnosen der Aktualität und Ambivalenzen der Aufklärung angeboten, wie sie im 20. Jahrhundert verstärkt formuliert worden sind. Die Seminare können unabhängig voneinander besucht werden.
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit, Protokoll, Essay


Philosophie und Kultur bei John Dewey
(Vst.-Nr.: 10962)

6/9 ECTS
Seminar: BA, Kulturwissenschaften- / Sozialwissenschaften-Vertiefung
Dienstag, 11.15 - 12.45 Uhr, Ort: AM 203, Veranstaltungsbeginn: 10.10.2017

John Dewey (1859-152) gilt als einer der wichtigsten US-amerikanischen philosophischen Stimmen des 20. Jahrhunderts und als Gründungsfigur der Kulturphilosophie. Sein umfassendes Werk reicht von Grundfragen der Philosophie (Erfahrungsbegriff, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsphilosophie) zur Auseinandersetzung mit Pädagogik, Demokratie, Ethik und Ästhetik. Im Hintergrund dieser breitangelegten „Rekonstruktion der Philosophie“ (Dewey 1920) steht ein pragmatistisches Philosophieverständnis, demzufolge Philosophie, ist sie noch so abstrakt und systematisch, nicht aus ihrem kulturhistorischen und gesellschaftlichen Kontext gelöst werden darf und auch immer im Hinblick auf die eigene Gegenwart und ihre Potentiale betrieben werden sollte. Im Seminar werden wir uns mit dem vielgestaltigen Werk Deweys auseinandersetzen, der als ‚public intellectual’ die politische und philosophische Kultur der USA nachhaltig geprägt hat. Wir werden Dewey als Wegweiser durch klassische Probleme und Positionen der Philosophie lesen und nach der Aktualität und Anschlussfähigkeit von Deweys Philosophie für kulturwissenschaftliches Arbeiten fragen. Im Fokus steht dabei die Art und Weise, in der Dewey Philosophie und Kultur in ein komplexes Wechselverhältnis setzt, und damit das Verständnis von Kulturphilosophie, das er vorschlägt.
Literatur: Suhr, Martin. John Dewey Zur Einführung. Hamburg: Junius, 2005.
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit, Protokolle


Werkstatt Kultur/Philosophie
(Vst.-Nr.: 10964)

BA: 6/9 ECTS | MA 3/6/9 ECTS
Seminar: BA Kulturwissenschaften-Vertiefung // MA: MAL Zentralmodul / MEK/MAL/MASS Forschungsmodul /
MEK/KGMOE/MAKS/MASS/MAL Optionsmodul Transdisziplinäre Kulturwissenschaften
Dienstag, 14-täglich, Ort: GD 04, Veranstaltungsbeginn: 17.10.2017

