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Master of Arts
in European Studies

Lehrveranstaltungen

Glanzpunkt kultureller Symbiose: Europa und das Heilige Land zur Zeit von Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen.

3/6/9 ECTS
Seminar (Online-Veranstaltung): MES: WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Veranstaltungsbeginn: 19.10.2022 Mi, 14 - 18 Uhr, 14-tägig

Mutator mirabilis mundi – wunderbarer Verwandler der Welt, diese Würdigung ist dem letzten der großen Staufenkaiser von
seiner Umwelt zuteil geworden. Staunenswert und gleichzeitig etwas unheimlich war er ihnen, ein diabolischer Endzeitkaiser,
und im 16. Jahrhundert verschmolz ihn die Sage mit seinem Großvater Kaiser Friedrich I Barbarossa, der im Kyffhäuser seine
politische Wiederkunft zum Heile des Reiches erwarte. Unbestreitbar ist seine Bedeutung als Förderer der Wissenschaft und
Schöpfer des europäischen Universitätswesens. Philipp Melanchthon würdigt ihn, „ dass er den Almagest des Ptolemäus aus der sarazenischen Sprache in die lateinische übersetzen ließ; denn ohne dies Buch wäre die ganze Astronomie völlig in Vergessenheit geraten „. Als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident hat er sich offensichtlich verstanden, wofür ihn auch seine Stellung als König von Sizilien, das im Schnittpunkt islamischer, byzantinischer und römisch-deutscher Interessen lag, in besonderer Weise befähigte. Bemerkenswert ist nicht zuletzt seine staatsmännische Leistung. Jakob Burckhardt charakterisiert ihn als „ ... der erste moderne Mensch auf dem Throne. Dazu kam eine nahe, vertraute Kenntnis von dem Inneren der sarazenischen Staaten und ihrer Verwaltung. ... Er zentralisierte die ganze richterliche Gewalt und die Verwaltung in einer bisher für das Abendland unerhörten Weise „. Ziel des Seminars ist es, die drei wesentlichen Aspekte des Wirkens dieses letzten Stauferkaisers , nämlich seine Rolle in der Wissenschaftsentwicklung, als kultureller Vermittler und als Staatsmann, herauszuarbeiten und in ihrer Bedeutung für unsere Gegenwart deutlich werden zu lassen. Dies erfordert auch einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung Siziliens und auf die Stellung dieses Kaisers zur Kreuzzugsidee. --- Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen Wissenschaftseinrichtung verbunden.

Literatur: Zur Einführung immer noch nützlich: Herbert Nette, Friedrich II von Hohenstaufen, Reinbeck bei Hamburg, 1975. Weitere Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Hinweise zur Veranstaltung: Weitere Informationen zur Veranstaltung sind bei Moodle zu finden.

Leistungsnachweise: kleine Essays, Referat, Hausarbeit
Termine (online): Mi 19.10.22, 14 - 18 Uhr | Mi 02.11.22, 14 - 18 Uhr | Mi 16.11.22, 14 - 18 Uhr | Mi 30.11.22, 14 - 18 Uhr | Mi
14.12.22, 14 - 18 Uhr | Mi 04.01.23, 14 - 18 Uhr | Mi 18.01.23, 14 - 18 Uhr | Mi 01.02.23, 14 - 18 Uhr

Sprache: Deutsch

Das Rom der Renaissance, die Vatikanischen Sammlungen und die Kapitolinischen Museen als europäische Kulturmetropole

3/6/9 ECTS
Seminar (Online-Veranstaltung): MES: Zentralbereich Kultur // MES: WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Veranstaltungsbeginn: 20.04.2022 Mi, 14 - 18 Uhr
Außer Rom ist fast nichts Schönes in der Welt „ schrieb Johann Joachim Winckelmann im Juni 1756 an seinen Jugendfreund Genzmer, nachdem er ein gutes halbes Jahr zuvor in der Stadt angekommen war, und meinte damit nicht nur das Rom der Altertümer und Antiken, sondern auch das zeitgenössische Erscheinungsbild. Nachdem die Stadt im 14. Jahrhundert während des Avignon-Papsttums kaum mehr als 30000 Einwohner gezählt und somit den Tiefpunkt ihrer Entwicklung erreicht hatte, begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach dem Ende des Schismas die Blütezeit des zweiten, des päpstlichen Rom. Die folgenden Epochen der Renaissance und des Barock lösten einen wahren Bauboom aus und veränderten das künstlerische und architektonische Aussehen der Stadt grundlegend, wofür die völlige Neugestaltung des Vatikan beispielhaft ist, die 1506 mit den Arbeiten Bramantes am Petersdom begann und 1667 mit der Fertigstellung des davor liegenden Platzes durch Bernini endete. Zahllose weitere Kirchen wurden neu erbaut, und die meisten älteren Kirchen erfuhren wesentliche Umgestaltungen. Neue Straßenachsen wurden in der mittelalterlichen Altstadt geschaffen, die neue Stadtviertel erschlossen, die jetzt wieder auf den Hügeln lagen. Die Hügel wurden von Villen und Palästen sowie entsprechenden Parkanlagen der Päpste und des römischen Adels gekrönt, die mit Antiken geschmückt waren, die eifrig begehrt waren und gesammelt wurden. Ziel des Seminars ist es, das Rom der Renaissance als sich im 15. Jahrhundert herausbildendes europäisches Kulturzentrum vorzustellen, wobei neben dem Vatikan vor allem das wieder sichtbar gemachte Forum Romanum mit Kapitol, Palatin und den Kapitolinischen Museen sowie signifikante weitere Plätze, Paläste ( u. a. Villa Medici) und antike Bauten behandelt werden sollen. Ein Schwerpunkt wird hierbei auf den Kapitolinischen Museen, dem Palazzo Altemps und dem Palazzo Massimo bei den Thermen liegen, der das Römische Nationalmuseum beherbergt.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen außeruniversitären Einrichtung verbunden.
Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referat, Hausarbeit
Sprache: Deutsch

Das Rom der Renaissance, die Vatikanischen Sammlungen und die Kapitolinischen Museen als europäische Kulturmetropole
3/6/9 ECTS
Seminar (Online-Veranstaltung): MES: Zentralbereich Kultur // MES: WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Veranstaltungsbeginn: 20.10.2021 Mi, 14 - 18 Uhr

Außer Rom ist fast nichts Schönes in der Welt „ schrieb Johann Joachim Winckelmann im Juni 1756 an seinen Jugendfreund Genzmer, nachdem er ein gutes halbes Jahr zuvor in der Stadt angekommen war, und meinte damit nicht nur das Rom der Altertümer und Antiken, sondern auch das zeitgenössische Erscheinungsbild. Nachdem die Stadt im 14. Jahrhundert während des Avignon-Papsttums kaum mehr als 30000 Einwohner gezählt und somit den Tiefpunkt ihrer Entwicklung erreicht hatte, begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach dem Ende des Schismas die Blütezeit des zweiten, des päpstlichen Rom. Die folgenden Epochen der Renaissance und des Barock lösten einen wahren Bauboom aus und veränderten das künstlerische und architektonische Aussehen der Stadt grundlegend, wofür die völlige Neugestaltung des Vatikan beispielhaft ist, die 1506 mit den Arbeiten Bramantes am Petersdom begann und 1667 mit der Fertigstellung des davor liegenden Platzes durch Bernini endete. Zahllose weitere Kirchen wurden neu erbaut, und die meisten älteren Kirchen erfuhren wesentliche Umgestaltungen. Neue Straßenachsen wurden in der mittelalterlichen Altstadt geschaffen, die neue Stadtviertel erschlossen, die jetzt wieder auf den Hügeln lagen. Die Hügel wurden von Villen und Palästen sowie entsprechenden Parkanlagen der Päpste und des römischen Adels gekrönt, die mit Antiken geschmückt waren, die eifrig begehrt waren und gesammelt wurden. Ziel des Seminars ist es, das Rom der Renaissance als sich im 15. Jahrhundert herausbildendes europäisches Kulturzentrum vorzustellen, wobei neben dem Vatikan vor allem das wieder sichtbar gemachte Forum Romanum mit Kapitol, Palatin und Kolosseum sowie signifikante weitere Plätze, Paläste und antike Bauten behandelt werden sollen. Ein Schwerpunkt wird hierbei auf den Kapitolinischen Museen, dem Palazzo Altemps und dem Palazzo Massimo bei den Thermen liegen, der das Römische Nationalmuseum beherbergt.

Literatur: Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.
Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen außeruniversitären Einrichtung verbunden. Moodle
Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referat, Hausarbeit
Termine (online): Mi 20.10.21, 14 - 18 Uhr | Mi 03.11.21, 14 - 18 Uhr | Mi 17.11.21, 14 - 18 Uhr | Mi 01.12.21, 14 - 18 Uhr | Mi 15.12.21, 14 - 18 Uhr | Mi 05.01.22, 14 - 18 Uhr | Mi 19.01.22, 14 - 18 Uhr | Mi 02.02.22, 14 - 18 Uhr | Mi 09.02.22, 14 - 18 Uhr
Sprache: Deutsch

Das Rom der Renaissance und die Vatikanischen Sammlungen als europäische Kulturmetropole – Teil 2

3/6/9 ECTS
Seminar (Präsenzveranstaltung):
MEK: Wahlpflichtmodul: Wissenskulturen – Wissenschaften,Religionen, Künste // KGMOE: Wahlmodul: Menschen - Artefakte - Visionen, MES: WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa, MES: Zentralbereich: Kultur
Veranstaltungsbeginn: 1
4.04.2021 Mi, 14:15 - 17:45 Uhr Ort: HG 162

Außer Rom ist fast nichts Schönes in der Welt „ schrieb Johann Joachim Winckelmann im Juni 1756 an seinen Jugendfreund Genzmer, nachdem er ein gutes halbes Jahr zuvor in der Stadt angekommen war, und meinte damit nicht nur das Rom der Altertümer und Antiken, sondern auch das zeitgenössische Erscheinungsbild. Nachdem die Stadt im 14. Jahrhundert während des Avignon-Papsttums kaum mehr als 30000 Einwohner gezählt und somit den Tiefpunkt ihrer Entwicklung erreicht hatte, begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach dem Ende des Schismas die Blütezeit des zweiten, des päpstlichen Rom. Die folgenden Epochen der Renaissance und des Barock lösten einen wahren Bauboom aus und veränderten das künstlerische und architektonische Aussehen der Stadt grundlegend, wofür die völlige Neugestaltung des Vatikan beispielhaft ist, die 1506 mit den Arbeiten Bramantes am Petersdom begann und 1667 mit der Fertigstellung des davor liegenden Platzes durch Bernini endete. Zahllose weitere Kirchen wurden neu erbaut, und die meisten älteren Kirchen erfuhren
wesentliche Umgestaltungen. Neue Straßenachsen wurden in der mittelalterlichen Altstadt geschaffen, die neue Stadtviertel erschlossen, die jetzt wieder auf den Hügeln lagen. Die Hügel wurden von Villen und Palästen sowie entsprechenden Parkanlagen der Päpste und des römischen Adels gekrönt, die mit Antiken geschmückt waren, die eifrig begehrt waren und gesammelt wurden. Ziel des Seminars ist es, das Rom der Renaissance als sich im 15. Jahrhundert herausbildendes europäisches Kulturzentrum vorzustellen, wobei neben dem Vatikan vor allem das wieder sichtbar gemachte Forum Romanum mit Kapitol, Palatin und den Kapitolinischen Museen sowie signifikante weitere Plätze, Paläste ( u. a. Villa Medici ) und antike Bauten behandelt werden sollen. Ein Schwerpunkt wird hierbei auf der Villa Farnesina liegen, die Baldassare Peruzzi 1508 – 1511 im Auftrag von Agostino Chigi errichtet hat, die als bedeutendstes profanes Bauwerk der Hochrenaissance in Rom gilt und u. a. von Raffael, Sodoma und Sebastiano del Piombo ausgestaltet wurde. Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen außeruniversitären Einrichtung verbunden.