Das Verhältnis zwischen Philosophie und Kultur ist nicht frei von Spannungen, hat sich die Philosophie doch traditionell – in ihrem Streben nach Abstraktion und zeitlosen Wahrheiten – oftmals gerade als dem Bereich des Kulturellen und Wandelbaren enthoben begriffen. Wie also lässt sich das Verhältnis zwischen Philosophie und Kultur verstehen? Wie kann die kulturelle Situiertheit der Philosophie konzeptualisiert werden und gibt es Kulturen des Philosophierens? Was bedeutet eigentlich Kulturphilosophie? Meint Kulturphilosophie einfach ein Philosophieren über Kultur oder ist sie eine spezifische Ausrichtung der Philosophie? Gibt es und braucht es überhaupt einen spezifisch philosophischen Zugriff auf Kultur? Welche philosophischen Fragen und Probleme werfen die Kulturwissenschaften selbst auf? In der Werkstatt Kultur/Philosophie werden wir diese und weitere Fragen zum Ausgangspunkt nehmen, um das Verhältnis zwischen Philosophie und Kultur(wissenschaften) in den Blick zu nehmen und nach den Aufgaben und Konturen einer Kulturphilosophie zu fragen. Ausgehend von den Fragen und Interessen der TeilnehmerInnen werden wir uns einerseits mit zentralen Positionen und Problemen der Kulturphilosophie beschäftigen und andererseits Zeit für die Diskussion studentischer Arbeiten haben.
Literatur: Konersmann, Ralf: Grundlagentexte Kulturphilosophie : Benjamin, Blumenberg, Cassirer, Foucault, Lévi-Strauss, Simmel, Valéry u.a. Hamburg Meiner, 2009.
Teilnahmevoraussetzungen: Die Veranstaltung richtet sich an Studierende aller Studiengänge (MA, Doktoranden, BA nach Anmeldung per email mit kurzer Angabe des Studieninteresses). Philosophisches Vorwissen wird nicht vorausgesetzt, lediglich die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme und zum problem- und interessensorientierten gemeinsamen Arbeiten.
Hinweise zur Veranstaltung: Bitte denken Sie zur Vorbereitung vor dem Hintergrund Ihrer Studienerfahrung und -interessen über eigene Fragen und Probleme nach, die in den Bereich der Kulturphilosophie ragen und/oder philosophische Dimensionen disziplinärer Arbeit betreffen,  sowie ggf. über Lektürewünsche im Bereich der Kulturphilosophie. Eine Liste möglicher Lektüren wird zur ersten Sitzung ausgehändigt, zur ersten Orientierung s. den Literaturhinweis.
Hinweise zum Blockseminar: 17.10., 24.10., 7.11., 21.11., 5.12., 19.12., im GD 04,  09.01. im AM 02, jeweils 16-18 Uhr außer am 26.01., 10-18 Uhr im GD 311.


Körpertechniken, Selbsttechniken, Anthropotechniken - Praxeologische Konzeptionen von Subjektivität
(Vst.-Nr.: 10963)

3/6/9 ECTS
Seminar: MA, MASS Zentralmodul / Kulturelle Praktiken, Wissensordnungen, ästhetische Formationen //
MAL Zentralmodul / Wissenskulturen und Künste // MEK Wissenskulturen - Wissenschaften, Religionen, Künste // MEK/KGMOE/MAKS/MASS/MAL Optionsmodul: Transdisziplinäre Kulturwissenschaften
Freitag, 14-täglich, 11.00 - 14.30 Uhr, Ort: AM 204, Veranstaltungsbeginn: 13.10.2017

Das Seminar nimmt genealogische und praxeologische Subjektbegriffe in den Blick, die Subjektivität nicht einfach als Ausgangspunkt des Philosophierens voraussetzen, sondern aus kulturphilosophischer Perspektive danach fragen, wie Subjektivität entsteht – durch Praktiken des Körpers und Selbsttechniken, durch Gewohnheiten und Einübung in Kultur- und Medientechniken. Wir werden die Frage nach dem Subjekt zunächst philosophiehistorisch situieren, schließlich knüpft die Philosophie seit Descartes eben ihre Modernität an die ‚Wende zum Subjekt’. Im Anschluss werden wir genealogische und praxeologische Konzeptionen wie Marcel Mauss’ Körpertechniken, Michel Foucaults an Friedrich Nietzsche und Pierre Hadot anknüpfende Analysen antiker Selbsttechnologien oder Peter Sloterdijks Anthropotechniken im Hinblick auf ihre Subjektivitätskonzeption diskutieren. Leitende Fragen sind etwa: Warum und in welchem Sinne wird hier von ‚Techniken’ gesprochen? Wie wird das Verhältnis zwischen diesen Techniken und Subjektivität konzeptualisiert? Wie und warum greifen viele der genannten Ansätze auf nicht-moderne Subjektivierungsformen, etwa der Antike oder spiritueller Praktiken zurück? Was bedeutet es für die Philosophie und ihre eigene Praxis, für eine Kultur der Philosophie, Subjektivität als Praxis und als Technik zu verstehen? Und nicht zuletzt: Wie steht es um die Aktualität und auch die Ambivalenzen solcher Subjektkonzeptionen in Zeiten von Diskursen und Technologien der Selbstoptimierung?
Hinweise zum Blockseminar: 13.10., 27.10., 10.11., 24.11., 8.12., 22.12., 5.1., 19.1.
Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit, Protokoll, Essay, Responsepaper