Literatur: Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben
Hinweise zur Veranstaltung/zum Blockseminar: Weitere Hinweise zur Veranstaltung finden sie hier: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=9326
Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referat, Hausarbeit
Sprache: Deutsch

Das Rom der Renaissance und die VatikanischenSammlungen als europäische Kulturmetropole


3/6/9 ECTS
Seminar (Präsenzveranstaltung): MEK: Wahlpflichtmodul: Wissenskulturen – Wissenschaften,Religionen, Künste // KGMOE: Wahlmodul: Politische Ordnung - Wirtschaft - Gesellschaft
Veranstaltungsbeginn: 04.11.2020 Mi, 14:15 - 17:45 Uhr Ort: GD Hs7


Außer Rom ist fast nichts Schönes in der Welt „schrieb Johann Joachim Winckelmann im Juni 1756 an seinen JugendfreundGenzmer, nachdem er ein gutes halbes Jahr zuvor in der Stadt angekommen war, und meinte damit nicht nur das Rom derAltertümer und Antiken, sondern auch das zeitgenössische Erscheinungsbild. Nachdem die Stadt im 14. Jahrhundert währenddes Avignon-Papsttums kaum mehr als 30000 Einwohner gezählt und somit den Tiefpunkt ihrer Entwicklung erreicht hatte,begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach dem Ende des Schismas die Blütezeit des zweiten, nämlich des päpstlichen Rom.Die folgenden Epochen der Renaissance und des Barock lösten einen wahren Bauboom aus und veränderten das künstlerischeund architektonische Aussehen der Stadt grundlegend, wofür die völlige Neugestaltung des Vatikan beispielhaft ist, die 1506mit den Arbeiten Bramantes am Petersdom begann und 1667 mit der Fertigstellung des davor liegenden Platzes durch Berniniendete. Zahllose weitere Kirchen wurden neu erbaut, und die meisten älteren Kirchen erfuhren wesentliche Umgestaltungen.Auch die Wasserleitungen wurden wieder in Betrieb genommen. Neue Straßenachsen wurden in der mittelalterlichen Altstadtgeschaffen, die neue Stadtviertel erschlossen, die jetzt wieder auf den Hügeln lagen. Die Hügel wurden von Villen und Palästensowie entsprechenden Parkanlagen der Päpste und des römischen Adels gekrönt, die mit Antiken geschmückt waren, dieeifrig begehrt waren und gesammelt wurden. Ziel des Seminars ist es, das Rom der Renaissance als sich im 15. Jahrhundertherausbildendes europäisches Kulturzentrum vorzustellen, wobei neben dem Vatikan (Peterskirche, Sixtinische Kapelle, RaffaelsStanzen, Vatikanische Sammlungen und dem Cortile del Belvedere mit der Laokoongruppe, dem Apollo, der Schlafenden Ariadneund dem Torso ) auch das wieder sichtbar gemachte Forum Romanum mit Kapitol, Palatin und den Kapitolinischen Museensowie signifikante weitere Plätze, Paläste und antike Bauten behandelt werden sollen. Das Seminar ist mit einer ganztägigenExkursion zu einer affinen außeruniversitären Einrichtung verbunden.


Literatur: Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben
Hinweise zur Veranstaltung/zum Blockseminar: Weitere Hinweise zur Veranstaltung finden sie hier: https://moodle.europa-uni.de/course/view.php?id=7978
Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referat, Hausarbeit
Sprache: Deutsch

Florenz als europäisches Kulturzentrum: Das Großherzogtum Toskana zur Zeit der Medici und Habsburger

3/6/9 ECTS
Seminar: Zentralbereich Kultur / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Mi, 14-täglich, 11 - 15 Uhr Ort: AM 202, Veranstaltungsbeginn: 16.10.2019

Die Toskana nimmt insofern eine Sonderstellung in Italien ein, als sie kulturell durch ein vorindogermanisches Volk, die Etrusker, geprägt worden ist, die laut Zeugnis des Herodot, des ältesten uns vorliegenden griechischen Historikers, aus Lydien und der nördlichen Ägäis nach Italien eingewandert sind. Wesentliche Teile ihrer kulturellen Hinterlassenschaft befinden sich heute u. a. im Archäologischen Museum in Florenz. Ein weiterer kultureller Aufschwung, der die Toskana anknüpfend an die Antike zu einem europäischen Kulturzentrum werden ließ, erfolgte in der Neuzeit durch die Renaissance und die Entwicklung hin zum Barock. Diese sich vom 15. bis zum 18. Jhdt. erstreckenden Epochen schufen die uns noch heute so beeindruckende kulturelle Struktur der Toskana, die in ihrer Hauptstadt Florenz beispielsweise durch die Franziskanerkirche Santa Croce mit den Gräbern
Michelangelos, Dantes und Machiavellis , der Kirche Santa Maria del Carmine mit ihren berühmten Fresken in der Brancacci-Kapelle oder den Kirchen Santa Trinita und der Dominikanerkirche Maria Novella anzutreffen ist. Befördert wurde diese Entwicklung durch das Haus Medici, das mit Leo X ( 1513 – 1521 ) und Clemens VII ( 1523 – 1534 ) auch Päpste hervorbrachte und in der Toskana zur unbeschränkten Herrschaft gelangte. Das Baptisterium, die gewaltige Kuppel des Domes von Brunelleschi, die Uffizien, das Museum Bargello, die 1562 gegründete Akademie mit dem David Michelangelos und die Kirche San Lorenzo, die Grablege der Medici, bezeugen bis heute den Kunst- und Machtsinn dieser Familie. Ihr Erbe übernahm im 18. Jhdt. das Haus Habsburg-Lothringen, das durch Liberalität und politischen Reformen zugewandtes Handeln die Toskana in einen zukunftsfähigen Modellstaat verwandelte, der durch kulturelle Attraktivität in Verbindung mit moderner Regierungspraxis charakterisiert war. Ziel des Seminars ist es, exemplarisch einzelne herausragende kulturelle und reformerische Bereiche dieser Entwicklung aufzuzeigen.

Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion in eine außeruniversitären Einrichtung verbunden.

Literatur: Wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.

Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referate, Hausarbeit

Sprache: Deutsch

Caligula und Kaiser Wilhelm II. Ludwig Quiddes Schriften über den Caesarenwahn aus dem Jahr 1894

3/6/9 ECTS

Seminar: Zentralbereich Kultur / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa Mi, 11:15 - 12:45 Uhr Ort: AM 203, Veranstaltungsbeginn: 17.04.2019

Im Jahre 1894 veröffentlichte der Historiker Ludwig Quidde ( 1858-1941 ) die kleine Schrift „ Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahn „. Im zweiten deutschen Kaiserreich wurde sie zu einem politischen Skandal und brachte es innerhalb kürzester Zeit auf 30 Auflagen. In Gestalt einer historischen, auf einschlägige antike Quellen wie Sueton und Tacitus gestützte Untersuchung des Princeps Caligula entwarf Quidde das Zerrbild zeitgenössischer Hybris und übersteigerten Machtwahns des amtierenden Kaisers Wilhelm II, der durch sein Auftreten und sein Kasinogehabe Assoziationen des Cäsarenwahns hervorrief. Ludwig Quidde galt als der aufsteigende Stern innerhalb der historischen Wissenschaften, dem eine glänzende Zukunft vorausgesagt wurde. 1888 gründete er die Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, war Herausgeber der älteren Reihe der Deutschen Reichstagsakten und leitete in den Jahren 1890-1892 das preußische Historische Institut in Rom. Nach der Herausgabe des Caligula wurde er beruflich kaltgestellt. Er war glühender Vertreter der Friedensbewegung und kämpfte als Vertreter der Deutschen Volkspartei gegen Militarismus und Kriegsrüstung. Als zweiter Deutscher nach Stresemann wurde er 1927 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Indem Seminar wird durch Interpretation des Caligula Quiddes die besondere Situation im zweiten deutschen Kaiserreich nach dem Sturz Bismarcks herausgearbeitet. Sodann wird durch ausgewählte Textvergleiche mit den antiken Autoren Sueton und Tacitus zum Princeps Caligula die Arbeitsweise Quiddes untersucht, um herauszufinden, inwieweit belastbare historische Parallelität zwischen Caligula und Wilhelm II besteht.

Literatur: Ludwig Quidde, Caligula. Schriften über Militarismus und Pazifismus. Frankfurt/Main 1977

Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referate, Hausarbeiten

Termine: Mi 17.04.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203) | Mi 24.04.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203) | Mi 15.05.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM

203) | Mi 29.05.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203) | Mi 12.06.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203) | Mi 26.06.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203) | Mi 17.07.19 11:15 - 12:45 Uhr (AM 203)

Einführung in die Naturphilosophie der Antike: Die Vorsokratiker und die Atomisten

3/6/9 ECTS
Seminar: Zentralbereich Kultur / WPM 5: Kultur, Geschichte & Gesellschaft in Europa
Block Ort: AM 204, Veranstaltungsbeginn: 17.10.2018
Die Geschichte der abendländischen Philosophie beginnt mit der Suche nach dem Urstoff, aus dem unsere Welt entstanden ist, und manifestiert sich in der Neugierde, der Forschungsfreude und den spekulativen Gedanken der griechischen Naturphilosophen, die im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. im kleinasiatischen Ionien im Grenzbereich von Okzident und Orient eine beispielhafte geistige Selbständigkeit, Freiheit und rationalistische Lebensauffassung entfalteten. Die Reihe dieser Forscher eröffnet Thales von Milet ( circa 624 – 547 v. Chr. ), von dem Cicero berichtet, er habe das Wasser für den Urgrund aller Dinge gehalten, Gott aber für den Geist, der aus Wasser alles gebildet habe. Ziel des Seminars soll es sein, die Lehrmeinungen dieser Naturphilosophen vorzustellen, die als Begründer der Wissenschaft und der Philosophie gelten, da sie Phänomene der Natur wie die Sonnenfinsternis, Erdbeben oder Überschwemmungen auf rationale Erklärung, Berechnungen und Beobachtungen zurückführten, nicht aber auf Mythen und übernatürliche Einwirkungen. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf die Atomisten und Demokrit sowie auf Epikur gelegt werden, die zum ersten Mal mit ihrer Lehre vom unendlichen Raum und den kleinsten unteilbaren Elementen, den Atomen, aus denen sich unser Weltall zusammensetze, eine Gesamtphilosophie entwickelten, die es den Menschen erlauben sollte, angstfrei und ohne Furcht vor dem Tod oder vor göttlicher Strafe zu leben. Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion in eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung verbunden.
Literatur: Carl-Friedrich Geyer, Einführung in die Philosophie der Antike, Darmstadt 1978
Teilnahmevoraussetzungen:Keine
Leistungsnachweise: Kleine Essays, Referate, Hausarbeit
Termine: Mi 17.10.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 24.10.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 07.11.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 21.11.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 05.12.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 19.12.18 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 09.01.19 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 23.01.19 11 - 13 Uhr (AM 204), Mi 06.02.19 11 - 13 Uhr (AM 204)

Freiheit oder Tyrannei Ciceros Kampf um die Republik

3/6/9 ECTS
Seminar: ZB Ku, WPM 5
Mittwoch, 14-tägig, 11.15-12.45 Uhr,
Ort: AM203
Veranstaltungsbeginn: 11.04.2018


Der Römische Staatsmann, Redner und Philosoph Marcus Tullius Cicero ( 106 –43 v. Chr. ) kann als der profilierteste Vertreter republikanischer Freiheit in der ausgehenden und umkämpften Römischen Republik angesehen werden. Als Konsul des Jahres 63 v. Chr. und damit Akteur in der stürmischen Revolutionsphase steht er in direkter Tradition und Auseinandersetzung mit der griechischen und der hellenistischen Staatstheorie, die sich vorrangig mitden Namen Plato, Aristoteles und Polybios verbindet. Andererseits entwickelt er mit seinen Überlegungen zu „ humanitas „ und zum „ consensus omnium bonorum „ Gedankengänge, die dann im christianisierten Europa durch Autoren wie Augustin oder Thomas von Aquin weitergeführt werden. Im Humanismus erlangt Cicero aufgrund seiner sprachlichen wie inhaltlichen Vorbildfunktion den Gipfelpunkt seiner Anerkennung, die bis heute weiterreicht, wie an der Zeitschrift Cicero erkennbar ist. Als ursprünglich gar nicht der exklusiven Führungsschicht zugehöriger politischer Aufsteiger ( homo novus ) wurde er durch innere Haltung und Überzeugung der Exponent republikanischer Tugenden, durch die die Nobilität einst charakterisiert war und durch die Rom zum Aufstieg und zur Weltmacht gelangt war. Das Seminar setzt sich zum Ziel, das Wirken Ciceros vor dem Hintergrund der historischen Abläufe der ausgehenden Republik mit Blick auf ihre Relevanz für unsere Gegenwart zu untersuchen und hierbei auch der Frage nachzugehen, ob der damals eingeschlagene Weg des Römischen Reiches in die Monarchie unabänderlich war und welche Alternativen es gegeben hätte. Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion in eine affine Forschungseinrichtung verbunden.


Literatur: Wilfried Stroh : Cicero. Redner, Staatsmann, Philosoph. C. H. Beck, München 2008. Wolfgang Schuller: Cicero: oder der letzte Kampf um die Republik. C. H. Beck, München 2013

Hinweise zum Blockseminar:
11.04.; 25.04.; 02.05.; 16.05.; 23.05.; 06.06.; 20.06.; 04.07.
Leistungsnachweis: Kleine Essays, Referat und/oder Hausarbeit

Strukturelle Parallelen in der Dramaturgie von Kriegen. Vergleich der Ursachen und des Verlaufes des Peloponnesischen Krieges und des Ersten Weltkrieges


3/6/9 ECTS
Seminar: ZB Ku, WPM 5
Mittwoch, 14-tägig, 11.15 -12.45 Uhr,
Ort: LH 001,

Veranstaltungsbeginn: 18.10.2017

Als der Athener Thukydides (circa 454-396 v.Chr.), der bedeutendste Historiker der Antike, die Entstehung und den Verlauf des „Peloponnesischer Krieg“ genannten nahezu dreißigjährigen Kampfes (431-404 ) zwischen Sparta und Athen aufzeichnete, war er der Überzeugung, mit seiner Darstellung ein für alle Zeit für die Menschen nützliches Werk zu schaffen, da auch künftige Ereignisse gemäß gewisser Grundkonstanten der menschlichen Natur und der menschlichen Verhaltensweisen gleich oder ähnlich verlaufen werden. Seine Absicht war es somit, vom Anlass zu den Ursachen des Krieges vorzudringen, die tiefer liegenden Motive und Ziele der Handelnden herauszuarbeiten, Rhetorik und Demagogie zu entlarven und so zu den inneren Zusammenhängen und dem Typischen der Ursachen und des Verlaufs von Kriegen vorzudringen, mit anderen Worten zu dem, was man Dramaturgie oder Grammatik von Kriegen nennen könnte. Hierbei spielen die Grundtriebkräfte der menschlichen Natur als bestimmendes Moment historischer Abläufe eine wesentliche Rolle, da das Machtstreben, Eigensucht, Ehrgeiz oder Furcht die Gesetzmäßigkeiten historischpolitischer Prozesse zentral mit bestimmen. Im Rahmen dieses Seminars soll nun an Hand eines Vergleiches der Ursachen und des Verlaufes des Peloponnesischen Krieges mit dem Ersten Weltkrieg der Versuch gemacht werden, gewisse Konstanten, Parallelen und Motiv-und Verhaltensähnlichkeiten herauszuarbeiten, die beiden Ereignissen eigentümlich zugehörig sind. Denn es ist auffällig, dass in beiden Fällen der Krieg nicht durch direkte Auseinandersetzung der jeweiligen beiden Machtblöcke ausgelöst wurde, sondern durch die Handlungsweise regionaler Mächte, die jeweils auf die Rückendeckung ihres eigenen Machtblockes vertrauend agierten und einen scheinbar als unausweichlich angesehenen Mechanismus hin zum großen Konflikt inaugurierten. Weitere Ähnlichkeiten wie Furcht vor Prestigeverlust gegenüber Verbündeten, das Absolutsetzen bestimmter militärischer Doktrin, der Glaube, durch raumgreifende kriegerische Großaktionen die Initiative zurückzugewinnen, und beschämende Verrohungstendenzen während des Kriegsverlaufes charakterisieren zentral beide Krieg.

Philanthropia und Humanitas: Die Antike und ihr Erbe in der europäischen Bildungsentwicklung des 18. und19. Jahrhunderts

3/6/9 ECTS
Seminar:
ZB Kultur, WPM 5
Mittwoch, 14 tägig, 11-13 Uhr, Ort: AM 204, Veranstaltungsbeginn: 12.04.2017


In dem Seminar wird auf die im Zuge der Aufklärung sich ausbreitenden Bildungstraditionen eingegangen werden, also auf die im protestantischen Raum anzutreffenden Ausprägungen des sogenannten Philanthropismus und des als Gegenbewegung dazu einsetzenden Neuhumanismus, wobei die geistesgeschichtlichen Hintergründe und die jeweiligen politischen Rahmenbedingungen beider pädagogischer Richtungen zu beachten sind. Wenn auch der etymologische Befund für Philanthropia und Humanitas auf eine ganz nahe Verwandtschaft im griechisch-römischen Kontext schließen lässt, so sind doch im Einzelnen Nuancen der jeweiligen Wertvorstellungen anzutreffen, die im Rahmen des Seminars untersucht werden sollen. Wenn wir die Hauptunterschiede der Philanthropin und neuhumanistisch ausgerichteten Bildungsansätze im 18. und 19. Jahrhundert zusammenfassen, lässt sich sagen, dass die ersteren an antiken und speziell spätantiken christlich geprägten Vorstellungen anknüpfen. Sie streben im Kern eine zweckbezogene, auf die unmittelbare Nützlichkeit gerichtete Ausbildung an, die die Schüler befähigen soll, in der Gott gewollten obrigkeitlichen Ordnung ihre ihn en angeborene Rolle besser zu spielen und der Gemeinschaft nicht zur Last zu fallen. Bei aller Kritik an der Bildungssituation der Zeit wird das spätabsolutistische System nicht in Frage gestellt. Da politische Reformbemühungen

Grundlagen antiker Staatsphilosophie

3/6/9 ECTS

Seminar: WPM 5

Mittwoch, 14-tägig mit Exkursion, 11-13 Uhr, Ort: GD 312, Veranstaltungsbeginn: 26.10.2016

Weitere Termine: 26.10.2016 sowie 9.11.; 23.11.; 7.12.; 21.12.; 11.1.; 25.1.; 8.2.

Das Seminar soll in die Grundlagen antiker Staatsphilosophie einführen, wobei die Theorien des römischen Redners, Schriftstellers und Staatsmannes Marcus Tullius Cicero im Zentrum der Betrachtungen stehen werden.

Cicero, Konsul des Jahres 63 v. Chr. und damit Akteur in der stürmischen Revolutionsphase der ausgehenden römischen Republik, steht einmal in der direkten Tradition und Auseinandersetzung mit der griechischen und der hellenistischen Staatstheorie, die sich vorrangig mit den Namen Plato, Aristoteles und Polybios verbindet, andererseits deutet er mit seinen Überlegungen zur „humanitas“ und zum „consensus omnium bonorum“ Entwicklungslinien an, die im dann christianisierten Europa durch Autoren wie Augustin oder Thomas von Aquin weitergeführt wurden. Im Humanismus erlangt Cicero aufgrund seiner sprachlichen wie inhaltlichen Vorbildfunktion den Gipfelpunkt seiner Anerkennung.

Ziel des Seminars ist es einmal, den Kernpunkt seiner staatsphilosophischen Vorstellungen herauszuarbeiten und auf die Abhängigkeit von griechischen Vorbildern hin zu überprüfen. Andererseits wird mit Blick auf seine Wirkungsgeschichte in der christlich-abendländischen Tradition seine Relevanz für unsere politische Gegenwart untersucht werden. Im Rahmen des Seminars ist eine ganztägige Exkursion zu einer affinen Einrichtung der außeruniversitären Forschung vorgesehen.

Höhepunkte der Weltliteratur: Homer und die epische Tradition bei Griechen und Römern

3/6/9 ECTS

Seminar: ZB Kultur, WPM 3, WPM 4, WPM 5

Mittwoch, 11 - 12 Uhr, 14-tägig mit ganztägiger Exkursion, Ort: LH 001,Veranstaltungsbeginn: 13.04.2016

Die europäische Literaturgeschichte beginnt mit Homer und den Epen Ilias und Odyssee, die zu den unvergänglichen Werken abendländischer Dichtung gehören. Der zehnjährige Kampf um das sagenumwobene Troia und die zehnjährige Irrfahrt des Helden Odysseus haben von jeher Faszination erregt und die Fantasie der Hörer und Leser beflügelt, sich mit der untergegangenen Welt der Heroen zu beschäftigen. Beide wahrscheinlich im 8. Jahrhundert vor Christus entstandenen Werke spielen in unterschiedlicher Intensität auf geschichtliche Erfahrungen des frühen Hellenentums an, die sich auf damals gegenwärtige und vorausgegangene Zeitepochen beziehen. Während nun die Ilias auf offensichtliche Ereignisse der Mykenischen Zeit zurückgreift und die Welt des achaiischen Adels im Zentrum steht, rückt in der Odyssee stärker, wenn auch nicht ausschließlich, das Leben der nichtadligen Schichten in den Blickpunkt, der Hirten, Landwirte, Kaufleute und anderer, und es werden geschichtliche Erfahrungen der Epoche sichtbar, die wir als griechische Kolonisation bezeichnen. Diese begann im 8. Jahrhundert und führte zur griechischen Besiedlung von bestimmten Küstenregionen am westlichen Mittelmeer und am Schwarzen Meer. Berührungspunkte ergaben sich somit mit unterschiedlichen Völkern in Nordafrika, Spanien, Italien und Kleinasien, insbesondere aber auch mit den Phöniziern, die zeitlich etwas vor den Griechen ihre Kolonisation begannen. Ziel des Seminars ist das intensive Studium ausgewählter Teile der Werke des Homer verbunden mit der Frage, welchen Stellenwert Homer für epische Dichter des Hellenismus und des Römertums wie Apollonios von Rhodos und Vergil einnimmt.

Die Entstehung der Geschichtswissenschaft bei den Griechen und Römern

3/6/9 ECTS
Mittwoch, 14-täglich, 11-13 UHr, (einschließlich einer ganztägigen Exkursion); 14-tägige Termine: 21.10.; 4.11.; 18.11.; 2.12.; 9.12.; 23.12.; 13.1.; 27.1.; 10.2.
Veranstaltungsbeginn: 21.10.2015
Seminar

Die Entstehung der antiken Historiographie und damit auch der Europäischen Geschichtswissenschaft ist untrennbar mit der Attischen Demokratie verbunden, die im 5. Jahrhundert v. Chr. In Athen ihre volle Entfaltung erfuhr. In dieser Zeit entwickelte sich ein politisch-kulturelles Klima, das durch Meinungs- und Redefreiheit in Verbindung mit politischer Teilhabe des einzelnen Bürgers am Staatsgeschehen verbunden war. Erreicht wurde dies durch das Erkämpfen der äußeren Freiheit in den Verteidigungskriegen gegen die persischen Invasionen in den Jahren 490 v. Chr. Und 480 v. Chr. sowie die Entwicklung einer innerstaatlichen Freiheit durch die demokratischen Reformen des Kleisthenes, Themistokles und Perikles. Im Ergebnis führte es zu einem politischen System, das durch Basisdemokratie und eine Identität der Regierenden mit den Regierten charakterisiert war, die u. a. kurze Amtszeiten der Beamten und Richter, das Lossystem zur Erreichung der Ämter und die Besoldung öffentlicher Funktionen beinhaltete. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Geschichtswerke des Herodot und des Thukydides an mündige und selbstbewusste Bürger, die politische Verantwortung zu tragen gewohnt sind. Die Historien des Herodot, die als Weltgeschichte den Freiheitskampf gegen Persien beschreiben, und das Geschichtswerk des Thukydides, der nur der kritischen Analyse verpflichtet das Drama des attischen Unterganges erforscht, sind somit Instrumente politisch-ethischer Reflexion, in denen über Grundfragen menschlicher Existenz, moralische Maximen politischen Handelns und Grundsätze einer der Humanität verpflichteten Gesellschaft gerungen wird. Dies soll im Rahmen des Seminars an Hand ausgewählter Textpartien aus den Werken des Herodot und Thukydides sowie parallel signifikanter Stellen der attischen Tragiker ( Aischylos, Sophokles, Euripides ) und der Komödien des Aristophanes verdeutlicht werden. Darüber hinaus soll in Exkursionsform auch auf die römische Historiographie eingegangen werden, die in der Nachfolge der Griechen steht. Ziel des Seminars ist es somit nachzuweisen, dass die Europäische Geschichtswissenschaft durch ihre Entstehungsgeschichte untrennbar mit den Grundsätzen der Meinungs- und Schreibfreiheit und der damit verbundenen Freiheit der Forschung und Lehre verbunden ist.

Absolutismus und Antike Der Mythos Antike als Modell der Machtlegitimation

3/6/9 ECTS
ZB Ku, WPM 5

Seminar

Mittwoch, 14-täglich, einschließlich einer ganztägigen Exkursion, 11.15 - 12.45 Uhr, Ort: AM 203, Ver- anstaltungsbeginn: 15.04.2015

Im Barock wandelt sich die Einstellung zur Antike. Die Renaissance und der Humanismus waren von der Auffassung geprägt, die Antike stelle ein erstrebenswertes alternatives Lebensmodell zur von kirchlichen und weltlichen Machtansprüchen charakterisierten Gegenwart dar, indem es den Men- schen ermöglicht habe, sich in Freiheit und Selbstbestimmung um die bestmögliche Ausbildung der eigenen guten Anlagen zu bemühen. Während also in der Renaissance das Bestreben im Vordergrund stand, durch intensives Studium der Antike diesem Lebensgefühl nahe zu sein und es der eigenen Sinngebung zugrunde zu legen, stellt sich im Barock der Rückgriff auf die Antike als attraktiv zu nut- zende Möglichkeit dar, eigene Herrschaftsansprüche zu legitimieren. Die Ausstrahlungskraft antiker Mythologie wird so bei vielen absolutistischen Herrschern in Europa zum Dekor und zur Hülle, um die eigene Persönlichkeit zu überhöhen und die jeweilige Dynastie antiken Herrschern und Heroen anzu- gleichen. Mal mehr, mal weniger mit einer sprachlichen Ausbildung und Kenntnis antiker Autoren aus- gestattet, verstehen es viele absolutistische Herrscher in bewundernswerter Weise, auf den unter- schiedlichsten Gebieten der Oper, Literatur, Architektur und staatlichen Repräsentanz die unsterbli- chen antiken Mythen für eigene Zwecke nutzbar zu machen und für die politischen Intentionen ihrer Zeit umzugestalten. Dies soll an einigen anschaulichen Beispielen der Dynastien der Hohenzollern, Welfen, Wettiner und Bourbonen illustriert und als charakteristisches Erscheinungsbild der barocken Selbstdarstellung herausgestellt werden.

Literatur: Literatur wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen Kultureinrichtung verbunden.

Leistungsnachweis: Kleine Hausaufgaben, Referate, Hausarbeit. 

Philanthropia und Humanitas Die Antike und ihr Erbe in der europäischen Bildungsentwicklung des 18. und 19. Jahrhunderts

ECTS: 3/6/9
ZB Ku, WPM 5

Seminar
Blockveranstaltung: Mittwoch, 22.10.; 5.11.; 19.11.; 3.12.; 10.12.; 7.1.; 21.1.; 4.2.; 18.2., 11:15 – 12:45 Uhr, Ort: LH 120, (einschließlich einer ganztägigen Exkursion ), Veranstaltungsbeginn: 22.10.2014

In dem Seminar wird auf die im Zuge der Aufklärung sich ausbreitenden Bildungstraditionen eingegangen werden, also auf die im protestantischen Raum anzutreffenden Ausprägungen des sogenannten Philanthropismus und des als Gegenbewegung dazu einsetzenden Neuhumanismus, wobei die geistesgeschichtlichen Hintergründe und die jeweiligen politischen Rahmenbedingungen beider pädagogischer Richtungen zu beachten sind. Wenn auch der etymologische Befund für Philanthropia und Humanitas auf eine ganz nahe Verwandtschaft im griechisch-römischen Kontext schließen lässt, so sind doch im Einzelnen Nuancen der jeweiligen Wertvorstellungen anzutreffen, die im Rahmen des Seminars untersucht werden sollen. Wenn wir die Hauptunterschiede der philanthropin und neuhumanistisch ausgerichteten Bildungsansätze im 18. Und 19. Jahrhundert zusammenfassen, lässt sich sagen, dass die ersteren an antiken und speziell spätantiken christlich geprägten Vorstellungen anknüpfen. Sie streben im Kern eine zweckbezogene, auf die unmittelbare Nützlichkeit gerichtete Ausbildung an, die die Schüler befähigen soll, in der Gott gewollten obrigkeitlichen Ordnung ihre ihnen angeborene Rolle besser zu spielen und der Gemeinschaft nicht zur Last zu fallen. Bei aller Kritik an der Bildungssituation der Zeit wird das spätabsolutistische System nicht in Frage gestellt. Da politische Reformbemühungen bei diesem Ansatz nahezu ganz fehlen, macht dies eben auch einen hauptsächlichen Unterscheidungspunkt zum Neuhumanismus aus, der am Demokratiemodell orientiert ist und auf die Überwindung des Ständestaates durch ein Teilhabemodell des Bürgers abzielt. Dahinter steht ein Menschenbild, das sich am Ideal des attischen Bürgers der perikleischen Zeit und an der hohen Zeit der römischen Republik, als Senatoren in freier Selbstbestimmung den Staat lenkten, ausrichtet. Menschen von hoher Bildung und Mitmenschlichkeit, die die optimale Ausprägung der in ihnen wohnenden guten Eigenschaften nicht als Selbstzweck betrachteten, sondern als Voraussetzung, um die Gemeinschaft bestmöglich zu leiten.

Homers Odyssee und die Geschichte des frühen Griechentums

ECTS: 3/6/9
ZB Ku, WPM 5

 Seminar und Exkursion

Mittwoch, 14-täglich, 11.15 - 12.45 Uhr, Ort: LH 120, Veranstaltungsbeginn: 09.04.2014

 Die europäische Literaturgeschichte beginnt mit Homer und den Epen Ilias und Odyssee, die zu den unvergänglichen Werken abendländischer Dichtung gehören. Der zehnjährige Kampf um das sagenumwobene Troia und die zehnjährige Irrfahrt des Helden Odysseus haben von jeher Faszination erregt und die Fantasie der Hörer und Leser beflügelt, sich mit der untergegangenen Welt der Heroen zu beschäftigen. Beide wahrscheinlich im 8. Jahrhundert vor Christus entstandene Werke spielen in unterschiedlicher Intensität auf geschichtliche Erfahrungen des frühen Hellenentums an, die sich auf damals gegenwärtige und vorausgegangene Zeitepochen beziehen. Während nun die Ilias auf offensichtliche Ereignisse der mykenischen Zeit zurückgreift und die Welt des achaiischen Adels im Zentrum steht, rückt in der Odyssee stärker, wenn auch nicht ausschließlich, das Leben der nichtadligen Schichten in den Blickpunkt, der Hirten, Landwirte, Kaufleute und anderer, und es werden geschichtliche Erfahrungen der Epoche sichtbar, die wir als griechische Kolonisation bezeichnen. Diese begann im 8. Jahrhundert und führte zur griechischen Besiedlung von bestimmten Küstenregionen am westlichen Mittelmeer und am Schwarzen Meer. Berührungspunkte ergaben sich somit mit unterschiedlichen Völkern in Nordafrika, Spanien, Italien und Kleinasien, insbesondere aber auch mit den Phöniziern, die zeitlich etwas vor den Griechen ihre Kolonisation nach Westen begannen. Ziel des Seminars ist das intensive Studium der Odyssee, verbunden mit der Erörterung, inwieweit sich Erfahrungen der Kolonisationszeit im Werk bemerken lassen. Natürlich muss im Rahmen eines Seminars zu Homer auch auf die sogenannte „ homerische Frage „ eingegangen werden. Eine Exkursion zu einem affinen Institut der außeruniversitären Forschung ist während des Seminars vorgesehen.

Einführung in die Europäische Hochschul- und Wissenschaftsgeschichte
ECTS: 3/6/9

ZB Kultur, WPM 5

Seminar
Mittwoch, 11 - 13 Uhr, 14-tägig und eine ganztägige Exkursion, Ort: GD 202, Veranstaltungsbeginn: 23.10.

Ausgehend von der Föderalismusreform wird anhand signifikanter Fallbeispiele paradigmatisch untersucht werden, welchen Einfluss politische Vorgaben und Rahmenbedingungen auf die Modellierung einer Wissenschafts- und Forschungslandschaft haben und wie durch diese in die Ausgestaltung konkreter Bildungsabläufe eingegriffen werden kann. Hierbei werden die Genese sowie Vor- und Nachteile der derzeitigen Neuordnung der bundesstaatlichen Zuständigkeiten in Deutschland ebenso analysiert werden wie die Auswirkungen auf Wissenschaft, Bildung und Forschung der zentralen Weichenstellung, die durch die Wiedervereinigung und den Einigungsvertrag nach dem Jahr 1989 erfolgten und bis heute fortbestehen. In Form von Exkursen, die auf den Bologna-Prozess und die Globalisierungsdebatte Bezug nehmen, soll der Blick für Veränderungen in der Bildung und der Wissenschaft im europäischen und transatlantischen Umfeld geschärft werden. Ein weiteres Gewicht wird auf die Auswirkungen geistesgeschichtlicher Entwicklungen der Neuzeit – Humanismus und Renaissance, Aufklärung, Neuhumanismus, Ideologien des 20. Jahrhunderts – gelegt werden. Eine Exkursion zu einem Institut der außeruniversitären Forschung ist im Rahmen des Seminars vorgesehen.

Literatur: Literatur wird zu Beginn des Seminars angegeben

Leistungsnachweis: Hausarbeiten und Referate


Höhepunkte der Weltliteratur - Die Entstehung der Tragödie und Komödie in der Griechischen Klassik

ECTS: 3/6/9
ZB Ku, WPM 5
Seminar
Mittwoch, 14tägig, 11.15-12.45 Uhr, Ort: AM 105


Die Entstehung der europäischen Tragödie und Komödie ist untrennbar mit der Attischen Demokratie verbunden, die im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen ihre volle Entfaltung erfuhr. In dieser Zeit entwickelte sich ein politisch-kulturelles Klima, das durch Meinungs- und Redefreiheit in Verbindung mit politischer Teilhabe des einzelnen Bürgers am Staatsgeschehen verbunden war. Erreicht wurde dies durch das Erkämpfen der äußeren Freiheit in den Verteidigungskriegen gegen die persischen Invasionen 490 v. Chr. und 480 v. Chr. sowie die Entwicklung einer innerstaatlichen Freiheit durch die demokratischen Reformen des Kleisthenes, Themistokles und Perikles. Im Ergebnis führte es zu einem politischen System, das durch Basisdemokratie und eine Identität der Regierenden mit den Regierten charakterisiert war, die u. a. kurze Amtszeiten der Beamten und Richter, das Lossystem zur Erreichung der Ämter und die Besoldung öffentlicher Funktionen beinhaltete. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Tragödien des Aischylos, Sophokles und Euripides sowie die Komödien des Aristophanes an mündige und selbstbewusste Bürger, die politische Verantwortung zu tragen gewohnt sind.  Tragödie und Komödie, die sich beide sukzessive aus dem Kult des Gottes Dionysos heraus entwickelt haben, sind somit ein Instrument politisch-ethischer Reflexion, in dem über Grundfragen menschlicher Existenz, moralische Maximen politischen Handelns und Grundsätze einer der Humanität verpflichteten Gesellschaft gerungen wird. Dies soll im Rahmen des Seminars an Hand ausgewählter Textpartien aus den "Persern" und den "Schutzflehenden" des Aischylos, der "Antigone" des Sophokles und den "Troierinnen" des Euripides sowie bestimmter Komödien des Aristophanes verdeutlicht werden. Ziel des Seminars ist es somit achzuweisen, dass die europäische Theatertradition durch ihre Entstehungsgeschichte untrennbar mit den Grundsätzen der Meinungs- und Schreibfreiheit und der damit verbundenen Freiheit der Aufführungspraxis verbunden ist.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar ist mit einer ganztägigen Exkursion zu einer affinen Forschungseinrichtung verbunden.
Leistungsnachweis: Hausaufgaben und Referat